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Williams muss Gas geben

"Drei Teams momentan besser als wir"

Massa & Bottas - Williams - GP Russland 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Williams landete beim GP Russland auf den Plätzen 4 und 5. Klingt nach einem guten Ergebnis. Tatsächlich ist Williams im Augenblick aber nur die Nummer 4 im Formel 1-Feld. Die Ingenieure haben die größten Baustellen aber schon ausgemacht.

09.05.2016 Michael Schmidt

Es ist eine Titanenaufgabe. Williams muss Platz 3 verteidigen. In den letzten beiden Jahren hing der drittälteste Rennstall der Formel 1 jeweils im Sandwich zwischen Ferrari und Red Bull. "Mal waren die einen vor uns, mal die anderen. Im Moment beide. Es ist unheimlich schwierig mit unserem Budget mit Teams mitzuhalten, die doppelt so viel haben. Da müssen dir schon viele schlaue Sachen einfallen", analysiert Technikchef Pat Symonds grimmig.

Nach den ersten 4 Grand Prix liegt Williams mit 51 Punkten hinter Mercedes (157), Ferrari (76) und Red Bull (57) auf Platz 4. Im Vergleich zum Vorjahr sind 10 Zähler weniger auf dem Konto. Immerhin ist Williams neben Mercedes das einzige Team, das bei jedem Rennen beide Autos in die Punkteränge gebracht hat.

Und trotzdem kommt Felipe Massa zur Erkenntnis: "Im Moment sind drei Teams besser als wir." In Richtung Red Bull gerichtet meint der Brasilianer: "In den Kurven waren sie immer schon gut. Jetzt haben sie auch noch einen guten Top-Speed."

Sochi schmeichelte dem WM-Dritten der letzten beiden Saisons. Mit seinen langen Geraden und der eckigen Kurven ist der russische GP-Kurs wie maßgeschneidert für das schnellste Auto auf der Geraden. Valtteri Bottas konnte im Training sogar die Ferrari ärgern. Red Bull wäre im Rennen vermutlich ein ernsthafter Gegner geworden, doch der Grand Prix von Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat war nach der Startkollision praktisch schon gelaufen.

Größtes Problem ist das Reifenmanagement

Williams hatte in Sochi endlich mal wieder ein Wochenende ohne Probleme. Die Kurz-Nase und der neue Frontflügel blieben beim GP Russland zum ersten Mal von Freitag bis Sonntag am Auto. Ein Fortschritt, aber noch nicht der Durchbruch. "Wir müssen die neuen Teile noch besser verstehen", urteilt Massa. "Unsere Aerodynamiker behaupten, dass sie besser sind. Wir müssen lernen, wie wir auf der Strecke das umsetzen, was der Windkanal verspricht."

Das größte Problem von Williams ist das Reifenmanagement. "Wir brauchen einen besseren Rennspeed", klagte Einsatzleiter Rob Smedley nach dem GP Russland. Dem Williams FW38 fehlt im Vergleich zur Konkurrenz Abtrieb. Je härter die Reifenmischungen, umso größer die Probleme.

Mit den Supersoft-Reifen konnte Valtteri Bottas mit Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen noch mithalten. Kaum hatte der Finne auf den Soft-Gummi gewechselt, kamen die Probleme. Zuerst dauerte es zu lange, bis die Reifen im Arbeitsfenster waren, dann bauten sie zu stark ab. "Die Fahrer müssen mit dem Auto kämpfen, dadurch rutschen sie herum, was die Oberflächentemperatur und gleichzeitig den Verschleiß erhöht", erklärt Smedley.

Williams hat die besten Boxenstopps

Es gibt aber auch positive Nachrichten. Die Williams-Mechaniker sind die Boxenstopp-Könige des Jahres. Im letzten Jahr waren die Reifenwechsel noch ein Problemfall. In Sochi wickelte Williams zum vierten Mal den schnellsten Boxenstopp des Rennens ab.

Massa verbrachte beim ersten Stopp nur 29,551 Sekunden in der Boxengasse. "Den größten Beitrag haben neue Radmuttern und neue Schlagschrauber geliefert", verrät Massa. "Wir kriegen die Räder jetzt schneller runter."

2015 lag ein guter Boxenstopp bei Williams bei 3,3 Sekunden. Massa belustigt sich: "Jetzt sprechen wir von einem schlechten Stopp, wenn er 3,1 Sekunden dauert. In Melbourne habe ich selbst ein bisschen Zeit verschenkt, weil ich überrascht war, dass die Jungs so früh fertig waren. Jetzt habe ich mich daran gewöhnt."

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