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Williams FW38 im Technik-Check

Ende gut, alles gut?

Williams FW38 - Technik - F1 2016 Foto: sutton-images.com 21 Bilder

Der Williams FW38 präsentierte sich bei den Testfahrten nur als halbneues Auto. An der Front blieb noch alles beim Alten, am hinteren Ende wurde dagegen kein Stein auf dem anderen gelassen. Wir zeigen Ihnen die interessantesten Details am FW38.

09.03.2016 Tobias Grüner

Williams ist 2 Jahre in Folge auf Rang 3 der Gesamtwertung gelandet. Die Ambitionen beim Traditionsteam sind trotz beschränkter Geldmittel allerdings höher. Gerne würde man Mercedes und Ferrari in Zukunft noch etwas mehr ärgern. Firmengründer Frank Williams träumt sogar von weiteren Titeln. Doch der weiße Martini-Renner präsentierte sich über die Saison einfach nicht konstant genug.

Die Ingenieure haben vor allem 2 Problemfälle ausgemacht: Regen und Stadtkurse. Die Ursache der Schwäche ist in beiden Fällen identisch: die mangelhafte Traktion. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Mit enormem Aufwand haben die Techniker die Heckpartie umgebaut. Die Aufgabe: Mehr Grip auf der Antriebsachse, aber dabei nicht die Stärken in Sachen Top-Speed und Aero-Effizienz aufgeben.

Technische Daten Williams FW38

  • Modell: Williams FW38
  • Benzin: Petronas
  • Felgenhersteller: APP Tech
  • Bremsen: AP
  • Länge: 5.157 mm
  • Radstand: 3.589 mm (2015: 3.483 mm)
  • Überhang vorne: 992 mm
  • Anstellwinkel: 1,4°

Antrieb:

Williams setzt in Sachen Motor weiter auf das Know-How von Marktführer Mercedes. Die Testfahrten haben erneut gezeigt, dass diese Kombination passt. 3.985 Kilometer fuhr der FW38 mit ein und demselben Triebwerk. Solch eine Distanz hat sonst keiner mit einem Triebwerk geschafft. Als Kundenteam ist Williams allerdings immer darauf angewiesen, das gleiche Material wie das Werksteam zu erhalten. Das war zum Saisonende 2015 zum Beispiel nicht der Fall. Zum Saisonstart 2016 kämpfen Lieferant und Kunde wieder unter vergleichbaren Voraussetzungen.

Aerodynamik:

Der Williams FW38 ist ein Auto mit 2 unterschiedlichen Seiten. An der Front zeigte sich der weiße Renner bei den ersten Tests praktisch unverändert. Nase, Flügel, Leitbleche - fast identisch mit dem Vorjahresmodell. Erst mit dem Update der Frontpartie soll der Großumbau beginnen. Doch beim ersten FIA-Crashtest fiel die 5 Zentimeter kürzeren Nase durch. Der ursprüngliche Plan sah einen Einsatz in Melbourne vor. Jetzt peilen die Ingenieure ein Debüt in Bahrain an - oder noch später.

Die halbfertige Version des Williams FW38, die bei den Testfahrten unterwegs war, fängt erst ab den Seitenkästen an, für Technikfans interessant zu werden. Die deutlich geschrumpften Lufteinlässe sind nun nicht mehr dreieckig sondern eher rundlicher. Im Laufe der ersten Test wurden auch die Bargeboards darunter modifiziert.

Durch die Verlängerung des Radstands um gut 10 Zentimeter haben die Ingenieure die Anströmung der Heckpartie verbessert. Dabei hilft auch die komplett umgebaute Motorhaube mit einem deutlich kleineren Kühlauslass. Das interessanteste Detail ist die Auffächerung der Verkleidung in ein Flügelprofil direkt über dem Getriebe. Die Techniker sprechen intern vom "Whale-Tail" - also der Wal-Flosse.

Fazit:

Ein Urteil über den neuen Williams lässt sich erst sprechen, wenn das Auto komplett ist. Die Umbauten im Heck machen allerdings Lust auf mehr. Ob die Maßnahmen wirklich dabei helfen, die Schwächen in Sachen Traktion zu beseitigen wird sich schon in Australien zeigen. Auf dem Stop-&-Go-Kurs im Albert Park gilt es gut aus den vielen langsamen Ecken herauszukommen.

Bei den Testfahrten hatte Williams in der ersten Woche noch einige Schwächen gezeigt. In der zweiten Woche waren die dann ohne erkennbare Modifikationen beseitigt. Vor allem im Longrun darf man Bottas und Massa im Duell mit Red Bull und Force India nicht unterschätzen. Um Ferrari und Mercedes herauszufordern muss das Auto aber noch einen weiteren Schritt nach vorne machen.

In der Galerie vergleichen wir den Williams FW38 mit seinem Vorgänger und zeigen Ihnen die Technik-Highlights.

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