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Warum ist Mercedes so schnell?

"Das bessere beste Auto"

Rosberg & Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2015 Foto: xpb 51 Bilder

Mercedes hat die Konkurrenz mit einer Bestzeit geschockt, die 1,4 Sekunden vor dem zweitbesten Team lag. Die GPS-Analyse zeigt ganz klar, wo die Silberpfeile ihre Zeit gutmachen. Sie verlieren auf der Geraden und gewinnen in den Kurven. Vor allem in den mittelschnellen und schnellen.

14.03.2015 Michael Schmidt

Die Formel 1 des Jahrgangs 2015 teilt sich in drei Klassen. Vorneweg Mercedes. Dann Ferrari und Williams. Und schließlich der Rest. Spötter sprechen von GP1, GP2 und GP3. Felipe Massa stellte seinen Williams auf den dritten Startplatz und machte dennoch kein glückliches Gesicht: "Der Abstand ist noch größer geworden. Die Mercedes fahren in einer anderen Liga. Da wir den gleichen Motor haben, muss es wohl am Auto liegen."

Auch der Trainingsschnellste Lewis Hamilton wunderte sich über den Klassenunterschied. "Wir hatten schon letztes Jahr das beste Auto, das ich je gefahren bin. Es wäre einfach gewesen, es mit drastischen Änderungen zu verschlechtern und schwierig, es noch viel besser zu machen. Aber ich kann es kaum glauben. Uns ist das bessere beste Auto gelungen."

Nach den Testfahrten ging der Expertenrat von einem Vorsprung von 8 Zehntelsekunden aus. Doch als Mercedes in der Qualifikation zum ersten Mal den Qualm von der Kette ließ, waren es 1,4 Sekunden.

Kein Techniktrick bei Mercedes erkennbar

Teamchef Toto Wolff und Technikdirektor Paddy Lowe mussten sich fast für den großen Vorsprung entschuldigen. "Da steckt auch viel Lewis drin. Er ist einfach eine super Runde gefahren."

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Oder eine politische, um nicht die Kritiker der aktuellen Motorformel aufzuwecken. Und die sitzen schon in den Startlöchern. "Wenn Lewis dem Rosberg die ganze Saison so um die Ohren fährt, dann kann die Formel 1 einpacken", unkte Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Der Mercedes AMG W06 ist das perfekte Paket. Selbst Williams-Technikchef Pat Symonds kann keinen besonderen Geniestreich oder irgendeinen Techniktrick entdecken. "Da passt einfach jedes Detail zusammen." Wo also fährt der Silberpfeil die Konkurrenz in Grund und Boden? Toto Wolff sagt pauschal: "Wir verlieren auf der Geraden und gewinnen in den Kurven."

Mehr Abtrieb auf Kosten von Top-Speed

Tatsächlich sind die Silberpfeile im Top-Speed nur Mittelmaß. Nico Rosberg und Lewis Hamilton lagen mit 323,1 und 323,0 km/h lediglich auf den Plätzen 11 und 12. Die Williams waren am Ende der Zielgeraden um 6 km/h schneller. Die Ferrari flogen um 4,6 km/h flotter durch die Messstelle. Weil die roten Autos auch im ersten Sektor mit seinen zwei langen Geraden auf Mercedes-Niveau fuhren, glaubt Symonds: "Auf eine Runde ist der Ferrari-Motor praktisch auf Mercedes-Niveau."

Dafür hat Mercedes bei der Aerodynamik aufgerüstet. "Wir machen unsere Zeit vor allem in den mittelschnellen und schnellen Kurven gut", analysiert Wolff. Die GPS-Messungen verraten auch: Nur Ferrari kann in den schnellen Kurven mit Mercedes einigermaßen mithalten. Williams und Red Bull hinken weit hinterher. Niki Lauda applaudiert seinem Chefdesigner Aldo Costa: "Der Aldo hat ein super Auto gebaut."

Pat Symonds schließt daraus: "Mercedes hat über den Winter massiv Abtrieb dazu gewonnen. Auf Kosten von Top-Speed. Es zahlt sich jetzt aus, dass sie schon im letzten Jahr mit einer kurzen Nase gefahren sind. So haben sie Erfahrungsvorsprung gegenüber denen, die wie wir jetzt erst auf den Zug der Kurznase aufgesprungen sind." Der Abtriebsvorteil zeigt sich vor allem im letzten Sektor. Da nimmt Rosberg den Ferrari eine halbe Sekunde und den Williams sieben Zehntel ab.

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