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Kein Ersatz für Webber

Die perfekte Red Bull Nummer 2

Mark Webber - Red Bull - GP Malaysia - 23. März 2013 Foto: Red Bull 66 Bilder

Das Gerücht macht die Runde, Mark Webbers Vertrag würde zu Saisonende nicht verlängert. Das wird von Red Bull nicht bestätigt. Es wäre auch so ziemlich das Dümmste, was der Rennstall machen könnte. Red Bull hat keinen geeigneten Ersatz im Kader.

29.03.2013 Michael Schmidt

Die Geschichte macht jedes Jahr aufs Neue die Runde. Es ist das letzte Jahr von Mark Webber bei Red Bull. Teamberater Helmut Marko wollte den unbequemen Australier schon ein paar Mal loswerden, doch bis jetzt hielt jedes Mal Firmenchef Dietrich Mateschitz seine schützende Hand über Webber.

Das wird auch diesmal so sein, es sei denn der neunfache GP-Sieger schießt noch irgendeinen gravierenden Bock oder klaut silberne Löffel aus dem Red Bull-Geschirr. Aus der Stallregie-Panne vom GP Malayasia lässt sich nun wirklich kein Strick für den derzeitigen WM-Dritten drehen.

Vettel gewinnt Konstrukteurs-WM nicht alleine

Webber am Jahresende zu entsorgen, wäre so ziemlich das Dümmste, was Red Bull tun könnte. Selbst wenn man die Marko-Brille aufsetzt, der nun gewiss kein Freund des Australiers ist, was Webber in Melbourne mit dem Satz kommentierte: "Der Herr Doktor hat seine eigene Agenda, und ich stehe da nicht drauf."

Warum hat Red Bull drei Mal in Folge die Konstrukteurs-WM gewonnen? Weil der zweite Fahrer neben Sebastian Vettel stark genug war, die nötigen Punkte einzufahren. Und das gegen gewiss nicht schlechte Fahrerkombinationen wie Lewis Hamilton und Jenson Button (McLaren) oder Fernando Alonso und Felipe Massa (Ferrari).

Webber als Motivation für Vettel

Auch Vettel tut Webber gut. Trotz aller Differenzen und Querelen. Er treibt ihn zu immer neuen Höchstleistungen an. In dem Zusammenhang ist es eher von Vorteil, dass die beiden keine Freunde sind. Das motiviert zusätzlich.

Red Bull stempelt Webber klugerweise nicht zur Nummer zwei. Würden sie es tun, wäre der Australier nur die Hälfte wert. Und dann würden mindestens zwei Konstrukteurspokale weniger in der Vitrine in Milton Keynes stehen.

Was dann passiert, wenn der zweite Fahrer zum Wasserträger degradiert wird, konnte man bei Ferrari sehen. Nachdem Felipe Massa 2010 der Sieg in Hockenheim gestohlen wurde, war der Brasilianer ein gebrochener Mann. Massa brauchte fast zwei Jahre, um sich von dieser Reduzierung auf Alonsos Sekundant zu erholen. Erst seit Mitte letzten Jahres blüht er wieder auf. Ein Team muss ein bisschen Zoff unter den Teamkollegen vertragen können, wenn es maximal Punkte sammeln will.

Kein Ersatz im Red Bull-Kader

Das nächste Problem von Red Bull ist, dass es im Kader keinen Ersatz für Webber gibt. Weder Jean-Eric Vergne, noch Daniel Ricciardo haben bis jetzt das Format erkennen lassen, den WM-Dritten von 2010 und 2011 gleichwertig zu ersetzen. Die Toro Rosso-Piloten haben sich um keinen Deut besser als die Fahrer geschlagen, die für sie Ende 2011 die Plätze räumen mussten. Gemeint sind Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari.

Der hoch gelobte Portugiese Felix da Costa ist noch nicht einmal ein Formel 1-Rennen gefahren. Wie soll der auf Anhieb in die Fußstapfen eines Mannes treten, der in Bahrain seinen 200. Grand Prix bestreitet? Red Bull könnte natürlich einen Fahrer von außen holen, doch dann wäre das Junior-Konzept des Limonadenherstellers in Frage gestellt.

Turbomotor fordern Piloten mit Erfahrung

2014 auf die Jugend zu setzen wäre ein fataler Fehler. Mit den neuen Turbomotoren ist Erfahrung gefragt. Da braucht es Piloten, denen das Fahren am Limit nicht die gesamte geistige Kapazität abfordert. Der Mann im Cockpit muss im nächsten Jahr noch mehr wichtige Entscheidungen treffen als jetzt schon.

Wann und wie er den 160 PS-Elektroschub einsetzt. Zum Überholen, zum Füllen des Turbolochs, zum Spritsparen. Da ist viel Denkarbeit im Cockpit gefordert. Red Bull wäre gut beraten, Webber zu behalten. Es könnte allerdings sein, dass die ungeliebte Nummer zwei einer Entscheidung aus dem Hauptquartier zuvorkommt und selbst das Weite sucht.

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