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Was ist mit Ricciardo los?

Eine Doktorarbeit für die Startaufstellung

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Österreich - Qualifiying - Formel 1 - Samstag - 20.6.2015 Foto: xpb 49 Bilder

Red Bull hat seinen Motorenjoker gezogen. Dem Heimspiel zum Trotz. Wegen der Strafen startet Daniil Kvyat von Platz 15 und Daniel Ricciardo von Rang 18. Zum dritten Mal in Folge ist Ricciardo langsamer als sein Teamkollege. Der Grund lag bei den Bremsen.

20.06.2015 Michael Schmidt

Diese Formel 1-Mathematik soll einer verstehen. Sechs Stunden nach der Qualifikation verteilten die Zeitnehmer ihre Startaufstellung. Keiner versteht das Klassement. Eigentlich hätten wegen der Motorstrafen in den letzten beiden Startreihen zwei Red Bull und zwei McLaren stehen müssen. Doch Daniil Kvyat rückt nun doch auf Platz 15 vor. Obwohl er als Vorletzter seine Strafe ausgefasst hat und eigentlich hinter den beiden Manor-Piloten stehen müsste.

McLaren kritisiert das Reglement

Der Grund dafür ist, dass Red Bull seine Motorwechsel vor McLaren der FIA angekündigt hat. Schon am vergangenen Montag. Damit rutscht Kvyat zwar zunächst auf Platz 18 zurück, rückt dann aber auf, weil Ricciardo, Alonso und Button sukzessive hinter ihn fallen. Dazu kommt jetzt, dass Alonso, Button und Ricciardo noch Stop-and-Go, Durchfahrt- und Zeitstrafen im Rennen kassieren, weil sie gar nicht so viele Startplätze zurückrücken können, wie es nötig wäre. Jenson Button müsste eigentlich auf Startplatz 42 stehen.

Die McLaren-Piloten kritisieren ein viel zu kompliziertes Reglement: "Das kapiert doch kein Mensch." McLaren-Teamchef Eric Boullier hakt nach: "Wir sollten diese Motorenstrafen überdenken. Sie sind zu streng und nicht nachvollziehbar. Es war vielleicht ein bisschen zu ambitioniert, bei diesen hochkomplexen Motoren davon auszugehen, dass man in den ersten Jahren mit nur vier Motoren über die Runden kommt."

Kvyat wieder schneller als Ricciardo

Immerhin hat Boullier noch den Humor: "Ich fürchte, wir werden mit Motorstrafen ins Guiness-Buch der Rekorde kommen." Den Titel könnte ihm Red Bull streitig machen. Auch in den Autos von Kvyat und Ricciardo ist seit dem GP Österreich der jeweils fünfte Motor im Auto. Der Wechsel von Kvyat war technisch notwendig. In seinem Renault V6-Turbo bahnte sich ein Defekt an. Ricciardos Motortausch war taktischer Natur.

Der Australier scheint momentan von der Rolle. Seit dem GP Monaco macht Kvyat die bessere Figur. Dabei brachte der Russe vorher kein Bein auf den Boden. Diesmal verlor Ricciardo im Q2 drei Zehntel auf den Teamkollegen.

Ricciardo führt es auf Probleme mit den Bremsen zurück. "Seit dem GP China fehlt mir das Gefühl für die Bremse. In Montreal war es ganz schlimm. Deshalb sind wir jetzt vom Setup her einen Schritt zurück, mehr Richtung 2014 gegangen. Dass es sich nicht ausgezahlt hat, war ein dummer Zufall. Just in der Qualifikation gab es ein technisches Problem. Die Scheibentemperatur stimmte nicht, und die Motorbremse funktionierte beim Runterbremsen nicht so wie sie sollte. Deshalb habe ich auf den ersten drei Bremspunkten viel Zeit verloren. Die konnte ich in den vier Kurven des letzten Sektors nicht mehr aufholen."

Nicht immer nach neuen Regeln rufen

Der Red Bull-Ring ist keine Red Bull-Strecke. Ricciardo gab zu, dass man wegen des Power-Defizits mit weniger Abtrieb fahren muss, als es dem Auto gut täte. "Wir sind von der Abstimmung nur einmal so gefahren, wie wir es eigentlich machen müssten. Und das war in Monte Carlo", merkt Ricciardo an.

Wasser auf die Mühlen für die Kritik von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz an der aktuellen Formel 1. Bernie Ecclestone nimmt die Rückzugs-Drohungen des Softdrink-Zars ernst. Auch weil es in seine Politik passt. Ecclestone will eine neue, schnellere und simplere Formel 1. Wie Mateschitz.

Bei der Konkurrenz sieht man das Säbelrasseln des Red Bull-Gründers mit gemischten Gefühlen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff differenziert: "Das Team hat vier Mal den WM-Titel gewonnen und steckt jetzt in einer Sackgasse. Es ist schwierig, mit Misserfolg umzugehen. Die generelle Einstellung ist aber falsch: Man kann nicht immer nach neuen Regeln rufen, wenn es mal nicht läuft. Besser wäre es zu analysieren, wo man falsch abgebogen ist. Wir hatten diese Phase 2012. Da ging es in der zweiten Saisonhälfte eher rückwärts als vorwärts."

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