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Formel 1: Red Bull-Krieg offiziell für beendet erklärt

Vettel und Webber rauchen Friedenspfeife

Sebastian Vettel und Mark Webber Foto: Red Bull 29 Bilder

Red Bull hat am Donnerstag (4.6.) hochoffiziell das Ende des teaminternen Kriegs erklärt. Bei einem Team-Meeting in der Fabrik in Milton Keynes bedauerten Mark Webber und Sebastian Vettel den Crash von Istanbul. Jetzt soll wieder Frieden herrschen.

04.06.2010

"Shit happens"… unter diesem einfachen Motto legten die beiden Red Bull-Piloten am Donnerstag ihren teaminternen Streit bei, der beim letzten Rennen in einem großen Crash endete. Nachdem sich diese Woche bereits die Teamleitung medienwirksam zu Wort gemeldet hatte, durften nun auch endlich die Fahrer sprechen.

"Mark und ich sind Racer. Wir sind Profis und an unserer Zusammenarbeit wird sich nichts ändern", sagte Vettel nach einem "Friedensgipfel" am Firmensitz von Red Bull Racing im englischen Milton Keynes. Sein australischer Formel-1-Teamkollege versicherte: "Seb und ich werden sicherstellen, dass das nicht wieder passiert und weiterhin offen zusammenarbeiten. Das ist kein Problem."

Offizielle Friedenserklärung von Vettel und Webber

Die Red-Bull-Verantwortlichen um Teamchef Christian Horner, Technik-Direktor Adrian Newey und Motorsportchef Helmut Marko hatten mit ihren beiden Rennfahrern eine längere Aussprache. "Es war ein positives Treffen, bei dem ein Schlussstrich unter den Unfall in der 40. Runde in der Türkei gezogen wurde", teilte das Team in einer Presseerklärung mit. Den wieder hergestellten Frieden sollte auch ein Foto veranschaulichen, auf dem Vettel und Webber lachend und mit ausgebreiteten Armen demonstrieren, dass nun alles wieder okay sei.

Um vor den nächsten Rennen wieder Ruhe reinzubringen, hat Red Bull offensichtlich ein Machtwort gesprochen und die Rivalen zur Räson gerufen. "Das Team ist nun voll auf den kanadischen Grand Prix in der nächsten Woche fokussiert", versicherten die Verantwortlichen und verzichteten bewusst darauf, einen ihrer Schützlinge als Schuldigen an den Pranger zu stellen.

Red Bull-Piloten kriechen zu Kreuze

"Das Team hat uns in eine gute Position gebracht und es war nicht gut, was passierte", räumte Vettel in der Pressemitteilung ein. "Es tut mir leid, dass wir die Führung in dem Rennen verloren haben." Aber Red Bull sei ein großes Team mit einem starken Kampfgeist. "Ich bin zuversichtlich für Kanada", erklärte der 22 Jahre alte Vize-Weltmeister aus Heppenheim.

Auch Webber musste verbal zu Kreuze kriechen. Der 33-Jährige sagte: "Das war schade für das Team. Wir vergaben die gute Möglichkeit auf den Sieg." So etwas könne, sollte aber nicht passieren. Schließlich hatten die "roten Rambos" durch den unnötigen Unfall leichtfertig den scheinbar sicheren Doppelerfolg in Istanbul und damit einen großen Vorsprung in der WM verspielt. Vettel schied aus, Webber konnte als Dritter wenigstens mit 93 Punkten die WM-Führung verteidigen.

Coulthard: Crash als Marketing für Red Bull

Mit der abschließenden Friedenserklärung will Red Bull einen Schlussstrich unter den Streit von Istanbul ziehen. Nach tagelangen Diskussionen sollen nun wieder positive Schlagzeilen geschrieben werden. Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard sieht den Crash allerdings nicht nur negativ: "Von der Marketing-Seite her war es hervorragend. Die ganze Welt schreibt über Red Bull", sagte der Schotte gegenüber "Bild.de". Er zeigte Verständnis für die beiden Fahrer, die am vergangenen Sonntag beim Großen Preis der Türkei im Kampf um die Spitze kollidiert waren. "Sag' mal einem Rennfahrer, dass er vom Gas gehen soll. Das ist wie einem Kind ein Eis zu geben und ihm zu verbieten, daran zu lecken", meinte der 39-Jährige, der bis Ende 2008 für Red Bull selbst gefahren war und nun als Berater des Rennstalls arbeitet.

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