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War Rosbergs Taktik richtig?

Stallkrieg auch an der Boxenmauer

Mercedes - GP Bahrain 2014 Foto: Reinhard 76 Bilder

Die Mercedes-Piloten durften beim GP Bahrain gegeneinander fahren. Das bescherte uns aufregende Duelle. Verschwörungstheoretiker hatten trotzdem Zweifel. Sie vermuteten, dass man Rosberg mit der schlechteren Taktik bremsen wollte. Teamchef Paddy Lowe bestreitet das.

09.04.2014 Michael Schmidt

Lewis Hamilton gewann den Start. Beide Mercedes-Piloten waren mit weichen Reifen in den GP Bahrain gegangen. Und waren gleich schnell. In der 18. Runde wagte Rosberg die erste Attacke auf seinen Teamkollegen, wurde aber ausgekontert. Da reifte beim Fahrer und bei Renningenieur Tony Ross der Gedanke, Hamilton mit einer anderen Strategie auszutricksen.

Statt der Standard-Taktik mit weichen, weichen und harten Reifen wählte Rosberg Plan B: soft-medium-soft. "Auf dem Papier ist diese Variante um zwei Sekunden langsamer", erklärte Teamchef Paddy Lowe. Einschränkung: "Wenn du der Meinung bist, dass du schneller als dein Teamkollege fahren kannst, macht die Taktik Sinn. Weil du im Finale die weicheren Reifen hast."

Zwei Runden kosteten sechs Sekunden

Hamilton bog als erster an die Boxen ab. Rosberg folgte ihm erst zwei Runden später. Das war ein Fehler, denn am Beispiel anderer Fahrer musste Mercedes erkennen, dass der frühe Reifenwechsel dramatisch Rundenzeit brachte. Ein frischer Reifensatz lieferte deutlich mehr Grip als ein alter. Damit verlor Rosberg gleich zwei Mal.

Als er im Mittelstint die härteren Reifen drauf hatte, kehrte er mit 6,094 Sekunden hinter Hamilton auf die Bahn zurück. Den Rückstand hätte man mit einem Stopp direkt nach Hamilton halbieren können. Ein Rauszögern, um dem letzten Reifensatz ein kürzeres Leben zu gönnen, machte keinen Sinn. Der erste weiche Reifensatz hatte ja bereits locker 20 Runden überstanden. Das hätte er am Ende des Rennens mit weniger Benzin im Tank erst recht gekonnt.

Safety-Car hilft Rosberg

Die weiche Mischung war im Rennen nach Rechnung von Lowe um drei Zehntel schneller. Hamilton baute seinen Vorsprung im mittleren Abschnitt auf 9,7 Sekunden aus. Wenn man Rosberg eine faire Chance hätte geben wollen, hätte man ihn zum zweiten Stopp früher reinholen müssen. Dadurch hätte er schon einmal drei Sekunden wegfeilen können.

Das Safety-Car kam den Mercedes-Fahrern dazwischen. Es half Rosberg. Beide Fahrer mussten in Runde 41 stoppen und lagen dann Rad an Rad hinter dem Safety-Car. "Das ungemütlichste aller denkbaren Szenarien", gab Lowe zu. Weil der Schnellere mit den besseren Reifen hinten lag. Alle Angriffe von Rosberg verpufften. Am Ende musste er zurückstecken. "Hinter Lewis begannen die Reifen zu überhitzen. Ich konnte nicht dicht genug aufschließen."

Duell der Energie-Manager

Nicht nur die Reifen spielten ein Rolle, wie Paddy Lowe verriet: "Es war auch ein Duell der beiden Crews um das bessere Energiemanagement. Rosberg wurde angewiesen die Batterie für einen Schlussangriff zu füllen. Wenn er die ganze Gerade volle Power geben kann, bringt das zehn km/h. Doch die Jungs von Hamilton haben die Funksprüche natürlich mitgehört und das Gleiche gemacht."
 
Hätte Rosberg ohne das Safety-Car bei einem früheren zweiten Stopp das Rennen gewinnen können? Es wäre knapp geworden. Der Australien-Sieger hätte dann rund sieben Sekunden in 16 Runden gutmachen müssen. Rechnerisch gaben ihm die weichen Reifen aber nur einen Vorteil von 4,8 Sekunden. Der Denkfehler passierte beim ersten Wechsel. Da ließ sich Rosberg eine Runde zu lang Zeit mit dem Stopp.

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