Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorstellung Marussia MR01

Glocks neuer Formel 1-Renner

Marussia MR01 Foto: Marussia 6 Bilder

Marussia hat 13 Tage vor dem Saisonstart sein neues Auto präsentiert. Timo Glock und Charles Pic durften ihr neues Dienstfahrzeug bei einem Filmtag in Silverstone kennenlernen. Der Marussia MR01 hat wie der McLaren eine tiefe Nase ohne Stufe auf dem Chassis.

05.03.2012 Michael Schmidt

Timo Glock musste viel Geduld aufbringen. 13 Tage vor dem Saisonauftakt in Australien hat sein Team Marussia das neue Auto präsentiert. Weil mit Sonntag, dem 4. März Testschluss war, konnte Marussia nur noch zwei Filmtage einlegen. Das heißt zwei Mal 100 Kilometer auf Demonstrationsreifen. Da lernt man nicht viel.

Der neue Marussia MR01 ist eine Co-Produktion einer 40-köpfigen Design-Gruppe um Technikberater Pat Symonds und einem Team von McLaren-Ingenieuren. Marussia durfte bei der Entwicklung des Autos den Windkanal und den Simulator in Woking nutzen. Herausgekommen ist ein Auto mit flacher Nase. Das hat aber nichts mit dem Joint Venture mit Technikpartner McLaren zu tun. Marussia musste aus Zeitnot auf bekannte Technologien vertrauen. Als die Mannschaft von Pat Symonds mit dem Design begann, saßen erst fünf Leute im Konstruktionsbüro. Außerdem musste Symonds drei Standorte in einen zentralen in Banbury zusammenfassen. Jetzt ist die Truppe komplett.

Marussia mit Zwei-Stufen-Plan

Das Team vertraut seit dem Debüt 2010 auf eine flache Nase. Die Abkehr zu einer Hochnase hätte Risiken beim Crashtest bedeutet. Die gab es trotzdem. Allerdings am anderen Ende des Fahrzeugs. Der Crashtest mit dem Heck voran wurde erst im vierten Anlauf bestanden. Laut Symonds war das allerdings erst ein interner und nicht der offizielle FIA-Test. Es lag nicht daran, dass die hintere Karbonstruktur beim Aufprall zerbröselt wäre. Sie war zu steif ausgelegt und hatte sich nicht den Regeln entsprechend zusammengefaltet.

Jetzt kann die Saison für Timo Glock losgehen. Es ist ein Zweistufenplan. Die ersten vier Rennen fahren Timo Glock und Charles Pic mit einer Basisversion. Pat Symonds konzentrierte sich darauf, die Defizite im Bereich Fahrwerk und Gewicht abzustellen. Der Marussia MR01 hat deutlich mehr Ballast an Bord, was Freiheit beim Abstimmen schafft. Die Außenhaut sieht der des Vorjahresautos noch sehr ähnlich. Außer dass die Seitenkästen enger eingezogen sind, das Heck schlanker und aufgeräumter geraten und die Linienführung von der Nasenspitze bis zum Cockpit fast eine Gerade geworden ist. Die Stufe im Chassis fehlt. Der Frontflügel hängt an breiten Pylonen, die damit die Funktion von Leitblechen übernehmen. Das leitet die Strömung sauber unter das Chassis, wo seperate Leitbleche diese Aufgabe übernehmen. Die Nasenspitze ragt deutlich über den Flügel hinaus. Der Auspuff liegt wie bei Williams und Mercedes seitlich in der Motorabdeckung und bläst auf das untere Heckflügelelement. Die Ingenieure sprechen von einer "signifikanten Weiterentwicklung".

Zum Europa-Start soll auch die neue Aerodynamik debütieren. Sie wurde erstmals in der Teamgeschichte nicht ausschließlich am CFD-Computer entwickelt, sondern auch im Windkanal und Simulator. Glock hofft, dass man den Simulatordaten trauen darf: "Dann wäre das neue Auto ein riesiger Sprung nach vorn." Teamchef John Booth atmet auf: "Es war ein langer und frustrierender Weg bis zu unserer ersten Ausfahrt mit dem neuen Auto. Wir nutzen heute den ersten von zwei Promotiontagen, um den Fahrern ein Gefühl für das neue Auto zu geben. Die richtige Arbeit beginnt für uns aber erst in Melbourne."
 

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden