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Was macht Renault?

Frist bis Ende Juli

Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Donnerstag - 23.7.2015 Foto: ams 61 Bilder

Die Zukunft von Renault bleibt ein Rätsel. Viele Indizien deuten auf einen Ausstieg hin. Red Bull will wissen, woran man ist und setzt den Franzosen ein Ultimatum. Das Problem dabei: Macht Renault weiter, weiß Red Bull erst beim GP Russland, ob der Motorenpartner seine Probleme lösen kann.

24.07.2015 Michael Schmidt

Es ist die Frage aller Fragen: Was macht Renault? Keiner weiß, wo die Reise hingeht. Die Spekulanten können sich nicht entscheiden. Steigt Renault ganz aus? Kehren sie mit Lotus als Werksteam zurück? Oder machen sie als Motorenpartner von Red Bull und Toro Rosso weiter? Es gibt in dem Fragespiel nur eine Klarheit. Red Bull hat noch einen Vertrag bis Ende 2016.

Red Bull will schnell Klarheit

Doch das ehemalige Weltmeister-Team will schnell Klarheit. Weil sonst die Zeit knapp wird, sich nach Alternativen umzuschauen. "Wir wollen von Renault in den nächsten zwei Wochen wissen, wie ihr Plan aussieht", sagt Red Bull-Teamchef Christian Horner. Und was passiert, wenn Renault-Präsident Carlos Ghosn am Ende des Jahres den Stecker zieht? "Dann muss uns Mercedes, Ferrari oder Honda einen Motor geben. Mit irgendetwas müssen wir ja fahren."

Das klingt nicht nach Begeisterung. Bei Renault ist Red Bull die Nummer eins. Überall sonst wäre man die Nummer zwei. Mercedes und Ferrari steht das Werksteam näher als jeder Kunde. Und bei Honda ist McLaren der Platzhirsch. Gerüchte, Red Bull fahre 2016 mit Mercedes-Motoren, werden von Niki Lauda abgestritten: "Bei uns gibt es noch keine offizielle Anfrage."

Ecclestone ködert Renault mit Sonderzahlungen

Dazu müsste Red Bull auch erst einmal wissen, wie die Zukunftsentscheidung in Paris ausfällt. Im Augenblick häufen sich Indizien, die auf einen Ausstieg hindeuten. Bernie Ecclestone ließ aus heiterem Himmel durchblicken, dass Renault mit einem Sonderbonus rechnen könne, weil man 2005 und 2006 Weltmeister war. Wenn man die Sonderzahlungen an Red Bull und künftig auch an Mercedes zugrunde legt, wären das rund 50 Millionen Dollar extra zum Platzierung-Bonus.

Aus dem Mund von Ecclestone klingt das wie ein Köder, Renault vom Verbleib in der Königsklasse zu überzeugen. So als müsste er sich sorgen, die Konzernzentrale hätte sich schon anders entschieden. Carlos Ghosn hat bei seinen Verhandlungen mit Lotus gelernt, dass ein Werksteam nur Sinn macht, wenn das wiederbelebte Nationalteam dann jede Saison auch so viel Geld wie Mercedes, Ferrari und Red Bull in die Formel 1 investiert.

"Wenn sie auf Sparflamme kochen, fahren sie bestenfalls um Platz fünf bis sieben. So wie wir in diesem Jahr", weiß Lotus-Chef Gérard Lopez aus eigener Erfahrung. Diese realistische Einschätzung schreckt die Pfennigfuchser im Konzern möglicherweise ab. Insidern zufolge hat Renault bis Ende Juli ein schriftliches Angebot versprochen. Das passt mit der Frist zusammen, die Red Bull seinem Partner gesetzt hat.

Ilmor hat Wettlauf gegen Renault verloren

Es gibt noch einen dritten Grund, der für einen Rückzug des Automibilherstellers sprechen könnte. Es ist zu hören, dass Ilmor das Wettrennen gegen die Renault interne Entwicklung verloren hat. Obwohl die Einzylinder-Versuchsreihen gezeigt haben sollen, dass der Ilmor-Zylinderkopf besser ist. Die Entwicklung versprach umgerechnet auf die Rundenzeit angeblich vier Zehntel. Sie wurde von Red Bull bezahlt.

Renault soll argumentiert haben, dass das eigene Projekt mehr Potenzial aufzeige. Doch wer will das beweisen? Eine klare Antwort gibt es noch nicht. "Ich versuche seit einer Woche einen ans Telefon zu bekommen, der mir sagt, wie es da weitergeht", klagt Horner. Red Bull wird erst in Sochi erfahren, ob Renault seine Antriebsquelle gesundbeten kann. Dann soll der Motor mit dem neuen Zylinderkopf auf der Rennstrecke debütieren. "Prüfstandszahlen kannst du nur bedingt trauen. Erst die Stoppuhr wird uns zeigen, ob die Ausbaustufe besser ist oder nicht", meint Horner.

Das aber ist für Red Bull eigentlich schon zu spät. Sollte sich erst im Oktober herausstellen, dass Renault weiter auf der Stelle tritt, findet man auch keinen Ersatz mehr. Und wie sagte Daniel Ricciardo: "Mit so einem Motor wie in diesem Jahr können wir 2016 nicht noch einmal antreten."

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