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Williams FW28

Attacke auf die Werksteams

Foto: Williams 7 Bilder

Für die Briten beginnt das Jahr eins nach der BMW-Ära. Mit dem FW28 will die Mannschaft von Frank Williams den großen Hersteller-Teams ein Bein stellen. Kaum ein Team muss mit so vielen neuen Parametern arbeiten: Neue Designer, neuer Motor, neue Reifen.

27.01.2006 Markus Stier

Gleich in zwei Windkanälen feilte das Design-Duo Luc Bigois (Aerodynamik) und Jörg Zander (Chassis) am ersten Williams-Rennwagen ohne BMW-Motor seit sechs Jahren. "Auf dem FW28 liegt eine schwere Last. Er muss Williams wieder an die Spitze bringen", sagt Technik-Direktor Sam Michael.

Um dies zu erreichen, legten die Ingenieure wie ihre Kollegen bei der Konkurrenz ihr Hauptaugenmerk auf die aerodynamische Effizienz. Ein schlankeres Heck durch den kürzeren V8 und ein neuer Heckflügel sollen hinten mehr Abtrieb bringen. Der Tank ist zum gleichen Zweck kleiner und schmaler geworden. Vorn soll ein dreietagiges Frontleitwerk ebenfalls mehr Abtrieb erzeugen.

Stärkster Motor im Feld

Die Seitenkästen sind beim FW28 extra hoch angeordnet, um darunter möglichst viel unverwirbelte Luft zum Heckflügel zu leiten. Die Entlüftung der Seitenkästen erfolgt ausschließlich über die riesigen Kamine an den Seiten. Der Williams trägt mehr Flügel und Leitwerke als alle anderen Neuheiten. Erstmals seit Jahren ist die Aerodynamik-Abteilung bei der Entwicklung nicht auf Nummer sicher gegangen.

Auf der mechanischen Seite wurde das Fahrwerk komplett umkonstruiert und die Gewichtsverteilung nach vorn verlagert, um das Auto an den neuen Reifenpartner Bridgestone anzupassen. Die vordere Aufhängung ist wie bei den Konkurrenten nun direkt am Chassis angelenkt. Die Monokiel-Lösung ist Vergangenheit.

Das Herzstück des neuen FW28 ist der Cosworth-V8. Kein Hersteller hat mehr Erfahrung mit Achtzylinder-Rennmotoren als der neue Motorenpartner. Bereits 7.000 Testkilometer hat das Aggregat überstanden. Bisher trat erst ein kapitaler Motorschaden auf. Dabei dreht der Cossie höher als alle anderen V8-Konkurrenten - 20.000/min gesteht man bei Williams.

Achillesferse Getriebe

Die Kraftübertragung erledigt ein Siebengang-Getriebe, das ohne Zuggkraftunterbrechung schaltet, wovon sich das Team bis zu vier Zehntelsekunden Zeitvorteil pro Runde verspricht. Das neue Getriebe ist allerdings auch die Achillesferse des FW28. Da es noch Probleme mit der Zuverlässigkeit gibt, hat die Technik-Abteilung eine konventionelle Ersatzlösung in der Hinterhand.

Dass Frank Williams 2006 nicht als reines Übergangsjahr betrachtet, beweist die Tatsache, dass er sein Privatflugzeug zugunsten eines zweiten Windkanals verkaufte und zusätzlich neun Ingenieure einstellte. Die Werksteams von Renault, Ferrari, Toyota, McLaren-Mercedes und Honda zu schlagen, dürfte für den blauweißen Renner dennoch keine leichte Hürde werden. "Der Weg ist ganz einfach", sagt Technik-Chef Sam Michael. "Du musst einfach ein schnelleres Auto entwerfen."

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