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Webber spricht mit Grosjean

"Schau mir in die Augen, Romain"

Start GP Japan Mark Webber 2012 Foto: xpb 27 Bilder

Mark Webber kann die Weltmeisterschaft abschreiben. Wieder reichte es nur zu zwei WM-Punkten. Der Rückstand auf Fernando Alonso beträgt 60 Zähler. Schuld ist Romain Grosjean, der den Red Bull in Kurve drei umdrehte. Webber suchte den Lotus-Piloten nach dem Rennen auf, um ihm die Meinung zu sagen.

07.10.2012 Michael Schmidt

Die TV-Interviews waren gerade beendet, da marschierte Mark Webber schnurstraks Richtung Lotus-Pavillon. Er suchte Romain Grosjean. Selbst die Red Bull-Pressedame, die den Australier beschattete, stand plötzlich allein da. "Wo ist er hin?" fragte sie verzweifelt in die Runde.

Webber sucht das Gespräch mit Grosjean

Ein Lotus-Mechaniker zeigte mit dem Finger stumm Richtung Ruheraum seiner Fahrer. Eine halbe Stunde später hatte sich Webber immer noch nicht beruhigt. "Ich komme gut durch die ersten zwei Kurven, habe schon Kobayashi im Visier, als ich hinten einen Schlag spüre und es das Auto herumdreht."

Das warf Webber auf den letzten Platz zurück. Ein 32-Sekunden-Stopp zum Check, ob Teile am Auto gebrochen waren, vergrößerte den Rückstand auf das Feld noch. "Und dann holen sie das Safety-Car auch noch nach nur einer Runde rein. Als es losging, lag ich zwölf Sekunden hinter dem Vorletzten. Bleibt das Safety-Car noch eine Runde länger draußen, kann ich wenigstens aufschließen. Den Schaden, den Grosjean angerichtet hat, hätte mir die Rennleitung wirklich zurückgeben können."

Marko fordert härtere Strafe

Auch Teamberater Helmut Marko echauffierte sich. "Zehn Sekunden Stop und Go sind viel zu wenig für den Kerl. Der macht doch jedes zweite Rennen einem anderen das Rennen kaputt. Da muss man endlich mal härter durchgreifen. Grosjean hat schon in den Juniorformeln dauernd gecrasht."

Als Webber hinzutritt, erzählt er von seiner zweiten Begegnung mit Grosjean. "Ich bin nach dem Rennen zu ihm hin und habe ihm gesagt: Schau mir in die Augen, Romain. Du gewinnst kein Rennen in den ersten zehn Sekunden. Versuche deine Spur zu halten und nicht dauernd hin und her zu wedeln. Ein kleiner Tipp von mir: Im Pulk musst du immer genügend Luft nach vorne halten und mit einrechnen, wo dein Frontflügel ist. Wenn du so weiter machst, wirst du hier nicht alt."

Webber fürchtet, dass der Lotus-Pilot in der Startrunde geistig so beschäftigt ist, dass er den Kopf ausschaltet: "Er sollte längst gelernt haben, vorausschauend zu fahren und das große Bild in einem Rennen zu sehen. Aber er lernt es einfach nicht. Das ist auf diesem Niveau, auf dem wir fahren, nicht akzeptabel."

Grosjean sucht nach Ausreden

Grosjean entschuldigte sich bei Webber damit, dass ihm seine linke Hand das Sichtfeld versperrte, als er in die Kurve einlenkte. Sie kam beim Einschlag des Lenkrades nach rechts aus dem Cockpit heraus. Webber hält das für eine Schutzbehauptung. "So ein Problem haben wir doch alle. Ich bin mir sicher, Grosjean hat auf die beiden Autos links von ihm geschaut und völlig vergessen, dass ich vor ihm auch noch da bin."

Marko grummelte: "Der gehört drei Rennen aus dem Verkehr gezogen. Er hat Mark einen Podiumsplatz kaputtgemacht." Webber seufzte: "Wenn ich dann überlege, dass ich in Singapur 20 Sekunden aufgebrummt bekomme, dass ich Kobayashi zwei Zentimeter neben der Strecke überhole, dann ist Grosjean gut davongekommen." So sind die Regeln: Etwas Härteres als eine Zehn-Sekunden Stop-and-Go gibt es nicht im FIA-Strafenkatalog.

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