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Wer ersetzt Webber bei Red Bull?

Räikkönen hält sich alle Optionen offen

Kimi Räikkönen Formel 1 GP England 2013 Foto: xpb 93 Bilder

Mark Webber verlässt die Formel 1 und Red Bull. Der Australier fährt 2014 für Porsche die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Damit wird das begehrteste Cockpit der Formel 1 frei. Es wird sich zwischen Kimi Räikkönen und einem der Red Bull-Junioren entscheiden. Räikkönen schließt einen Wechsel zu Red Bull nicht aus: "Ich habe mehrere Optionen."

27.06.2013 Michael Schmidt

Mark Webber weiß es schon lange, aber er hat es erst drei Tage vor dem GP England bekannt gemacht. Dem Rennen, das er 2010 und 2012 gewonnen hat. "Das Timing war perfekt für mich. Es ist Zeit, ein neues Kapitel in meiner Karriere aufzuschlagen. Porsche ist eines der berühmtesten Rennteams der Welt. Ich bin froh um diese Herausforderung. Und ich kann die Formel 1 zu einem Zeitpunkt verlassen, in der ich noch respektable Leistungen bringe."

Tatsache ist, dass Sebastian Vettel seinem Teamkollegen in diesem Jahr die Grenzen aufgezeigt. Im Trainingsduell steht es 7:0 für Vettel, nach Punkten 132:69. Der aktuelle Red Bull RB9 passt wie der Vorgänger von 2011 nicht zum Fahrstil des Australiers. Und da war dann noch der Stallkrieg von Malaysia, der Webber klar zeigte, wer der Chefpilot im Team ist. Dazu gibt es Strömungen im Team, die für einen Wechsel plädierten. Dazu gehört auch Teamberater Helmut Marko. Webber spürte, dass seine Zeit abgelaufen ist.

Webber flirtet seit einem halben Jahr mit Porsche

Die Sportwagen-Szene ist Webber nicht fremd. 1999 fuhr er im Mercedes-Werksteam und überlebte in Le Mans zwei fürchterliche Unfälle, bei denen das Auto abhob wie ein Flugzeug. Der neunfache GP-Sieger gibt zu bedenken: "Motorsport ist gefährlich. Es waren damals andere Regeln, andere Autos. Das Risiko abzuheben war seinerzeit größer." Webber trug den Plan, die Rennserie zu wechseln bereits seit einem halben Jahr mit sich herum. "Ich habe unseren Boss Dietrich Mateschitz immer in meine Überlegungen eingeweiht." Bei Red Bull soll Webber fünf Millionen Euro plus Prämien kassiert haben. Bei Porsche wird ihm das doppelte Gehalt als Fixum angedichtet.

Rückkehr mit Porsche in die Formel 1 ab 2016?

Webber unterschrieb mit Porsche einen mehrjährigen Vertrag. Also mindestens drei Jahre. Da könnte er 2016 mit Porsche wieder in die Formel 1 zurückkehren. Seit längerer Zeit gehen Gerüchte um, dass Porsche in Le Mans nur für ein Formel 1-Engagement übt. Den Kampf um seine Nachfolge wird Webber "mit Interesse" verfolgen. Im Augenblick wird vor allem ein Name gehandelt. Kimi Räikkönen. Der Finne ist der einzige außerhalb des Red Bull-Pools, der für den Sitz neben Sebastian Vettel in Frage kommt.

Teamberater Helmut Marko wird für seine Junioren Jean-Eric Vergne, Daniel Ricciardo oder sogar Felix da Costa kämpfen. Das Juniorprogramm wäre ad absurdum geführt, müsste Red Bull einen Fahrer von außen einkaufen. Doch Kimi Räikkönen passt vom Typ her perfekt in die Red Bull-Welt. Er ist cool, entspannt, ein Idol der jungen Generation. Und er will nicht ausschließen, dass er in Zukunft für Red Bull fährt. "Ich habe mehrere Optionen, und es wird eine sehr schwere Entscheidung für mich. Die Zeit dafür ist noch nicht reif."

Räikkönen verlangt gewisse Freiheiten von seinem Team

Doch passt Red Bull auch zu dem 33-jährige Finnen? Der Rennstall ist längst nicht mehr das, was er einmal sein wollte. Die Lockerheit der ersten Jahre ist strikten Verhaltensregeln gewichen, wie sie früher nur bei den Rennställen der Hersteller zu sehen waren. Die Tage, in denen Sebastian Vettel und Mark Webber öffentlich noch sagen durften, was sie wollten, sind längst vorbei. Der Erfolg hat das Team verändert. Dazu werden die Fahrer mehr als üblich in Werbeaktionen für den Rennstall und deren Sponsoren eingespannt.

Räikkönen machte in Silverstone deutlich, dass er seine Entscheidung nicht nur von der Qualität der Autos abhängig macht: "Das Auto muss gut sein, aber auch die Umgebung. Ich erwarte gewisse Freiheiten von meinem Team. Sie mögen von außen nicht wichtig erscheinen, aber für mich sind sie es. Ich muss mich wohl fühlen. Und Lotus ist ein Team, in dem ich mich wohl fühle."

Räikkönen: "Stehe vor einer schweren Entscheidung"

Die große Regelreform 2014 macht es ohnehin schwer, die richtige Wahl zu treffen. "Es ist zehn Mal schwerer als sonst zu beurteilen, wer 2014 gut sein wird und wer nicht", stöhnt Räikkönen. "Die Chance falsch zu liegen war nie größer." Einen Trost gibt es: "Wenigstens haben Lotus und Red Bull im nächsten Jahr den gleichen Motor."

Man sollte Lotus also bei der Frage nach Kimis neuer Adresse nicht abschreiben. Räikkönen streut seinem aktuellen Team Rosen: "Lotus war perfekt für mich. Ohne sie wäre ich heute nicht in der Formel 1. Die letzten beiden Rennen geben den falschen Eindruck von uns. Wir wurden unter Wert geschlagen, und wir kennen die Gründe."

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