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Webbers Premierensieg

Kein Fahrer musste länger warten

GP Deutschland 2009 Foto: Red Bull 60 Bilder

Mark Webber hat einen Rekord aufgestellt, den jeder Fahrer eigentlich vermeiden möchte. Kein Fahrer in der Formel 1-Geschichte seit 1950 musste länger auf seinen ersten Sieg warten. Webber brauchte 130 Rennen lang Geduld.

13.07.2009 Michael Schmidt

Mark Webber war die Erleichterung anzusehen. Endlich der erste Sieg. Endlich, im 130. Anlauf. Manche sagen sogar 131, aber sie zählen den GP USA mit, bei dem nur sechs Fahrer teilgenommen haben. Webber war wie 13 seiner Kollegen nach der Einführungsrunde in die Boxengasse abgebogen, weil Reifenlieferant Michelin seinen Kunden aus Sicherheitsgründen Startverbot gegeben hatte.

130 Grand Prix also hat der lange Australier bis zu seinem großen Tag abgespult, und es gab im Fahrerlager keinen, der ihm diesen Sieg nicht gegönnt hätte. "Mark war an diesem Tag unschlagbar. Er verdient den Sieg", urteilte Teamkollege Sebastian Vettel. Webber freute sich still. Er dachte an die mühsamen Jahre, zuerst bei Minardi, dann bei Jaguar, bei Williams und schließlich bei Red Bull, wo erst in seiner dritten Saison der Knoten aufging.

Karriere mit Hoch- und Tiefpunkten

145,5 WM-Punkte bei 130 Grand Prix-Starts dokumentieren, dass in der Karriere des Mark Webber nicht immer alles glatt gelaufen ist. Ein Sturz vom Rad Ende November 2008 hätte die Karriere fast beendet. Das rechte Bein war gebrochen, dazu die Schulter. Webber traute sich den Schulterbruch erst bei seinem Team beichten, als er schon wieder ausgeheilt war. "Ich hatte Angst, sie hätten dann Zweifel bekommen, dass ich rechtzeitig wieder fit werde."

Da kann ein Spätstarter wie Webber am Beispiel seines Teamkollegen Vettel schon neidisch werden. Der brauchte nur 22 GP-Starts um letztes Jahr in Monza seinen ersten Grand Prix zu gewinnen. Doch Webber ist in einem prominenten Club. Fünf Fahrer haben länger als 100 Grand Prix gebraucht, um ihren ersten Sieg zu feiern. Und alle fünf sind noch aktiv.

Barrichello ist Rekord los

Rubens Barrichello war der alte Rekordhalter. Der Brasilianer siegte beim GP Deutschland 2000 im 124. Anlauf. Es war ein verrücktes Rennen, mit Regenschauern zwischendurch und einer Safety-Car-Phase, die durch einen Zuschauer ausgelöst wurde, der die Strecke überquerte. Barrichello war nach falschem Timing in der Qualifikation nur vom 18. Startplatz aus ins Rennen gegangen. Da hatte es Webber einfacher. Er startete von der Pole Position. Allerdings erschwerte ihm eine Durchfahrtsstrafe die Arbeit.

Jarno Trulli musste sich 117 GP-Starts in Geduld üben, bis er in Monte Carlo 2004 die schwarze Serie durchbrach. Es blieb bei diesem Erfolg. Der damalige Renault-Pilot war wie Webber von ganz vorne gestartet, profitierte dann aber von einer Kollision zwischen Michael Schumacher und Juan Pablo Montoya im Tunnel.

Auch Konkurrent Button war Spätstarter

Jenson Button hatte seine Formel 1-Karriere in der Saison 2000 begonnen. Am 6. August 2006 schlug er zum ersten Mal zu. In einem Rennen, dass bei Regen startete und auf trockener Fahrbahn endete kam der Honda-Pilot mit den wenigsten Fehlern und der klügsten Strategie über die Runden. Es war sein 113. Einsatz. Auch für Honda war es ein historischer Tag. Der japanische Hersteller hatte 39 Jahre auf einen Sieg warten müssen. Der letzte datierte aus der Saison 1967.

Giancarlo Fisichella war am Tag seines ersten Sieges nur Zweiter. Als Gewinner stand Kimi Räikkönen ganz oben auf dem Podest von Interlagos. Zwei Tage später merkte die Rennleitung, dass ihr ein Fehler unterlaufen war. Sie hatte sich beim Abbruch mit den Runden verzählt und die falsche zur Berechnung des Klassements herangezogen. In einem verwirrenden Rennverlauf musste der GP Brasilien 2003 wegen eines schweren Unfalls von Fernando Alonso in der 56. Runde gestoppt werden. Damit war der Stand nach der 54. Runde das Endergebnis. In dieser Runde lag Fisichella mit seinem gelben Jordan in Führung. Es war sein 110. GP-Einsatz. Der Pokal wurde dem Italiener 14 Tage später in Imola nachgereicht.

Heidfeld auf dem Weg zum Rekord

Jean Alesi (91 Starts), Thierry Boutsen (95) und Mika Häkkinen (96) schafften ihren ersten Sieg noch vor der Hundertergrenze. Das andere Extrem ist Giancarlo Baghetti. Der Italiener ist bis heute der einzige Pilot, der bei seinem Debüt gewann. Wer könnte Webber in Zukunft noch gefährlich werden? Ganz oben auf der Liste steht Nick Heidfeld. Der BMW-Pilot läuft schon 159 Rennen seinem Premierensieg hinterher.

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