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Vorschlag von Force India

Freie Reifenwahl für alle

Force India - Sergio Perez - GP Bahrain 2015 Foto: xpb 21 Bilder

Die Formel 1-Strategen zermartern sich die Köpfe, wie man die Formel 1 in Zukunft interessanter und unberechenbarer machen könnte. Force India kommt mit einem Vorschlag, der Leben in die Bude bringen könnte.

24.04.2015 Michael Schmidt

Am 14. Mai tagt die Formel 1-Strategiegruppe. Das große Thema auf der Agenda: Wie soll die Formel 1 im Jahr 2017 aussehen? Bernie Ecclestone streut in regelmäßigen Abständen seinen Standard-Vorschlag ein. Die alten V8-Motoren, aber mit 1.000 PS. Da wird er jedoch bei den Herstellern gegen eine Wand laufen.

Als sich fünf Technikchefs in Bahrain mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting zum ersten Mal über mögliche Lösungen beraten haben, platzte Bernie in die Runde und sagt nur: "Egal, was ihr macht. Stellt mir sicher, dass es Tickets verkauft."

Reifenwahl bis Donnerstag geheim

Force India hat seit diesem Jahr einen Sitz in der Strategiegruppe. Der WM-Sechste des Vorjahres löste Lotus ab. Die Rebellen aus Silverstone werden einen interessanten Vorschlag in die Runde einbringen. Einen, der das inzwischen so berechenbare Geschäft etwas unberechenbarer machen soll. Keiner dieser künstlichen Spannungsmacher, und auch keine Idee, die zusätzliches Geld kostet.

Sportdirektor Otmar Szafnauer schlägt folgendes vor. "Pirelli hat vier unterschiedliche Mischungen im Angebot. Warum darf nicht jedes Team seine zwei Optionen individuell auswählen. Wenn die Teams Pirelli mit einem Vorlauf von vier Wochen sagen, welche Mischungen sie für den jeweiligen Grand Prix zur Auswahl haben wollen, können die Reifen rechtzeitig produziert werden. Es kostet also nicht mehr. Die Wahl bleibt dann bis Donnerstag vor dem Rennen geheim. So hätten wir schon am Donnerstag ein Thema, über das jeder spricht."

Unterschiedliche Strategien mit ungewissem Ausgang

Was wären die Vorteile? Ein Team, das ein reifenschonendes Auto hat, wird tendenziell auf weichere Mischungen setzen. Und für sein Fahrzeugkonzept möglicherweise belohnt. Es kann aber auch sein, dass umgekehrt ein Rennstall mit einem aggressiveren Auto auf härtere Mischungen ausweicht und sich damit einen Boxenstopp sparen kann.

Es wird auch Teams geben, die pokern und sich zwei extreme Reifentypen reservieren lassen: Supersoft und hart zum Beispiel. Dann steht man gut im Training da und kann im Rennen trotzdem überleben. Gerade das Mittelfeld wird dazu tendieren, den Großen mit riskanter Reifenwahl ein Schnippchen zu schlagen.

Es gäbe unterschiedliche Strategien mit ungewissem Ausgang. Die Teams würden sich schwerer tun, sich gegenseitig zu belauern, weil sie den Reifenfaktor nicht mehr so einfach berechnen können. Vorausgesetzt der direkte Gegner fährt auf unterschiedlichen Mischungen. Hin und wieder würde sich ein Team verspekulieren, weil es zu heiß oder zu kalt ist. Bei Regen wäre vorgesorgt. Pirelli bringt natürlich das übliche Angebot an Intermediates und Extremwetter-Reifen für alle mit.

Wetten, dass der Vorschlag am Veto der großen Teams scheitert! Denen ist alles suspekt, was sie nicht vorher berechnen oder kontrollieren können. Sie würden auch Regenrennen abschaffen, wenn sie es nur könnten. Aber genau diese Kalkulierbarkeit, die der Perfektionswut der Ingenieure entspringt, ist eines der größten Probleme im modernen Motorsport.

Was meinen Sie zu dem Vorschlag von Force India? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

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