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Welches Spiel spielt Fernando Alonso?

Einer zu viel an Bord bei Ferrari

Vettel & Alonso - Formel 1 - GP Russland - Sochi - 9. Oktober 2014 Foto: xpb 94 Bilder

Fernando Alonsos Zukunft bleibt ein Rätsel. McLaren-Honda, Williams-Mercedes, Lotus-Mercedes oder doch ein Jahr Pause? In Sotschi dementierte Alonso sogar seinen Abschied von Ferrari. Und genau das wird jetzt zur Pokerpartie. Solange Alonso nicht offiziell geht, kann Ferrari Sebastian Vettel offiziell nicht bestätigen.

22.10.2014 Michael Schmidt

Fernando Alonso hat einen Plan. Sagt er. Wie der genau aussieht, weiß nur er selbst. Sicher ist, dass er von Ferrari weg wollte um den schnellen Erfolg zu suchen. Den kann ihm im Augenblick nur Mercedes garantieren. Doch Mercedes ist dicht. Lewis Hamilton hat für 2015 einen Vertrag. Und Mercedes will mit dem Engländer verlängern. Doch die Verhandlungen können sich bis nach Saisonende hinziehen.

Alle anderen Optionen sind für Alonso nur zweite Wahl. Weil jede von ihnen ein Langzeitprojekt ist. Da hätte er gleich bei Ferrari bleiben können. McLaren-Honda stellt für den 32fachen GP-Sieger ein großes Risiko dar. Ein Wechsel dorthin macht eigentlich nur Sinn, wenn er notfalls nach einem Jahr wieder frei kommt. Der Spanier schaut deshalb mehr auf das Jahr 2016. Mit der kleinen Hoffnung, dass bei Mercedes doch noch ein Platz frei wird. Oder, dass er sich mit Williams einigen kann.

Alonso streut Nebelkerzen

Wenn Alonso einen Vertrag für 2016 festzurren kann, kommt für ihn ein Jahr Pause in Frage. Wenn nicht, muss er 2015 fahren, um im Geschäft zu bleiben. Die mögliche Auszeit wird jetzt zum Problem für Ferrari. Und auch ein bisschen für Sebastian Vettel. Alonso wird versuchen, sich dieses Pausenjahr von seinem bisherigen Arbeitgeber bezahlen zu lassen. Doch wenn er selbst gekündigt hat, gibt es auch kein Geld.

Die Frage ist jetzt: Hat Alonso wirklich bei Ferrari abgesagt? Was ist das Papier wert, das er da unterschrieben haben soll? War er es selbst oder einer aus seinem Management? Als Alonso in Sotschi auf seine Trennung von Ferrari angesprochen wurde, goss er weiteres Öl ins Feuer: "Habe ich das erzählt? Oder Ferrari? Es ist nur ein weiteres Gerücht.“ Ganz offenbar drückt er sich um eine klare Aussage zum dem Thema.

Abfindung für ein Pausenjahr

Der Spanier gab sich stattdessen alle Mühe, den Teamplayer zu spielen: "Ich werde das Beste für mich und die Zukunft von Ferrari tun. Meine Entscheidung innerhalb und außerhalb der Strecke zielte immer darauf hin, diesem fantastischen Team zu helfen. Ich bin immer noch happy, mit dem was ich habe.“ Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen, um zu erahnen, welche Strategie Alonso verfolgt. Er will Ferrari keine Angriffsfläche bieten, ihn rauszuwerfen. Warum? Um eine Abfindung auszuhandeln? Oder die Meinung zu ändern und vielleicht doch weiterzufahren?

Die Verpflichtung von Sebastian Vettel übt auf den zweifachen Weltmeister möglicherweise einen besonderen Reiz aus. Nachdem er in diesem Jahr Kimi Räikkönen klar geschlagen hat, könnte Alonso den vierfachen Weltmeister als nächste Motivationsspritze betrachten. Nach dem Motto: Wenn ich schon nicht Weltmeister werde, poliere ich wenigstens meinen Heiligenschein. Der Weg zurück ist allerdings eher unwahrscheinlich. Ein Insider: "Da ist zu viel Porzellan zwischen Fahrer und Team zerbrochen.“ Die Frage ist auch: Lässt Vettels Vertrag ein Team Vettel-Alonso überhaupt zu?

Muss Vettel auf Alonso warten?

Der frühere Präsident Luca di Montezemolo hatte zwar kürzlich bestätigt, dass Alonso gehen werde, weil er eine neue Herausforderung suche, und weil er in einem Alter sei, in dem er nicht mehr zu lange auf den Erfolg warten wolle. Das ist aber keine formale Kündigung, sondern nur eine persönliche Einschätzung.

Doch wenn man Alonso nicht so einfach loswerden kann, hätte Ferrari für 2015 einen Fahrer zu viel an Bord. Räikkönen hat einen Vertrag für das nächste Jahr. Das würde auch erklären, warum Ferrari den Vettel-Transfer offiziell nicht bestätigt. Weil man sich zuerst juristisch einwandfrei von Alonso trennen muss. Und das kann dauern. Alonso sagte in Sotschi auch: "Ich bin nicht in Eile.“ Ihm läuft jetzt nichts mehr davon. Er wird auf jeden Fall eine endgültige Absage von Mercedes für 2016 abwarten. Und er wird prüfen, ob bei Williams eine Stelle frei wird. Zudem er wird versuchen, sich bei McLaren-Honda eine Ausstiegsklausel auszuhandeln, sollte das Projekt keine Erfolgsaussichten zeigen.

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