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Mark Webber

"Nicht Reifenwahl, Timing war falsch"

Webber Formel 1 GP China 2011 Foto: xpb 66 Bilder

Sebastian Vettel startet von der Pole Position, Mark Webber von Platz 18. Das verlangt eine Erklärung. Wenn ein Red Bull aus der ersten Qualifikationsrunde fliegt, dann muss schon sehr viel schiefgehen. Webber kritisiert weder die KERS-Pannen, noch die unverständliche Wahl der harten Reifen in der Stunde der Not. Sein Fazit: "Das Timing passte nicht."

16.04.2011

Gewinner haben wenig zu erzählen. Sebastian Vettel holte die dritte Pole Position im dritten Rennen, und der Vorsprung lag wieder auf Melbourne-Niveau: 0,715 Sekunden vor dem Rest der Welt. Der WM-Spitzenreiter weiß selbst nicht mehr, was er zu seiner Dominanz sagen soll. Die Kommentare beginnen sich notgedrungen zu ähneln: "Es ist jedes Mal ein Neubeginn. Wir hatten bis jetzt ein perfektes Wochenende. Im ersten Versuch von Q3 ist mir eine sehr gute Runde gelungen. Weil Hamilton sich seinen Versuch bis zum Schluss aufgehoben hat, musste ich noch mal raus. Als wir merkten, dass er meine Zeit nicht schafft, habe ich meinen Versuch abgebrochen, um den Reifensatz zu schonen."

Ansammlung von Pannen

Vettel geht mit drei gebrauchten Sätzen weicher Reifen ins Rennen. Er wird es verschmerzen können. Sein Teamkollege hat noch drei Satz brandneuer weicher Reifen. Aber Mark Webber steht nur auf Startplatz 18. "Ich hätte lieber sechs gebrauchte Sätze, wenn ich dafür in den ersten zwei Startreihen stehen könnte."

Das Wochenende des Australiers war eine einzige Ansammlung von Pannen. Nur im ersten Training am Freitag lief alles nach Plan. Am Nachmittag streikte KERS, und am Heckflügel riss die Strömung ab, sobald der Flap wieder in Normalstellung zurückklappte. In dem Stil ging es in der dritten Trainingssitzung am Freitag weiter. Wieder gab es KERS-Alarm. Dazu machte das Getriebe Ärger beim Runterschalten. "Irgendein Wurm in der Elektrik", zuckte Webber die Schultern.

Webber ohne KERS unterwegs

Der WM-Vierte wusste schon vor Beginn der Qualifikation, dass er auf KERS verzichten muss. KERS haben oder nicht, bedeutet in Shanghai rund vier Zehntel in der Rundenzeit. Mit dem ersten Satz Reifen drehte Webber eine Zeit von 1.36,580 Minuten auf harten Reifen. Knapp eine Sekunde langsamer als Vettel. Der Deutsche hat den Aufwärmprozess der Reifen generell besser im Griff als sein Stallrivale. Besonders mit den harten Reifen. Das haben schon die ersten beiden Rennen gezeigt. "Ich hatte Probleme, die harten Reifen zum Arbeiten zu bekommen. Auch bei uns dauert es mindestens zwei Runden, bis der Reifen da ist."

Noch wäre alles zu retten gewesen. Webber hatte noch einen Schuss, und mit weichen Reifen wäre er auch ohne KERS problemlos in die nächste Runde gekommen. Doch seine Crew merkte viel zu spät, dass die vorgelegte Zeit nicht reichen würde. Dann griff Panik um sich. Statt aus Webbers erstem Versuch die Lehren zu ziehen, zog man erneut einen Satz harter Reifen auf. Dabei war klar, dass Webber maximal eine fliegende Runden bleiben würde, sich zu verbessern.

Man kann es die Arroganz der Topteams nennen, die auch in höchster Not lieber einen Satz weicher Reifen aufheben, statt auf Nummer sicher zu gehen. Webber verbesserte sich in seiner ersten Runde zwar, doch zum rettenden Ufer fehlten drei Zehntel.

Webber sieht es gelassen

Webber blieb erstaunlich ruhig. "Die weichen Reifen hätten mir das Leben sicher leichter gemacht. Nicht die Reifenwahl war schuld, sondern das Timining. Wir wussten, dass der harte Reifen Anlaufzeit braucht und hätten früher auf die Strecke gehen müssen. Du brauchst mindestens zwei Runden, um damit auf eine vernünftige Zeit zu kommen."

Dass sich die Defekte im Augenblick ausschließlich auf sein Auto konzentrieren, sieht Webber philosophisch. "So etwas passiert im Motorsport. Sebastian hatte auch schon seine Probleme mit der Technik. Zwischen den beiden Rennen waren nur sieben Tage Zeit, und die Jungs schuften sich die Finger wund, um die Probleme zu lösen. Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen." Immerhin haben Red Bull und Webber eine Lektion gelernt: "Auch in einem Red Bull muss alles passen, um in das Top Ten-Finale zu kommen."

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