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Weniger Strafen, mehr Rennsport

FIA-Schiedsrichter weniger streng

Fernando Alonso - GP Österreich 2014 Foto: xpb

Seit dem GP Österreich gehen die Sportkommissare relaxter mit Zweikämpfen auf der Strecke um. Nicht mehr jedes harte Manöver wird bestraft. Im Fall des GP England hat sich die neue Lockerheit bewährt. Fernando Alonso und Sebastian Vettel durften am Limit kämpfen, ohne dass die gelbe Karte gezeigt wurde.

11.07.2014 Michael Schmidt

Teams und Rennleitung haben die Kritik der Fans ernst genommen. Die hatten sich darüber beschwert, dass die Sportkommissare in den letzten Jahren zu viel in das Geschehen eingegriffen haben. Die Folge war eine Flut von Strafen. Das bremste die Fahrer in ihrem Tatendrang.

Seit dem GP Österreich lautet die neue Ansage: Strafen gibt es nur noch bei schwerwiegenden Unfällen und bei eindeutig geklärter Schuldfrage. Anfangs trauten die Fahrer dem Frieden noch nicht. Tenor: "Gute Absicht, aber sie muss auch durchgesetzt werden.“ Fernando Alonso merkte an: "Es wäre wichtiger, dass Strafen nicht Stunden nach dem Rennen ausgesprochen werden. Das Ergebnis muss das Ergebnis sein.“

Vettel und Alonso Nutznießer der neuen Lockerheit

Jetzt war der Spanier ein Nutznießer der neuen Lockerheit. Auch Sebastian Vettel kam ungeschoren davon. Viele glauben: Hätte sich das Duell der beiden Weltmeister vor drei oder vier Rennen abgespielt, wäre zumindest einer von ihnen dafür bestraft worden, dass sie zum Angriff oder zur Verteidigung mit allen vier Rädern die Strecke verlassen hatten.

So blieb es bei Ermahnungen durch FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Der schickte an Ferrari und Red Bull mehrere Mitteilungen, ihren Fahrern mitzuteilen, sie sollten doch bitte die Streckenbegrenzungen respektieren. Interessant ist, dass Ferrari und Red Bull die Füße still hielten. Auch die Teams sind angehalten, sich nicht über jede Lappalie bei der Rennleitung zu beschweren. Das haben dafür die Fahrer am Funk gemacht.

Mansell zückte nur eine gelbe Karte

Experten glauben allerdings auch, dass der Chef-Steward und der Fahrervertreter unter den Sportkommissaren einen Einfluss darauf haben, wie schnell Strafzettel verteilt werden. Nigel Mansell erinnerte sich offenbar an seine eigenen Zweikämpfe auf der Rennstrecke und ließ seine Nachfolger gewähren.

Auch Jean-Eric Vergne und Sergio Perez kamen für ihre Kollision gleich nach dem Start ungeschoren davon. Offizielle Begründung der Sportkommissare: "Wir kamen nach dem Studium der Video-Aufnahmen zu dem Schluss, dass man keinem der beiden Fahrer voll oder hauptsächlich die Schuld für den Zwischenfall geben kann.“

Nur Esteban Gutierrez musste daran glauben. Der Mexikaner hatte den Lotus von Pastor Maldonado in der Vale-Kurve ausgehebelt. Hier war der Sündenbock klar ersichtlich. Gutierrez quetschte sich in die Lücke, obwohl Maldonado noch eine halbe Wagenlänge Vorsprung hatte.

Strafpunkte-Katalog kein Schreckgespenst mehr

Der Mexikaner muss beim GP Deutschland drei Startplätze zurück. Aber er bekommt keine Punkte. Das ist eine neue Erfahrung für die Teammanager. Ursprünglich war jeder Strafe eine Punktzahl für die Sünderkartei zugeordnet. Gutierrez hätte demnach wenigstens einen Punkt bekommen müssen. Bei 12 Punkten innerhalb eines Jahres drohte ein Rennen Sperre.

Die Fahrer können dem gelassen entgegensehen. Bislang sind nur 5 der 22 Fahrer mit Punkten belastet. Pastor Maldonado (3+1) und Jules Bianchi (2+2) sind mit je 4 Punkten die Spitzenreiter. Dann folgen mit je 2 Punkten Valtteri Bottas, Adrian Sutil und Kevin Magnussen.

Fahrer und Teams müssen auch nicht mehr so oft den Geldbeutel zücken wie früher. Insgesamt nahm die FIA bei den Fahrern für das Überschreiten des Tempolimits in der Boxengasse 9.800 Euro ein. Deutlich weniger als zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Bei den Teams wurde bislang nur ToroRosso zur Kasse gebeten. Red Bulls B-Team musste 30.000 Euro für ein loses Rad in Barcelona zahlen. Weitere 10.000 Euro wurden wegen der Benutzung der falschen Reifen zur Bewährung ausgesprochen.

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