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Weiter Fragen zum Alonso-Crash

Verschwörungstheorien im Netz

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Barcelona - 21. Februar 2015 Foto: xpb 94 Bilder

McLaren hat am Montag (23.2.2015) Erkenntnisse der Telemetriedaten von Fernando Alonsos Unfall in Barcelona veröffentlicht. Das hält Fans, Medien und Augenzeugen nicht davon ab, an McLarens Statement zu zweifeln. Im Netz kursieren weiter wilde Verschwörungstheorien. Wir klären auf.

24.02.2015 Michael Schmidt

Da hat sich McLaren keinen Gefallen getan. Der Unfallbericht, den das Team am Montag, um 16.20 Uhr veröffentlichte, klingt zwar plausibel, doch viele Fans wollen ihn nicht glauben. Im Netz kursieren weiter wilde Verschwörungstheorien. Augenzeugen melden sich, die etwas anderes gesehen haben wollen. Andere erkennen verdächtige Details.

Die Zweifler bekamen schon wegen des langen Schweigens von McLaren Rückenwind. Das Team hat 28 Stunden gebraucht, bis es reagiert hat. Dafür gibt es keine Entschuldigung, nicht einmal die, dass eine präzise Auswertung Zeit braucht. Ein geübter Ingenieur weiß innerhalb einer Stunde, wie das Auto in der Unfallsituation im Vergleich zu einer normalen Runde reagiert hat.

Er erkennt sofort, ob die Lastzellen in den Aufhängungen einen Defekt vermuten lassen, ob ein Reifen Druck verloren hat, oder ob die Abtriebswerte aus dem Rahmen fallen. Wenn während des Rennens eine Endplatte bricht, erfährt der Pilot innerhalb von zwei Runden über Funk, wie viel Anpressdruck ihm verloren geht. Der Unfall-Datenrecorder ist ebenfalls innerhalb einer Stunde ausgelesen.

Unverletzt drei Tage im Krankenhaus

Auch das Statement, dass Alonso unverletzt sei und alle Scans normale Werte aufweisen, stimmt befremdlich. Warum liegt er dann seit drei Tagen im Krankenhaus? Alonso soll gleich nach dem Aufprall auf einfache Fragen keine Antwort gewusst haben. Zum Beispiel die nach seinem Namen. Experten sagen, das sind typische Symptome einer Gehirnerschütterung.

Auch komisch: McLarens Unfallreport spricht von Schäden am rechten vorderen Radträger und der Achse. Das mag sein. Er erwähnt aber nicht, dass beim Aufprall das rechte Hinterrad abgeknickt ist. Was auf Fotos klar erkennbar ist.

McLarens Einlassungen in Bezug auf einen Stromschlag oder eine Benebelung durch Batteriedämpfe ergeben Sinn. Alonso hat runtergeschaltet, gelenkt und gebremst. Das zeigt ein Bremsplatten vorne links und der Weg, den der McLaren nach dem ersten Kontrollverlust nahm.

Alonso muss mindestens zwei Mal gegengelenkt haben. Zuerst, um nach innen abzubiegen, dann, um den McLaren noch einmal parallel zur Straße zu bringen. Sonst kann das Auto nicht seitlich im rechten Winkel einschlagen - hier der >> YouTube-Link zur Unfall-Simulation.

Der Unfall von Pastor Maldonado beim letztjährigen GP Spanien war bis zu diesem letzten Part identisch (>> YouTube-Video-Link). Auch der Venezolaner bog nach innen ab, nachdem er außen den Kunstrasen getroffen hatte. Allerdings rutschte das Auto dann schräg mit dem rechten Vorderrad zuerst in die Mauer und knickte dort ab.

Alonso war definitiv erst nach dem ersten der zwei Einschläge bewusstlos. Die Verzögerung von 54 Millisekunden über 15 g hat ihn kurzfristig k.o. geschlagen. Dafür sprechen auch die 15 Sekunden, die der McLaren dann noch an der Streckenbegrenzung entlang geschrammt ist. Offenbar zeigte der Fahrer dann keine Reaktion mehr, hat weder gebremst noch Gas gegeben.

Warum gibt es keinen Film vom Alonso-Unfall?

Nach Ansicht von McLaren wurde Alonso beim Einlenken in die über 200 km/h schnelle Curva Renault seitlich von einer starken Windböe erfasst und nach außen auf den Kunstrasen gedrückt. Der Verlust an Traktion habe das Auto kurz instabil gemacht. Als das linke Hinterrad wieder Haftung auf dem Asphalt vorfand, änderte der McLaren seine Richtung.

Das war der Moment, an dem der nachfolgende Sebastian Vettel den Kollegen ins Blickfeld bekam. Für den Ferrari-Piloten sah die Irrfahrt von Alonso nach innen gar nicht mehr wie ein richtiger Unfall aus, weil das Auto bereits Tempo verloren hatte.

Vettel bestätigte, dass an diesem Vormittag der Wind in Kurve 3 ein Problem war. "Weil er nicht immer gleichmäßig blies." Ein spanischer Fotograf, der an der Unfallstelle stand, sagte einheimischen Medien, dass der Wind gar nicht so stark gewesen sei. Vettel sei ja schließlich ohne Probleme fast gleichzeitig durch die Kurve gefahren.

Wegen der anfänglichen Verdunkelungspolitik von McLaren wird im Netz weiter eifrig über Alonsos Unfall diskutiert. Augenzeugen bestreiten, dass Alonso außen den Kunstrasen berührt habe. Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur.

Einer will unter der TV-Kamera auf der Airbox einen schwarzen Fleck auf der Verkleidung erkannt haben und bringt das mit der Strom-Theorie in Zusammenhang. Es kann sich dabei aber auch nur um einen Schatten gehandelt haben. Auch der Bruch des Frontflügels oder der linken Hinterradaufhängung wollen in den Spekulationen nicht verschwinden. McLaren hat sie alle ziemlich glaubhaft dementiert.

Im Netz kursieren zudem ein Foto aus dem Kontrollzentrum der Rennleitung. Von den 40 Monitoren zeigen gleich 3 die Unfall-Kurve (T3) aus unterschiedlichen Perspektiven (>> Link zum Foto). Demnach müsse es Filmaufnahmen vom Unfall geben. Das wirft die Frage auf: Gibt es doch einen Film, und falls ja, warum wird er zurückgehalten?

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