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Werks-Vorteil für Red Bull?

Lotus will Renault-Gleichbehandlung

Lotus F1-Motor 2014 Foto: ams 18 Bilder

Lotus hat herausgefunden, dass Red Bull als inoffizielles Werksteam von Renault besseres Material bekommt. Das soll sich ab dem GP Spanien ändern. Der schlechte Saisonstart lag aber auch an den mangelnden Testkilometern. Schon ab China soll es aufwärtsgehen.

19.04.2014 Michael Schmidt

Lotus hat nach drei Rennen immer noch keinen WM-Punkt auf dem Konto. Der WM-Vierte des Vorjahres hatte sich diese Saison ganz anders vorgestellt. Das ungewöhnliche Auto mit den unterschiedlich langen Stoßzähnen produziert Windkanaldaten, die so gut sind, dass man sich in Enstone berechtigte Hoffnung auf Siege gemacht hat.

Dass der Windkanal verlässliche Werte ausspuckt, zeigte sich in Shanghai. Der prognostizierte Fortschritt durch den neuen Unterboden und den neuen Frontflügel trat auch in Realität ein. Einsatzleiter Alan Permane: "Wir haben uns stabileren Abtrieb versprochen, und wir haben ihn bekommen." Das Resultat: Platz 9 am ersten Trainingstag. Zum ersten Mal in dieser Saison zeigte der Lotus E22 seine Qualitäten.

Renault nur halb so viel Budget wie Mercedes

Teambesitzer Gerard Lopez macht den schleppenden Beginn dieser Saison an zwei Dingen fest. "Wir sind zu wenig Kilometer gefahren und hinken deshalb beim Setup des Autos hinterher. Und wir bezahlen für Mängel bei der Antriebseinheit." Der Kampf gegen Mercedes ist nahezu aussichtslos. Aufgrund konzeptioneller Mängel wird Renault bis zum Saisonende auf einem Defizit von 40 PS im Vergleich zu Mercedes hängenbleiben.

Das hat viele Gründe, unter anderem den, dass Renault maximal 50 Prozent so viel Geld in die Entwicklung des Motors gesteckt hat wie der Konkurrent aus Brixworth. Der Rückstand und das Nachbessern bringt aber weitere Probleme mit sich. Es gibt nicht genügend Teile der jeweils letzten Spezifikation.
 
Renault hinkt mit der Teileproduktion hinterher. Red Bull bekommt als inoffizielles Werksteam den besten Service. Juniorpartner Toro Rosso profitiert von der Vorzugsbehandlung dadurch, dass hin und wieder eines der besseren Triebwerke nach Faenza geht.

Renault-Motoren mit 30 PS weniger für Lotus

Lotus schöpfte nach dem enttäuschenden Ergebnis in Bahrain Verdacht. Bei einem Prüfstandsvergleich stellte sich heraus, dass man bei der Motorleistung deutlich hinter den Exemplaren für Red Bull und teilweise auch Toro Rosso herhinkt. Es soll sich um eine Differenz von 30 PS handeln. Außerdem werden bei Lotus und Caterham offenbar öfter Ladenhüter eingesetzt. Deshalb konnte Lotus bei den Testfahrten in Bahrain nur 30 Runden abspulen.

Bei einem Motor war der Antrieb des Elektromotors am Ende seiner Lebenszeit angelangt. Beim anderen wurde ein Motorblock verwendet, der bereits einmal ein Feuer überstanden hatte. Lotus schlägt jetzt Alarm und fordert von Renault Gleichberechtigung mit Red Bull. Das Weltmeisterteam wiederum wird seine Sonderbehandlung damit begründen, dass Hauptsponsor Infiniti mehr Geld in die Motorentwicklung pumpt als die anderen Kunden. Trotzdem soll ab dem GP Spanien Gleichstand herrschen.

Lotus ein Kandidat für die Top Ten

Erste Auswirkungen sind bereits beim GP China zu sehen. Lotus ist plötzlich ein Kandidat für die Top Ten. Permane lobt die verbesserte Fahrbarkeit der Motoren, aber auch die Lektionen aus den vorangegangenen Rennen. "Wir verstehen einfach unser Auto besser und sind deshalb auf einem höheren Niveau in das erste Training eingestiegen."

"Jetzt sind wir dort, wo wir zu Saisonbeginn sein wollten. Wir beginnen mit dem Setup des Autos. Zum ersten Mal haben wir mit den vorderen Stabis, mit dem Radsturz und der Vorspur herumgespielt. Plötzlich war die Rundenzeit da. Jetzt bestätigen sich auch unsere Windkanaldaten. Wir sehen an den Zwischenzeiten, wie schnell unser Auto in den Kurven ist. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir das abliefern können, was wir uns von dem Auto erwarten."

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