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Vettel oder Hamilton: Welche Strategie ist besser?

Reifenpoker macht Rennen zum Knüller

Sebastian Vettel - Fernando Alonso - Red Bull - Formel 1 - GP China - 13. April 2013 Foto: xpb 62 Bilder

Die Fans dürfen sich freuen. Dieser Grand Prix von China könnte ein Knüller werden. Die ersten sieben Fahrer in der Startaufstellung werden mit weichen Reifen antreten. Doch die müssen wahrscheinlich schon nach fünf Runden an die Box. Jenson Button, Sebastian Vettel und der Rest fahren mit harten Reifen los. Ist das der große Taktikcoup?

13.04.2013 Michael Schmidt

Mercedes-Teamchef Ross Brawn prophezeit ein Super-Rennen. "Es wird kompliziert, und der Ausgang ist praktisch nicht vorhersehbar. Wir haben keine Ahnung, wohin uns dieses Rennen führen wird. Es gibt zwar vom Freitag Erfahrungswerte mit den Reifen, doch da sich die Strecke ständig ändert, können wir auch nicht sagen, wie sich die Reifen entwickeln werden." Jenson Button sagt ebenfalls die große Konfusion voraus. "Der Start ist erst um 15 Uhr. Dadurch wird es kühler als an den Trainingstagen. Mit viel Benzin an Bord werden die Reifen schlimmer körnen als bei den Rennsimulationen." Soll heißen: alles ist möglich.

Was ist besser: Plan A oder Plan B?

Normalerweise kristallisieren sich die Strategien der einzelnen Fahrer erst während des Rennens heraus. Diesmal lassen sich bereits vor dem Start zwei Marschrouten erkennen. Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen, Fernando Alonso, Nico Rosberg, Felipe Massa, Romain Grosjean und Daniel Ricciardo fahren mit Plan A. Sie müssen auf weichen Reifen in den GP China gehen.

In den freien Trainingssitzungen erwies sich der weiche Gummi als zu weich. "Mehr als fünf Runden sind da nicht drin", glaubt Sebastian Vettel. Der Weltmeister beginnt sein Rennen wie Jenson Button und der Großteil der Fahrer hinter ihm mit Plan B. Vettel hat zwar die Möglichkeit der Wahl, aber er wird auf der Gummimischung "medium" ins Rennen gehen. Die halten gut 20 Runden. Teamkollege Mark Webber prophezeit: "Nach fünf Runden liegt Seb in Führung." Für Vettel machte der Verzicht auf ein paar Startplätze durchaus Sinn. "Wir hätten gegen die Mercedes und Ferrari auf den weichen Reifen keine Chance gehabt."

Hamilton vertraut Strategen

Doch was ist der bessere Plan? Der Traningsschnellste Hamilton vertraut seinen Strategen: "Wir hätten es nicht so gemacht, wenn wir der Meinung gewesen wären, die andere Strategie wäre besser. Irgendwann musst du diesen weichen Reifen mal fahren. Nach unseren Erfahrungen spielt es keine Rolle, wann du das tust. Er geht mit viel oder wenig Sprit schnell in die Knie."

Kimi Räikkönen geht zwar wie Hamilton auch mit weichen Reifen in die 56-Runden-Schlacht, aber der Finne glaubt, dass er sie länger als nur fünf Runden am Leben halten kann. Plant er vielleicht sogar mit einem Zweistopp-Rennen? "Das wäre sehr mutig", zweifelt Vettel. "Dazu müsste Kimi sehr lange auf den weichen Reifen durchhalten." Da darf sich der WM-Spirtzenreiter nicht so sicher sein. Räikkönen kam sowohl in Melbourne als auch in Sepang mit einem Stopp weniger als die Konkurrenz über die Distanz.

Alonso fürchtet nur Lotus

Fernando Alonso macht ein zufriedenes Gesicht. Er glaubt, dass Ferrari richtig taktiert hat. "Unsere Dauerläufe haben mit beiden Reifentypen ganz gut funktioniert. Das Rennen wird nicht einfach zu lesen sein, weil unterschiedliche Fahrer in unterschiedlichen Phasen stark sein werden." Teamkollege Felipe Massa bestätigt: "Mir hätte ein Start mit harten Reifen nicht viel gebracht, weil wir auf den weichen Dingern ganz gut zurecht kommen. Unser Speed in den freien Trainingssitzungen ließ uns glauben, dass wir um die Pole Position kämpfen können. Es ist nicht so gekommen, weil sich die anderen in der Qualifikation mehr steigern konnten als wir."

Während Vettel die Mercedes in die Favoritenrolle hebt, fürchtet Alonso mehr Melbourne-Sieger Räikkönen: "Die Lotus sind vom Reifenverschleiß so gut wie wir. Der Mercedes nimmt in der Regel die Reifen härter ran."

Button sieht Außenseiterchance

McLaren folgte der Red Bull-Linie. Jenson Button glaubt, dass er die richtige Wahl getroffen hat. "Um die Pole Position hätten wir nicht fahren können. Jetzt stehen wir sogar vor Vettel in der Startaufstellung. Es liegt an uns, das beste aus dem ersten Stint zu machen, um danns flexibel entscheiden zu können, an welcher Stelle im Rennen wir mit den weichen Reifen fahren."

Die Gefahr, dass Button, Vettel und Co den Vorteil ihrer harten Reifen im Verkehr verspielen, sieht der McLaren-Pilot differenziert: "Das kann stimmen. Aber die Leute, die auf weichen Reifen starten, werden nach ihrem ersten Boxenstopp in den Verkehr fallen, und dann noch größere Probleme bekommen als wir am Anfang." Ross Brawn sieht ein ganz anderes Risiko für Vettel und Button: "Wenn du von so weit hinten startest, wirst du leichter in Kollisionen verwickelt."
 

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