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Wie gut ist McLaren?

Zeitverlust nicht nur auf den Geraden

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1 - GP China - Shanghai - 11. April 2015 Foto: xpb 25 Bilder

McLaren-Honda hat in Bahrain zum ersten Mal den Sprung ins Q2 geschafft. Und Fernando Alonso fehlten nur 3,9 Sekunden auf den ersten WM-Punkt. Es geht sichtbar aufwärts. Doch am Rückstand auf die Spitze ist nicht nur der Motor schuld. Auch das Auto muss noch zulegen.

06.05.2015 Michael Schmidt

Bislang hat sich der Abstand von McLaren-Honda zur Spitze bei jedem Grand Prix verkürzt. Im Q1-Vergleich schrumpfte der Rückstand von 2,836 (Australien) auf 2,367 (Malaysia), 1,774 (China) und 1,277 Sekunden (Bahrain). Das ist eine Verbesserung von durchschnittlich 0,519 Sekunden pro GP-Wochenende. Darauf angesprochen meinte Fernando Alonso gequält: "Wenn wir so weitermachen, stehen wir bald schon auf der Pole Position."

Auch im Rennen sieht es immer besser für McLaren-Honda aus. In Melbourne fehlten Jenson Button noch zwei Runden auf die Spitze. Nach dem Doppelausfall in Sepang wurden die McLaren in China und Bahrain nur knapp überrundet. Von Rang 10 trennten Alonso in Shanghai vor der Safety-Car-Phase zum Schluss 47,626 Sekunden. Eine Woche später konnte der Spanier den zehnten Platz schon riechen. Er wurde als Elfter 3,978 Sekunden hinter Felipe Massa abgewinkt.

Mit 80 PS weniger fehlen 14,9 km/h

Bislang wurden die Ergebnisse von McLaren-Honda immer auf den Motor geschoben. Honda geht aus Sicherheitsgründen kein Risiko ein. In Bahrain blieben die Japaner 80 PS unter der eigenen Marschroute. Im Top-Speed büßte Alonso im Abschlusstraining 14,9 km/h auf Klassenprimus Williams ein. Rechnen wir mal 80 PS dazu, dann wäre der Unterschied erträglich.

In Malaysia überraschte McLaren mit einer exzellenten Beschleunigung. Am Messpunkt ausgangs Kurve 9 kommt es nur auf Traktion an. Dort lag Alonso mit 139,2 km/h auf Platz 6. Nur 4 km/h langsamer als Lewis Hamilton. Das spricht für guten mechanischen Grip beim Auto, aber auch für eine exzellente Fahrbarkeit des Motors. Es fehlt einfach der Punch obenraus.

Doch verliert McLaren seine Zeit wirklich nur auf den Geraden? Eine Aussage von Button in Bahrain macht uns stutzig. "Das Auto ist sehr gut ausbalanciert und einfach zu fahren. Aber jetzt wird es langsam mal Zeit, Abtrieb zu suchen." Wir haben die Probe auf das Exempel gemacht und den McLaren auf den ersten vier Rennstrecken in den Sektoren untersucht, in denen der Anpressdruck mehr zählt als Motorleistung.

In den Kurven fehlen McLaren 3 Prozent

In Melbourne ist das Sektor 3 mit 6 Kurven und 2 Geraden. Dort verlor McLaren 2,431 Sekunden auf die Besten. Das entspricht 7,081 Prozent der gesamten Sektorzeit. In den Passagen, in denen Motorleistung einen entscheidenden Einfluss hat, fiel der Rückstand mit 1,652 Sekunden (Sektor 1) und 1,195 Sekunden (Sektor 2) geringer aus. Das entspricht 5,746 respektive 5,147 Prozent der in dem Abschnitt verbrachten Zeit.

Okay, Melbourne war das erste Rennen. McLaren und Honda wegen fehlender Testkilometer noch nicht richtig sortiert. Aber das Bild von Melbourne setzt sich in Sepang, Shanghai und Sakhir fort. Außer dass die Abstände schrumpfen. Auf dem GP-Kurs von Malaysia ist der Mittelabschnitt der Chassis-Sektor. McLaren hinkt dort 1,115 Sekunden oder 3,327 Prozent hinterher. In den Power-Segmenten fehlen 0,632 Sekunden oder 2,539 Prozent (Sektor 1) und 0,982 Sekunden oder 2,369 Prozent (Sektor 3).

In China verteilt sich der Verlust gleichmäßig über die drei Streckenpassagen. Im kurvenreichsten Sektor 2 fehlen 1,009 Sekunden oder 3,516 Prozent. Der Rückstand in Sektor 1 beträgt 0,957 Sekunden oder 3,810 Prozent. In Sektor 3 mit der ewig langen Geraden sind es 1,509 Sekunden oder 3,598 Prozent.

Kommen wir zu Bahrain. Da sticht der erste Streckenabschnitt heraus mit der halben Zielgerade, drei Kurven und einer weiteren Gerade über 555 Meter Länge. McLaren büßt hier mit 1,698 Sekunden den Großteil seines Rückstandes ein. Das entspricht 5,763 Prozent der Sektorzeit.

Im dritten Sektor sind es trotz einer ähnlichen Verteilung zwischen Geraden und Kurven nur 0,640 Sekunden und 2,761 Prozent. Und im Mittelteil der Strecke mit 7 Kurven und 2 Geraden? Da fehlen McLaren 1,147 Sekunden. Das sind 2,874 Prozent und so viel wie auf den Power-Segment.

Die Zahlen zeigen, dass McLaren auch beim MP4-30 nachrüsten muss. Die Aero-Truppe um Peter Prodromou muss noch Anpressdruck finden. Eine gute Fahrzeugbalance ist nicht immer ein gutes Zeichen. Schnelle Autos sind oft auch im Grenzbereich etwas kritisch. Mehr Power vom Motor hilft auch den Aerodynamikern. Dann muss man nicht überall mit Monza-Flügeln herumfahren.

StreckeSektor 1Sektor 2Sektor 3
Australien1,652 s = 5,746 %1,195 s = 5,175 %2,431 s = 7,081 %
Malaysia0,632 s = 2,539 %1,115 s = 3,327 %0,982 s = 2,369 %
China0,957 s = 3,810 %1,009 s = 3,516 %1,509 s = 3,598 %
Bahrain1,698 s = 5,763 %1,147 s = 2,874 %0,640 s = 2,761 %
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