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Vorteil für Mercedes und Ferrari

Neue Nasen-Regel macht Probleme

Lotus Nase - Formel 1 - GP USA  - 30. Oktober 2014 Foto: xpb 43 Bilder

2015 werden die Formel 1-Autos wieder attraktiver. Die FIA hat die Regeln so definiert, dass die hässlichen Ameisenbär-Nasen verschwinden. Die Aerodynamiker raufen sich die Haare. Je breiter, umso größer der Abtriebsverlust. Mercedes und Ferrari sind im Vorteil. Sie haben einen Erfahrungsvorsprung.

30.09.2014 Michael Schmidt

Es war einer der größten Kritikpunkte in diesem Jahr. Das Absenken der Nasenspitze auf 18,5 Zentimeter hat die Konstrukteure zu hässlichen Konstruktionen gezwungen. Weil Höhe mehr Luftdurchsatz bedeutet, haben die meisten Teams die Nasenspitze extrem dünn ausgelegt. Um in den tiefen Lagen dem Fahrtwind so wenig Fläche wie möglich entgegenzustellen.

Erst weiter hinten, wo die Nase höher sein durfte, wuchs die Verkleidung in die Breite. Viele Nasen erinnern deshalb an einen Ameisenbär. Was ziemlich lächerlich aussieht. Die schlimmsten Beispiele sind Force India, Toro Rosso, McLaren und Caterham.

Harmonische Formen und keine Plastik-Attrappen

Im nächsten Jahr verlangt das Reglement von der Nase Symmetrie und eine harmonische Form von vorne bis hinten. Lotus kann seine ungleich langen Säbelzähne also ins Museum stellen.

50 Millimeter hinter der Nasenspitze muss die für die Höhenmessung relevante Fläche wie bisher 9.000 Qudratmillimeter betragen. Neu ist, dass 10 Zentimeter weiter hinten die Fläche 20.000 Quadratmillimeter aufweisen muss und der Übergang von einer in die andere Fläche gleichbleibend sein muss.

Außerdem gilt für das Zusammenfalten der Nasenspitze beim Crashtest nicht nur eine Maximalverzögerung sondern auch ein Mindestwert. Das verhindert hässliche Formen und Attrappen aus Plastik.

Neue Nase mit 20 Punkte weniger Abtrieb

Die neue Nasen-Regel zwingt die Ingenieure, die Nasen ihrer Autos auch weit vorne breiter zu bauen, was der Optik entgegenkommt. Aber es kostet auch Abtrieb. Und zwar massiv. Red Bull-Chefdesigner Rob Marshall gibt zu: "Wir waren überrascht, wie viel da verloren geht."

Sein Force India-Kollege Andy Green bestätigt: "Beim ersten Windkanal-Versuch haben wir 20 Punkte Abtrieb gegenüber der aktuellen Nase eingebüßt. Jetzt kämpfen wir uns mühsam zurück."

Green erwartet, dass die Nasen 2015 so aussehen wie die von Mercedes und Ferrari. Nur diese beiden Autos brechen schon jetzt aus dem Schema "lang und dünn" aus. Die Mercedes-Nase ist breit und kurz, die von Ferrari breit und tief. Sie entsprechen schon jetzt nahezu dem nächstjährigen Reglement.

Für Green haben die beiden Teams einen großen Vorteil: "Mercedes und Ferrari verfügen über einen großen Erfahrungsvorsprung. Wer so kurz wie Mercedes baut, muss erst einmal den Crashtest bestehen. Dazu hat ja schon Mercedes ewig gebraucht. Und Crashtests sind teuer. Einer kostet dich 10.000 Pfund. Bei der Ferrari-Nase ändert sich dahinter die ganze aerodynamische Philosophie. Auch da brauchen viele Teams viele Nachhilfestunden."

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Nasen-Entwicklung aus dieser Saison.

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