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Was passiert im Turbo-Streit?

Protest liegt in der Luft

Renault V6 F1 Motor 2014 Foto: Renault F1 17 Bilder

Im Streit um das Turbolader-Sicherheitsgehäuse gibt es noch keine Lösung. Die FIA akzeptierte das Ferrari-System, das drei Kilogramm weniger wiegt als die Lösungen von Mercedes und Renault. Entweder kommt es in Melbourne zum Protest, oder Ferrari baut doch noch ein stärkeres Gehäuse.

20.02.2014 Michael Schmidt

Die FIA verlangt in ihren Regeln ein Schutzgehäuse für den Turbolader. Wenn die Laderwelle oder der Rotor bricht, darf nichts nach außen dringen. Die Metallteile würden bei einer Drehzahl von 125 000/min zu Geschossen werden, die auch die Zuschauer treffen könnten. Mercedes und Renault haben deshalb einen Schutz um den Lader gebaut, der drei Kilogramm wiegt. Die Abdeckung, die Ferrari anbringt, ist deutlich leichter. Es handelt sich um das normaler Turboladergehäuse.

Ferrari schließt Schaden von vornherein aus

Bei Mercedes und Renault zweifelt man, ob dieser Schutz nicht ausreicht. Doch Ferrari scheint eine andere Technik zu verwenden. Die Welle und die Rotorblätter sind für viel höhere Drehzahlen ausgelegt, als sie im Einsatz auftreten. Die höheren Sicherheitsmargen schliessen ein Auseinanderbrechen in große Einzelteile praktisch aus.

Außerdem schlagen Sensoren bei der kleinsten Unwucht oder abnormalen Drehzahlen sofort Alarm. In diesem Fall wird der Lader sofort abgeschaltet, so dass die Teile mit viel weniger Energie umherfliegen. Das normale Ladergehäuse reicht in diesem Fall aus. Doch Ferraris Strategie ist riskant. Wenn das System versagt und bei einem Bruch der Welle oder der Turbine doch Teile nach außen dringen, dann müssten die Sportkommissare das Auto als unsicher einstufen. Und Ferrari dürfte so lange nicht fahren, bis nachgerüstet wird.

Zeit zu knapp, um Ferrari zu kopieren

Die FIA ist offenbar einverstanden mit der Ferrari-Lösung. Sie schätzt sie als sicher ein. Mercedes und Renault sind nicht zufrieden, dass der Weltverband zufrieden ist. Doch was tun? Ferraris Konkurrenten könnten in Melbourne protestieren. Maranello würde dann in Berufung gehen. Um eine endgültige Entscheidung zu treffen, müssten Gutachten erstellt werden. Das kann dauern. Bis zu einem halben Jahr. Damit wären die Ergebnisse der ersten Saison nur provisorisch.

Bei Mercedes und Renault wurde deshalb ein zweiter Weg diskutiert. Zusätzlich zu dem vorhandenen Schutz kopiert man einfach Ferrari und spart sich die drei Kilogramm. Doch die Zeit bis zum Homologationsschluss am 28. Februar ist zu knapp. Im Fahrerlager hört man jetzt, dass Ferrari sein Turboladergehäuse verstärkt, um auf der sicheren Seite zu sein. Damit wäre dann auch die Konkurrenz beruhigt.

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