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Was ist mit Mercedes los?

Setup Änderung in letzter Minute

Lewis Hamilton - GP Belgien 2016 Foto: Wilhelm 65 Bilder

Nico Rosberg hat sich mit hauchdünnem Vorsprung auf seine 28. Pole Position gefahren. Erst eine Setup-Änderung in letzter Minute in Verbindung mit dem Motor-Upgrade haben den Silberpfeil auf seinen Stammplatz zurückgeführt.

27.08.2016 Michael Schmidt

Nach dem dritten Training rauchten bei Mercedes die Köpfe. Nico Rosberg lag mit 0,768 Sekunden Rückstand auf Kimi Räikkönen nur auf Platz 7. Plötzlich erschienen die Longruns vom Vortag in einem anderen Licht. Die nackten Zahlen erzählten die Wahrheit. „Die Red Bull waren in den Rennsimulationen schneller als wir“, bestätigte Rosberg.

Niki Lauda drückte es vor der Qualifikation auf seine drastische Art aus: „Wir wissen nicht, was wir tun. Die Herren Ingenieure erzählen mir dies und das. Ich sehe nur die Rundenzeit, und die ist zu langsam.“ Einer der Ingenieure gab vor der entscheidenden Stunde mit verbissenem Gesicht zu: „Wir sind zu langsam. Das wird eine enge Kiste.“

Mercedes gewann nur 0,255 Sekunden mit Supersoft

Nico Rosberg erzählte nach getaner Arbeit: „Als wir hier am Freitag angefangen haben, waren wir mit der Abstimmung meilenweit weg. Erst kurz vor der Qualifikation haben wir die Lösung gefunden.“ Seine Erklärung für die Probleme: „Die hohen Reifendrücke und die ungewöhnlich hohen Temperaturen. Das ist eine ganz neue Dimension.“

Ein Blick in die 3 Qualifikationsrunden verrät, wo das Grundproblem von Mercedes saß. Als es im Q2 darum ging, sich mit dem Soft-Reifen für das Q3 zu qualifizieren, fuhr Rosberg mit 1.46,999 Minuten Bestzeit. Das war 0,665 Sekunden schneller als Ferrari und 1,028 Sekunden besser als Red Bull auf dem gleichen Reifentyp. Also exakt der Vorsprung, den man sich von den Silberpfeilen auf einer Motorenstrecke wie Spa-Francorchamps erwartet hatte.

Als es dann auf Supersoft-Reifen um die Pole Position ging, gewann Rosberg nur 0,255 Sekunden. Immerhin besser als im dritten Training, als der Supersoft-Gummi den Mercedes gar nicht schneller machte, aber immer noch nicht gut genug. Alle anderen wurden beim Wechsel von Soft auf Supersoft um mindestens eine Sekunde schneller.

Neuer Motor brachte etwas mehr als ein Zehntel

Daniel Ricciardo schloss daraus, dass Mercedes in Spa mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte wie vergangenes Jahr in Singapur. „Der Vergleich ist gar nicht so abwegig“, bestätigte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, „auch wenn er wahrscheinlich andere Gründe hat. Aber unter dem Strich holen wir nicht das Maximum aus den Reifen heraus.“

Da traf es sich gut, dass Mercedes in Spa seinen Phase 3-Motor an den Start brachte. Das Upgrade wirkte sich mit etwas mehr als einem Zehntel auf die Rundenzeit aus. Ohne diesen Bonus wäre es im Kampf gegen Max Verstappen ganz eng geworden.

Wolff unternahm einen Erklärungsversuch, warum Mercedes sich in Spa so schwer getan hat: „Es ist die Summe von vielen Umständen. Die hohen Reifendrücke, die große Hitze, der extrem aggressive Asphalt und die langen Kurven, die den Reifen viel Energie abverlangen. Es ist so eine Situation, wo zu viel Abtrieb vielleicht sogar Schaden anrichten kann, weil er die Reifen mehr stresst. Bei uns haben bei der Supersoft-Mischung die Hinterreifen schon nach einer Kurve Grip verloren.“

Rosberg ist jedenfalls froh, dass er den Supersoft-Reifen im Rennen nicht mehr anfassen muss. Er macht sich auch keine Sorgen darüber, dass Max Verstappen neben ihm in der ersten Startreihe mit einem Grip-Vorteil in die ersten 271 Meter bis La Source geht. „Nach ein paar Runden gleicht sich das aus. Dann habe ich die besseren Reifen.“

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