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Williams

Defekt und Unfall: Erster Totalausfall

Williams F1 Foto: Williams F1 61 Bilder

Zum ersten Mal in dieser Saison kam kein Williams-Toyota ins Ziel. Das kann das Team aus Grove Platz sechs in der Konstrukteurs-WM kosten. Interlagos zeigte: Der Williams FW31 ist ein Auto, das nur auf Strecken glänzt, auf denen viel Abtrieb gefordert ist.

20.10.2009

Für Williams war der GP Brasilien ein Rennen zum Vergessen. Das Team, das in der Standfestigkeitstabelle auf Rang zwei lag, wurde beim vorletzten Rennen auch in dieser Disziplin böse erwischt. Nico Rosberg verlor Platz vier durch einen Getriebeschaden. Drei Runden später segelte Kazuki Nakajima beim Versuch von der Bahn, seinen Landsmann Kamui Kobayashi zu überholen.

BMW-Sauber ist Williams auf den Fersen

Die doppelte Nullrunde kann Williams teuer zu stehen kommen. BMW ist in der Punktetabelle bis auf 1,5 Zähler herangerückt. Und seit die BMW-Ingenieure den in Singapur total umgebauten F1.09 besser verstehen, ist der Gegner technisch besser gerüstet als Williams.
 
Mit Regenreifen sah Nico Rosberg noch wie ein möglicher Sieger aus. Doch schon auf Intermediates änderte sich das Bild. Dem Williams FW31 fehlte plötzlich der Speed. "Das kann daran liegen, dass die Intermediates im Durchmesser zehn Millimeter kleiner sind. Solche Kleinigkeiten spielen aerodynamisch eine große Rolle", erklärte Technikpapst Patrick Head.

Auf der Geraden hat der Williams eine Schwäche
 
Dazu kommt, dass Williams generell stark ist, wenn es auf Strecken geht, die viel Abtrieb erfordern. Das zeigten auch die Sektorzeiten in Interlagos. Im kurvenreichen Sektor 2 zählten Rosberg und Nakajima zu den schnellsten, auf der Geraden landeten die beiden nur auf den Plätzen 15 und 16. Sie verloren auf den Top-Speedrekord von Robert Kubica elf km/h. Als Kubica beim Re-Start nach der Safety-Car-Phase in Rosbergs Rückspiegel auftauchte, hatte der Deutsche keine Chance zur Gegenwehr.
 
Die Verwundbarkeit auf der Geraden liegt nicht nur am schwachbrüstigen Toyota-V8. Der Williams FW31 zählt aerodynamisch nicht zu den effizientesten Autos, und er war in Interlagos eher Richtung Regen eingestellt. Man opferte Luftwiderstand für Abtrieb.
 
Patrick Head glaubt nicht, dass es Rosberg und Nakajima viel besser ergangen wäre, hätten sie weniger Anpressdruck gewählt. "Wir haben das Setup gewählt, das uns die besten Rundenzeiten erlaubt", erklärte Patrick Head. Er schärfte seinen Fahrern vor dem Rennen ein: "Passt auf, dass ihr mit genügend Vorsprung auf die Gerade kommt. Ihr habt sonst keine Chance, euch gegen die Autos mit höherem Top-Speed zu wehren."

Kritik an Nico Rosberg
 
Nico Rosberg kam trotz Startplatz sieben und einer bis zu seinem Ausfall tadellosen Rennleistung nicht ganz ohne Kritik weg. "Er ist in der entscheidenden Runde im Training zu dicht auf Nakajima aufgefahren, dabei hatte er Luft, sich zurückfallen zu lassen", schimpfte Chefingenieur Rod Nelson. "Sonst wäre Nico wahrscheinlich noch weiter vorne gestanden. Den Speed hatte er." Man merkt: Da ist ein Fahrer auf dem Weg zu einem anderen Team.
 
Abgesehen von dem Rennen in Brasilien war es für Williams eine ordentliche Saison. Das Traditionsteam aus Grove hat von dem technischen Neubeginn profitiert. "Wir sind die letztjährige Saison mit einem schlechten Konzept gegangen", zieht Technikchef Sam Michael Bilanz. "Alles war so weit entwickelt, dass kaum noch Spielraum blieb, den Rückstand wettzumachen. Dank der neuen Regeln konnten wir 2009 eine bessere Basis schaffen."
 
Jahrelang teilten Williams-Piloten das Problem, das heute noch Ferrari und BMW nervt. Das Auto war zu nett zu den Reifen. Seit diesem Jahr hat sich diese Eigenschaft ins Gegenteil verkehrt, und viele rätseln, warum das so ist. Der FW31 hat Abtrieb, das erlaubt höhere Kurvengeschwindigkeiten, und das generiert Reifentemperatur. Technikchef Sam Michael fügt hinzu: "Jeder hat Schwierigkeiten, die Reifen aufzuwärmen. Wir tun uns nur weniger schwer als andere."

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