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Whiting zu Mexiko-Vorfällen

Verstappen für Strafe für Abkürzen

Charlie Whiting & Sebastian Vettel - GP Brasilien 2016 Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Der GP Mexiko hatte die Gemüter erhitzt. Gut 2 Wochen später stand FIA-Rennleiter Charlie Whiting in Sao Paulo Rede und Antwort. Die FIA will in Zukunft noch mehr Hürden aufstellen, um Abkürzen zu verhindern. Und die Fahrer wollen helfen.

10.11.2016 Andreas Haupt 4 Kommentare

Es war die prominenteste Pressekonferenz des Formel 1-Jahres 2016. Auf dem Podium saßen mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg die beiden WM-Anwärter. Dazu mit Max Verstappen und Daniel Ricciardo die beiden Red Bull-Piloten. Und mit Sebastian Vettel ein weiterer Streithahn des GP Mexiko 2016 vor gut 2 Wochen. Routinier Felipe Massa ergänzte das Fahrer-Feld, weil er in Sao Paulo seinen letzten Grand Prix vor heimischer Kulisse fahren wird. Ungewöhnlich: Auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting wurde zur PK eingeladen.

Fahrer wollen Stewards helfen

Es galt, die Streitthemen des Rennens in Mexiko aufzuarbeiten: Warum bekam Lewis Hamilton keine Strafe fürs Abkürzen, Max Verstappen dagegen schon? Wieso wurde Vettel für sein Manöver gegen Ricciardo bestraft? Und was sagt Whiting zu den Funk-Beleidigungen von Vettel gegen seine Person?

Erste Frage, erste Antwort. „Jedes Szenario ist anders. Lewis hat keinen Vorteil aus seinem Manöver gezogen. Er war vorne, hat einen Fehler gemacht und abgekürzt. Auf der Geraden zwischen Kurve 3 und 4 hat er 80 Prozent Gas rausgenommen und die anderen aufschließen lassen“ rechtfertige Whiting.

„Max blieb dagegen auf dem Gas. Hätte er wie Lewis gehandelt, wäre er hinter Vettel gefallen.“ Der Rennleiter gab auch an, dass die VSC-Phase und das anschließende Safety Car Hamilton vor einer Untersuchung retteten. Weil somit mit Bestimmtheit ein Vorteil ausgeschlossen werden konnte.

Verstappen stimmte nicht zu. Der 19-jährige Senkrechtstarter antwortete: „Entweder bekommen wir beide eine Strafe oder keiner.“ Der WM-Sechste, der mit seinen Manövern in dieser Saison schon für einige Kontroversen gesorgt hatte, schlug vor: „Vielleicht ist es die Lösung, eine Standardstrafe auszusprechen, falls jemand von der Strecke kommt.“

Hamilton stimmte zu und forderte, es den Rennkommissaren leichter zu machen. „Wir müssen Charlie und den Stewards helfen. Sie haben einen so schweren Job“, äußerte sich der Weltmeister.

Whiting will Abkürzen erschweren

Einige Experten und Ex-Fahrer forderten nach dem GP Mexiko die Rückkehr zu Kiesbetten. Das dürfte aber aufgrund der Sicherheit nicht zu machen sein. Die Funktionäre haben eine andere Idee. Sie wollen Hürden in die Auslaufzonen bauen, die die Piloten daran hindern, schnell auf die Piste zurückzukommen.

„Das ist einfach zu machen“, so Whiting. Und die FIA hat es in der Vergangenheit schon getan. Whiting zählt auf: „In Monza in der zweiten Schikane. In Sotschi in der zweiten Kurve. Und in Kanada in der letzten Schikane.“

In Monza und Montreal sind auf die asphaltierten Auslaufzonen Poller verschraubt, die ein Auto beschädigen, sollte man zu flott darüber rumpeln. Außerdem sind in der Auslaufzone der ersten Schikane von Monza mehrere Styropor-Platten aufgereiht, um die sich die Fahrer zurück auf die Bahn schlängeln müssen.

In Russland wurde der Kerb so installiert, dass die Fahrer außen herum fahren müssen, damit sie Zeit verlieren. In Mexiko unterschätzte man die Auslaufzone zwischen Kurve 1 und 3. „Im letzten Jahr war das Gras dort etwas nass und nicht so kurz geschoren“, gibt Whiting zu.

Funk-Zensur als Mittel?

Gegen Vorwürfe, die Stewards würden widersprüchlich handeln und mit unterschiedlichem Maß bei gleichen Vergehen messen, konterte der Engländer: „Die Kommissare haben so viele Telemetrie-Daten, Bilder und Videosequenzen. Diese Informationen hat der Zuschauer da draußen nicht.“

Die Schimpfworte von Vettel gegen seine Person hat Whiting längst abgehakt. „Es war nicht das erste Mal, dass am Funk geschimpft wurde. Es war unglücklich, dass es sich gegen mich gerichtet hat. Aber Sebastian hat sich nach dem Rennen entschuldigt. Damit ist der Fall für mich erledigt.“

Verstappen regt eine Zensur der Funksprüche an. „Falls sie nicht jugendfrei sind, sollte man sie nicht senden“, findet der Niederländer.

Beim Konflikt zwischen Ricciardo und Vettel wiederholte Whiting seine Worte von Mexiko. „Wir haben in Austin die Regeln präzisiert. Es ging um 3 Fragen: Hat Sebastian auf der Bremse die Spur gewechselt? Hat er unnatürlich gehandelt? Und wurde durch seine Fahrweise ein Unfallrisiko vergrößert? Also ist er potentiell gefährlich gefahren? Alles musste mit ja beantwortet werden.“

Vettel, der eine Zehnsekundenstrafe kassierte und dadurch nachträglich vom Podium purzelte, stimmte nicht zu. „Ich habe innen zugemacht und Daniel genug Platz gelassen. Das Rad hat nur blockiert, weil die Strecke innen wenig Grip hatte.“ Whiting konterte: „Wenn Ricciardos rechtes Vorderrad das linke Hinterrad des Ferrari stärker trifft, kommt es zum Unfall.“

Neuester Kommentar

@DMR: mal sehen wie sich in 2017 Wehrlein's und Stroll's Leistung verhalten zu VES...
Auf Englisch "you'll eat your words DMR ", :)

Plof-Mercedes fan 11. November 2016, 19:47 Uhr
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