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Williams im KERS-Pech

Maldonados bestes Rennen

Pastor Maldonado GP Abu Dhabi 2012 Foto: xpb 43 Bilder

Der fünfte Platz von Pastor Maldonado beim GP Abu Dhabi ging im WM-Duell Vettel gegen Alonso unter. Der Venezolaner fuhr ab der ersten Safety-Car-Phase ohne KERS. "Es war sein bestes Rennen", urteilt Williams-Teammanager Dickie Stanford. Williams glaubt: Mit einem intakten Auto hätte Maldonado sogar gewinnen können.

15.11.2012 Michael Schmidt

Pastor Maldonados zweite Formel 1-Saison ist ein Rätsel. Ein Blick auf die Punktetabelle zeigt warum. Der Venezolaner kommt mit vier Punkten aus den ersten vier Überseerennen nach Europa. Es hätten mehr sein können, hätte er nicht in Melbourne seinen Williams in der letzten Runde gegen die Mauer geworfen, und wäre er nicht in Sepang beim Reifenwechsel einmal über seine Box hinausgeschossen.

Frontflügel bereitet Williams Kopfzerbrechen

Dann der Knaller. Maldonado gewinnt den GP Spanien. Der erste Sieg für Venezuela in der GP-Geschichte. Seitdem ist der 27-Jährige aus Maracay ein Volksheld in seinem Land, Die staatliche Ölindustrie liefert 150 Millionen Pfund (189 Millionen Euro) in fünf Jahren bei Williams ab.

Nach dem Sieg folgte eine Serie von neun Nullern. Ein paar gute Startplätze, viele Unfälle, diverse Defekte. Viele sprachen bereits von einer Eintagsfliege. Was die meisten nicht wussten. Williams hat ein gutes Auto ab dem GP England mit einem neuen Frontflügel rückwärts entwickelt. Der Windkanal versprach 30 Punkte mehr Abtrieb (zehn Prozent), doch der kam nur phasenweise auf der Rennstrecke an. Auf Bodenwellen löste sich am Flügel die Strömung ab.

Der Abtriebsverlust war so groß, dass die Vorderachse teilweise um bis zu fünf Millimetern aus den Federn ging. Weil beim Einlenken der Anpressdruck unangekündigt abreißen konnte, verloren die Fahrer Vertrauen in ihren FW34. Außerdem war das Auto schwer auszubalancieren.

Fortschritt dank Rückschritt

Vier Modifikationen liefen ins Leere. Erst beim GP Indien entschieden die Ingenieure: Machen wir einen Vergleichstest mit dem Frontflügel, mit dem wir in Barcelona gewonnen haben. Maldonado kam nach der ersten fliegenden Runde zurück und strahlte: "Das Auto ist wie verwandelt." Teamkollege Bruno Senna bestätigte ihn später. Die Fahrer haben am Kurveneingang wieder die Balance, die sie brauchen, um sich wohlzufühlen: Ein leichtes Untersteuern.

In Abu Dhabi zeigte die Maßnahme erstmals auch im Ergebnis Wirkung. Pastor Maldonado wurde Fünfter, Bruno Senna Achter. Die blauen Autos waren damit wieder so gut wie in der ersten Saisonhälfte. Bei Williams glaubt man, dass Maldonado den GP Abu Dhabi sogar hätte gewinnen können, wäre in der ersten Safety-Car-Phase nicht KERS ausgefallen.

"Alonso hätte uns nie überholt, und Webber wäre gar nicht in Pastors Nähe gekommen", blickt Teammanager Dickie Stanford zurück. "Da Pastor an der Spitze der Gruppe lag, hatte er gleich zwei Nachteile. Er durfte DRS nicht benutzen und er hatte kein KERS."

Die Analyse der Rundenzeiten ergab, dass Maldonado trotz KERS-Verlust in den letzten 15 Runden so schnell fuhr wie die Spitzengruppe. Und die trödelte auch nicht gerade herum, denn vorne ging es zwischen Räikkönen, Alonso, Vettel und Button um alles.

Technik bringt Maldonado um den Erfolg

"Es war Pastors bester Grand Prix", urteilt Stanford. "Im Gegensatz zu Barcelona musste er in Abu Dhabi immer am Limit fahren, er war technisch gehandikapt, und er hat nicht den geringsten Fehler gemacht." Umso ärgerlicher ist, als die Analyse der KERS-Probleme ergab, dass eine simple Fehlermeldung in der Leistungselektronik zu dem Ausfall geführt hat. Das System war in Ordnung, wurde nur sicherheitshalber stillgelegt.

Williams fährt auch in Austin mit den alten Frontflügeln vom Typ 4.04. Sie machten auf dem Weg von Abu Dhabi kurz in der Fabrik in Grove Station, um noch einmal auf Herz und Nieren gecheckt zu werden und kamen erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in den USA an.

In der derzeitigen Form könnten Maldonado und sein Williams sogar zum Spielverderber im großen WM-Duell zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso werden. Der Barcelona-Sieger ist bei den letzten beiden Grand Prix des Jahres ein Kandidat für das Podium.

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