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Formel 1: Zweite Webber-Pole in Folge

Webbers Warnschuss an Vettel

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 23 Bilder

Wer nach Mark Webbers Siegesfahrt in Barcelona an eine Eintagsfliege geglaubt hat, sieht sich jetzt getäuscht. Der Australier erkämpft sich die zweite Pole Position in sieben Tagen und überrascht Freund und Feind. Teamkollege Sebastian Vettel gerät unter Druck. Von Webber hat er ihn am wenigsten erwartet.

16.05.2010 Michael Schmidt

Als die Propheten die WM-Favoriten aufzählten, da haben sie einen Namen vergessen. Ganz oben auf der Liste standen Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Die Romantiker führten Michael Schumacher ins Feld. Jenson Button und Felipe Massa liefen als Geheimtipp. Nur an Mark Webber dachte keiner. Die ersten vier Rennen schienen den Eindruck zu bestätigen. Ein zweiter Platz und viel Mittelmaß kennzeichneten Webbers Saison. Das passte ins Bild. An guten Tagen ist Webber ein Siegertyp. Aber er leistet sich zu viele Fehler.

Nach seinem Coup von Barcelona dachten viele: Vielleicht war das einer dieser Webber-Tage, an denen alles wie von selbst funktioniert. So wie 2009 am Nürburgring und in Interlagos. Doch nur eine Woche nach dem Sieg in Spanien packte der 33-jährige Australier erneut den Hammer aus. Die Pole Position in Monte Carlo ist immer ein Ritterschlag. Aber eine mit 0,294 Sekunden Vorsprung, das sorgt im ganzen Fahrerlager für hochgezogene Augenbrauen.

Konkurrenz von Webber beeindruckt

Alle potenziellen Kandidaten auf die Trainingsbestzeit mussten zugeben: "Marks Zeit wären wir nicht gefahren." Der Red Bull-Pilot war ehrlich: "Ich hätte mir selbst diese Zeit nicht zugetraut. Auch meine zweitbeste Zeit hätte für die Pole gereicht, weil ich aber nicht wusste, wie gut die anderen unterwegs sind, habe ich noch einmal nachgelegt. Irgendwie habe ich heute noch einmal zusätzliches Vertrauen ins Auto gefunden."

In den letzten beiden Streckensektoren war der WM-Vierte des Vorjahres unschlagbar. Ausgerechnet jene Passagen, die eigentlich Sebastian Vettel liegen müssten. So war es jedenfalls im letzten Jahr. Da verzweifelte Webber: "Keiner fährt die langsamen Kurven so präzise und diszipliniert wie Sebastian. Ich brauche schnelle Kurven, um das zu kompensieren." Die alten Schwächen hat der Mann vom anderen Ende der Welt abgelegt. Er schiebt es auf die neue Reifengeneration: "Die passt besser zu meinem Fahrstil."

Vettel braucht länger mit dem Setup

Es fällt außerdem auf, dass Webber meistens schneller die optimale Abstimmung des Autos trifft als sein deutscher Kollege. Wie in Barcelona war er von der ersten Trainingssitzung mit seinem Auto zufrieden. Vettel spielte noch bis zur dritten Trainingssitzung mit dem Fahrwerks-Setup herum. "Als es endlich passte, hatte er in der Qualifikation zu wenige freie Runden, um sich daran zu gewöhnen", führte Teamberater Helmut Marko als Erklärung an. Vettel ergänzte, dass er im Verkehr nie die optimale Aufwärmrunde für die Reifen drehen konnte.

Man merkte, wie ihn Webbers Kampfansage nachdenklich machte. Einmal gegen den Teamkollegen verlieren, das kann passieren. Beim zweiten Mal läuft das Räderwerk im Kopf auf Hochtouren. Was habe ich falsch gemacht? Was der andere besser? Lag es am Auto oder an mir? Da gehen einem viele Fragen durch den Kopf.

Webber fürchtet Kubica mehr als Vettel

Webber wünscht sich, dass Vettel beim Start den Zweitplatzierten Robert Kubica überholt. Nicht etwa, weil er Mitleid mit seinem Stallrivalen hätte, sondern weil er Kubica in diesem Rennen mehr fürchtet als den zweiten Red Bull. "Robert war auf den harten Reifen das ganze Wochenende der Schnellste. Er ist für mich schwerer einzuschätzen als Sebastian, und irgendwie habe ich das Gefühl, dass er im Renntrim noch stärker ist als im Training." Vettel glaubt Webber über die 78-Runden Distanz in Schach halten zu können. "Ich fahre etwas materialschonender als Sebastian und passe in der Regel besser auf die Hinterreifen auf. Das könnte mein Joker sein."

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