Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Wer hat die größten Kühlprobleme?

Ferrari verliert am wenigsten

Mercedes - GP Malaysia 2015 - Kühlung Foto: xpb 28 Bilder

Der GP Malaysia ist der große Hitzetest für die Formel 1-Konstrukteure. Bei keinem anderen Rennen wird die Verkleidung so stark geöffnet wie beim heißesten Rennen des Jahres. Jedes zusätzliche Loch kostet Abtrieb. Ferrari verlor am wenigsten.

06.04.2015 Michael Schmidt

Für Aerodynamiker ist der GP Malaysia ein Graus. Sie würden am liebsten an der Nullgrad-Grenze fahren. Dann bliebe die Verkleidung so weit wie möglich geschlossen. In den Saunatemperaturen von Sepang schwitzen nicht nur die Menschen. Auch den empfindlichen Antriebseinheiten und Elektronikboxen wird es unter der Verkleidung zu heiß.

Also muss geöffnet werden. Der eine mehr, der andere weniger. Das hängt vom Kühlkonzept ab. Und davon, wie eng die Karosserie den Heckbereich umschließt. Die Extremisten wie Red Bull, Mercedes oder McLaren haben mehr Probleme als andere, die unter der Verkleidung mehr Großzügigkeit walten lassen.

Jede Öffnung kostet Anpressdruck. Wobei die Kiemen am Cockpitrand weniger wehtun wie zusätzliche Öffnungen im Heck. Die Top-Teams haben bis zum fünf unterschiedliche Kühlpakete im Angebot. Jeder Schritt kostet eineinhalb Zehntel in der Rundenzeit.

Mercedes öffnet zur Kühlung die Seitenteile im Heck

Ferrari verlor in der Hitzeschlacht von Malaysia ganz offenbar weniger Abtrieb als die Konkurrenz. Am Ferrari waren nur jeweils drei Kiemen rechts und links vom Cockpit zu erkennen. Es gab sie aber in Melbourne auch schon. Nur bei den Testfahrten fuhr Ferrari in dem Bereich komplett geschlossen.

Der aerodynamische Nachteil auf die Mercedes schrumpfte. Man sah es in den freien Trainingssitzungen. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen fehlten nur noch 0,373 Sekunden.

Im Gegensatz zu Mercedes sind am Ferrari SF15-T die Kiemen in den horizontalen Bereich der Seitenkästen geschnitzt. Sie sind in die Kevlarhaut eigelassen. Von der Seite unsichtbar. Bei Mercedes waren in Malaysia sechs Kiemen zu erkennen, die im Übergang zur Cockpitkante angebracht sind und deshalb auch mehr in der Strömung stehen.

Mercedes musste im Heck am Ende der Seitenkästen einen zusätzlichen ringförmigen Schlitz in die Verkleidung schnitzen. Davon ist direkt der Diffusor betroffen. Vor dem Cockpit war eine zusätzliche Öffnung zu erkennen. Sie diente entweder dem Komfort der Fahrer oder zum Kühlen einer Steuereinheit, die in diesem Bereich untergebracht sein könnte.

Bei Williams wurden gleich 15 Kiemen angebracht, um die heiße Luft früh abzuleiten. Zehn neben dem Cockpit, fünf an der Airbox. Im Heck blieb alles gleich. "Unser Auto ist gegen Hitze wenig empfindlich", urteilte Chefingenieur Rob Smedley. Red Bull erhöhte die Anzahl der Kiemen neben dem Cockpit auf sechs. Wie bei Ferrari im flachen Bereich der Seitenteile. Allerdings sind die Auslassschächte ziemlich steil angelegt. Zusätzlich wurden die Öffnungen rund um die hinteren Aufhängungselemente leicht vergrößert.

Toro Rosso, Lotus und Force India ohne Kiemen

Toro Rosso, Lotus und Force India verzichteten völlig auf Kiemen. Beim Force India VJM08 verständlich. Die Verkleidung lässt den Komponenten darunter viel Luft. Nur auf dem Rücken der Airbox war wie schon in Melbourne ein kleines zusätzliches Loch.

"Wir waren mit unserem Kühlkonzept extrem konservativ. So heiß kann es gar nicht werden, dass wir groß aufmachen müssten", erklärt Technikchef Andy Green. Trotzdem profitierten Nico Hülkenberg und Sergio Perez kaum von den Nöten der anderen Teams. Auf Lotus und Sauber fehlte im Q2 eine halbe Sekunde.

Bei Toro Rosso blieb die Verkleidung rund um das Cockpit zu. Erstaunlich bei den hautengen Seitenkästen. Red Bulls B-Team öffnete dafür die Verkleidung rund um die Hinterachse etwas mehr als sonst. Bei Sauber ziert eine ganze Batterie von Kühlöffnungen den Cockpitrand. Vorne 9 kleine, dahinter 17 große. Das war schon in Melbourne so. Ist offenbar eine Standardversion.

McLaren hat eine eigenwillige Lösung. Die Kiemen sind auf beiden Seiten unterschiedlich aufgefächert. Die Seitenkästen hatten im Vergleich zu den Testfahrten außerdem zwei zusätzliche Beulen im Heckbereich. Die Taille erschien im Heck etwas breiter als bei den Auftritten zuvor. Und Manor? Dem langsamsten Auto im Feld reichten sechs Kiemen auf den Seitenkästen. Das Auto ist dafür im Heck offen wie ein Scheunentor.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden