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Wie überlegen ist Mercedes?

Red Bull sieht Rückstand reduziert

Red Bull vs Mercedes - GP Spanien 2014 Foto: xpb 24 Bilder

Mercedes hat Red Bull in Barcelona um 49 Sekunden abgehängt. Aber Sebastian Vettel drehte die schnellste Runde des Rennens. Red Bull-Teamchef Christian Horner behauptet: "Wir haben aufgeholt." Niki Lauda widerspricht: "Wir haben den Vorsprung ausgebaut." Wer hat Recht?

19.05.2014 Michael Schmidt

Zahlen lügen nicht. Auf eine Runde in der Qualifikation war Lewis Hamilton um 1,053 Sekunden schneller als Daniel Ricciardo. Über 66 Runden summierte sich der Rückstand des Red Bull-Piloten auf 49,014 Sekunden. Das macht 0,742 Sekunden Defizit pro Runde. Ricciardo war wie die Mercedes-Piloten mit einer Zweistopp-Strategie unterwegs.

Sebastian Vettel drehte die schnellste Runde, aber der Weltmeister hatte dank seiner Dreistopp-Taktik im Finale die besten Reifen. Seine Reifengarnitur hatte sieben Runden weniger auf der Lauffläche als die von Rosberg. Dafür fuhr Vettel um 0,318 Sekunden schneller.

Mercedes musste Vollgas fahren

In Shanghai fehlten Red Bull im Abschlusstraining 1,100 Sekunden auf die Pole Position. Im Rennen lag Ricciardo nach 54 Runden um 27,136 Sekunden zurück. Allerdings hatte Sieger Hamilton dabei leichtes Spiel. Nico Rosberg lag zu weit zurück. Der Engländer konnte die zweite Rennhälfte im Schongang zurücklegen.
 
In Barcelona musste Hamilton das ganze Rennen am Limit fahren. Weil er wusste, dass Rosberg mit einer anderen Strategie unterwegs war, die in den letzten Runden zu einem Zusammenschluss führen würde. Mit Rosberg auf den besseren Reifen.

Barcelona ist Red Bull-Land

Streng den Zahlen nach hat Mercedes seinen Vorsprung auf Red Bull ausgebaut. So sieht das auch Niki Lauda. Und der war vor dem Rennen in Barcelona skeptisch: "Wir waren echt nervös. Barcelona ist eine Aerodynamik-Strecke und damit Red Bull-Land. Und wir haben die Technik-Offensive unserer Gegner erwartet. Deshalb bin ich froh, dass unser Vorsprung größer geworden ist."

Lauda weist darauf hin, dass man nicht die absoluten Zahlen miteinander vergleichen dürfe. "Die Strecke von Barcelona ist viel kürzer als die von Shanghai. Deshalb sind auch die Zeitabstände geringer." Der Unterschied beträgt genau 796 Meter.

Rückstand auf sechs Zehntel verkürzt

Red Bull-Teamchef Christian Horner will trotzdem einen Fortschritt im eigenen Lager erkannt haben. "Wir haben den Rückstand von einer Sekunde auf sechs Zehntel verkürzt." Tatsächlich lieferte der Entwicklungswettlauf ein kurioses Ergebnis. Mercedes verbesserte sich beim Auto, Red Bull beim Motor. Der neue Sprit brachte Renault 12 PS. Horner rechnete vor, dass damit der Rückstand allein auf den Geraden von 1,0 auf 0,7 Sekunden und auf 6 km/h geschrumpft sei.

Bei Mercedes brachten ein neuer Frontflügel und diverse kleine Änderungen zwei Zehntel. Doch der eigentliche Schritt wurde schon in China getätigt. Die neue Nase machte den Mercedes AMGW05 erst komplett. Für sie war das Auto konzipiert. Vorher fuhren die Silberpfeile mit einem schlechten Kompromiss. Und haben trotzdem gewonnen. Vettel bilanziert: "Mercedes hat nicht nur einen überlegenen Motor, sondern auch ein sehr gutes Auto. Sie gewinnen verdient. Trotzdem glaube ich, dass unser Red Bull immer noch das bessere Auto ist."

Red Bull-Anstellung fordert ihren Preis

Wahrscheinlich generiert der Red Bull mehr Abtrieb als der Mercedes. Aber zu einem hohen Preis. Die für Newey-Autos typische Anstellung mit einem hohen Fahrzeugstand hinten bedeutet auch Luftwiderstand. Das drückt heute nicht nur auf den Top-Speed, sondern auch auf den Spritverbrauch. Ein Renault-Motor im Heck bedeutet nicht unbedingt Chancenlosigkeit auf der Geraden. Die Toro Rosso werden teilweise schneller als die Mercedes gemessen. Newey bedauert: "Mit so wenig Abtrieb können wir nicht fahren. Da würden die Rundenzeiten total abstürzen."

Früher hat der Top-Speed-Nachteil die Red Bull kaum gestört. Sie fuhren einfach vorneweg, weil sie in den Kurven so überlegen waren, dass die Gegner auf den Geraden nicht einmal in ihre Nähe kamen. Diese Strategie funktioniert nicht mehr, weil Mercedes ein Paket auf die Räder gestellt hat, das den Silberpfeilen die erste Startreihe garantiert. Außerdem bremst der Luftwiderstand Red Bull im Rennen, weil der Motor mehr Benzin verbraucht.

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