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Was ist mit Ferrari los?

Rückschritt, Stagnation, Ausrutscher?

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP England - 2015 Foto: Ferrari 63 Bilder

Ferrari war beim GP England erstmals nur dritte Kraft. Im Training wie im Rennen. Trotz einer Ausbaustufe des SF15-T. Hat der große Herausforderer von Mercedes den Rückwärtsgang eingelegt, oder war Silverstone nur ein einmaliger Ausrutscher?

06.07.2015 Michael Schmidt

Das war echte Schadensbegrenzung. Sebastian Vettel wurde Dritter mit einem Auto, das nicht gut genug für das Podium war. Ferrari machte in Silverstone einen Schritt zurück. 1,1 Sekunden Rückstand im Training, 25,4 Sekunden im Rennen. Nur im Regen zeigten die roten Autos eine anständige Form. Vettel verlor in den letzten neun Runden nur 1,1 Sekunden auf Hamilton. Rennleiter Maurizio Arrivabene meinte selbstkritisch: "Wir hatten heute einen großartigen Fahrer und eine großartige Strategie. Aber wir brauchen auch ein großartiges Auto."

Das fehlte auf der Aerodynamik-Strecke von Silverstone. Arrivabene schob es wie Kimi Räikkönen auf die Streckencharakteristik und die Umstände. "Wir haben die gleiche Geschichte in Barcelona geschrieben. Dieser Streckentyp passt unserem Auto nicht." Der Auftrag des Chefs an seine Ingenieure: "Kümmert euch nicht um die Stärken des Autos, sondern um seine Schwächen."

Größter Rückstand seit Melbourne

Die Schere zu Mercedes ging auf. Mit 1,1 Sekunden im Training war sie so groß wie zuletzt beim Saisonauftakt in Australien. Ferrari opferte Top-Speed für Abtrieb und reklamierte dann: "Wir waren auf der Geraden zu langsam und haben dafür zu wenig in den Kurven zurückbekommen." Im Training fehlten Vettel 6 km/h auf die Mercedes und 4 km/h auf Williams. Trotzdem war die Konkurrenz im Sektor 2, der von Luffield bis Chapel reicht und die ganzen schnellen Kurven beinhaltet, schneller. Mercedes um fünf Zehntel, Williams um zwei.

Das Wetter war gnädig mit Ferrari. Es öffnete die Tür für Vettels sechstes Podium in diesem Jahr. "Wir dürfen uns aber nichts vormachen", bilanzierte Arrivabene. "Williams war auf trockener Strecke besser als wir." Und das nicht nur auf eine Runde, was hin und wieder in dieser Saison schon einmal vorgekommen ist. Williams schlug die Ferrari in ihrer Domäne, dem Rennen. In der 35. Runde, kurz bevor die ersten Regentropfen fielen, lag Valtteri Bottas 13 Sekunden vor Kimi Räikkönen.

Ferraris Ausbaustufe zündet nicht

Der Streckentyp ist in diesem Fall keine Entschuldigung. In Barcelona landete Ferrari noch deutlich vor Williams. Vier Rennen später hat sich die Reihenfolge umgedreht. Was den Schluss zulässt, dass Williams sein Auto besser entwickelt hat als Ferrari den SF15-T. Und Mercedes beim Motor wieder davongezogen ist. Ohne den Einsatz von Entwicklungs-Token. Tatsächlich hat Williams sein Upgrade von Österreich noch einmal nachgearbeitet. Und damit einen echten Fortschritt erzielt. Die Autos sind jetzt langsamer auf der Geraden, dafür schneller in den Kurven. Das spricht für mehr Abtrieb.

Auch Ferrari kam mit einer Ausbaustufe nach Silverstone. Allerdings ohne große Wirkung zu erzielen. Arrivabene versuchte die Modifikationen am Frontflügel, den Bremsbelüftungen und dem Diffusor als Lappalie herunterzuspielen. Doch gemessen an einigen anderen Teams war es dann doch ein ordentlicher Entwicklungsschritt. "Unsere Politik ist in diesem Jahr eine kontante Entwicklung bei jedem Rennen. Wir bringen keine großen Pakete, weil wir jeden einzelnen Schritt verstehen wollen", widersprach der Chef.

Bei Ferrari ging man im Vorfeld davon aus, dass sich das Auto in den schnellen Kurven wohlfühlen sollte. Räikkönen brachte dann den starken Wind ins Spiel um zu erklären, warum dem nicht so war. Vettel hatte eine andere Erklärung, warum die Lücke großer geworden ist: "Wir hatten uns stärker eingeschätzt und Williams nicht so stark erwartet. Nicht im Training, und auch nicht im Rennen. Es stimmt, dass wir weiter zurücklagen als sonst. Trotzdem glaube ich nicht, dass wir einen Rückschritt gemacht haben. Ich sehe es vielmehr so: Wir haben mit der Abstimmung nicht die richtige Richtung gefunden. Und die anderen haben sich verbessert." Daraus darf man schließen: Ferrari hat sein Upgrade noch nicht richtig verstanden.

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