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Welchen Reifen baut Pirelli?

"Können es nicht allen Recht machen"

Sergio Perez McLaren GP Spanien 2013 Burnout Foto: Pirelli 24 Bilder

Pirelli steckt in der Zwickmühle. So einfach wie geplant kann der Reifenhersteller die Formel 1-Gummis für den GP Kanada nicht umbauen. Die Regeln erlauben Änderungen nur bei Sicherheitsrisiken. Ferrari und Lotus pochen auf diesem Passus.

21.05.2013 Michael Schmidt

Pirelli muss jetzt an Pirelli denken. Sagte Reifenchef Paul Hembery. Will heißen: Pirelli will nicht mehr länger den Kopf hinhalten für die Kritik, die von Red Bull und in Teilen auch von Mercedes geschickt lanciert und vom Publikum dankbar aufgegriffen wurde.

Daraufhin beschloss der italienische Reifenhersteller 2 Tage nach dem GP Spanien, dass ab Montreal zu den 2012er Karkassen zurückgekehrt wird, um das Problem der Überhitzung des Gummis durch die darunterliegenden Metallstrukturen aus der Welt zu schaffen. An den Mischungen wollte Pirelli nichts verändern.

Reifen-Änderung nur mit Zustimmung aller Teams

Doch so einfach geht das nicht. Gemäß Artikel 12,6.3. des Technischen Reglements müssen die Reifenspezifikationen spätestens bis zum 1. September des Vorjahres von der FIA abgesegnet werden. Weitere Änderungen sind nur mit Zustimmung aller Teams möglich. Ferrari, Lotus und Force India haben gegen die von Pirelli angekündigten Modifikationen Widerstand angekündigt.

Paul Hembery seufzt: "Wir wissen, dass wir es nicht allen Recht machen können." Der Wunsch von Pirelli und einigen Teams, die Abnutzung der Reifen und damit die Zahl der Boxenstopps zu reduzieren ist kein ausreichender Grund, die Reifen grundlegend zu verändern. Das ginge nur bei einem Sicherheitsproblem. Pirelli beruft sich dabei auf fünf delaminierte Hinterreifen in dieser Saison.

Delaminierung kein Sicherheitsproblem

Tatsächlich liegt dabei kein Sicherheitsproblem vor, auch wenn das Red Bull-Offizielle so darstellen. Trotz der Ablösung der Lauffläche blieb in allen fünf Fällen die Luft im Reifen. Die Fahrer konnten ihre Autos entweder sicher am Streckenrand parken oder in die Boxen zurückbringen.

Der Reifenschaden an Paul di Restas Force India im Training war der beste Beweis gegen Sicherheitsbedenken. Bei dem Schotten löste sich die Gummischicht links hinten im dümmsten Moment. Am Ausgang der 220 km/h schnellen Zielkurve. Trotzdem hatte di Resta keine Mühe, seinen Force India unter Kontrolle zu halten. Paul Hembery sagte hinterher. "Der Reifen war auch nach dem Schaden noch mit 17 PSI aufgepumpt. Es sah halt nur dumm aus."

Vorderachse muss tiefer liegen

Inzwischen beginnt Pirelli bereits wieder langsam zurückzurudern. Man spricht nur noch von einem kleineren Eingriff, vergleichbar mit der Korrektur der harten Mischung vor dem GP Spanien. Einige Teams wird das ärgern, andere werden froh sein.

Ferrari hat in einer Kolumne auf der Firmen-Webseite bereits durchblicken lassen, was man von der Lobbyarbeit von Red Bull und Mercedes hält. Man erinnerte beide Konkurrenten daran, dass es schon früher Sieger mit 4 Boxenstopps gab.

Würde Pirelli tatsächlich zu den alten Konstruktionen zurückkehren, könnte sich die Hackordnung im Feld ändern. Nicht so sehr wegen der anderen Form der 2012er Reifen. Marussias Technikdirektor Pat Symonds behauptet: "Von der Aerodynamik her sehe ich nur geringe Probleme."

Das Urgestein der Formel 1 warnt aber vor den Auswirkungen auf die Fahrzeugabstimmung. Die alten Reifenkonstruktionen haben sich unter Belastung wesentlich weniger verformt. "Wir müssten dann an der Vorderachse tiefer fahren, um das auszugleichen." Das könnte den Autos entgegenkommen, die von Haus aus stark nach vorne angestellt sind. Also Red Bull und Mercedes.

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