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Williams im Niemandsland

"Monaco-Leistung unentschuldbar"

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP Monaco - Samstag - 23. Mai 2015 Foto: Wilhelm 60 Bilder

Williams spielte in Monte Carlo keine Rolle. Der WM-Dritte hatte noch nicht einmal Chancen auf Punkte. Die Ingenieure rätseln weiter über die Ursachen. Technikchef Pat Symonds war untröstlich. Weil das gleiche schon im Vorjahr passiert war.

28.05.2015 Michael Schmidt

Die Zahlen sprechen für sich. Platz 14 und 17 im Training, Rang 14 und 15 im Rennen. Valtteri Bottas flog in der Qualifikation schon im Q1 raus. Ihm fehlten 1,906 Sekunden auf den Schnellsten Nico Rosberg. Im Rennen blieb der Finne nur dank des Safety-Cars in der gleichen Runde mit dem Sieger. Bottas lag bereits eine Runde zurück, durfte sich aber zurückrunden. Und verlor in den letzten acht Runden noch einmal 45,7 Sekunden auf Rosberg.

Felipe Massa handelte sich nach seiner Kollision mit Nico Hülkenberg schon im ersten Umlauf eine Runde Rückstand ein. Später wurden es zwei. In der Endabrechnung wieder eine. Immerhin war der Brasilianer mit 1.17,278 Minuten im Q2 die schnellste Williams-Runde des ganzen Wochenendes gefahren.

Williams fehlt Temperatur und Grip

Die Probleme der Williams-Piloten sind schnell erzählt. Keine Reifentemperaturen, kein Grip. In Monte Carlo eine tödliche Mischung. Noch nicht einmal im dritten freien Training, in dem die Asphalttemperaturen jenseits der 30 Grad-Marke lagen, wollten sich die Reifen am Williams erwärmen.

Es geht dabei nicht um die Oberflächentemperatur, wie Chefingenieur Rob Smedley ausführt: "Wir haben es einfach nicht geschafft, dass sich der Gummi mit dem Streckenbelag richtig verzahnt und der Reifen in den wenigen schnellen Kurven richtig walkt, so dass er sich von innen heraus erwärmen kann."

Die Ingenieure spielten alle Möglichkeiten durch, die das Lehrbuch hergibt. "Reifendruck rauf und runter, mehr und weniger Bremskühlung, die ganze Palette an Radsturz, Vorspur und Federraten. Nichts hat geholfen", verzweifelte Smedley. "Die Vorderreifen blieben kalt. Damit bringst du das Auto nicht in die schnelleren Kurven rein, was bedeutet, dass du zu wenig Energie in die Reifen übertragen kannst. Darunter leiden auch die Hinterreifen."

Schnell waren die weißen Autos mit dem Martini-Streifen nur auf der Geraden. Im Training erzielte Felipe Massa mit 294,3 km/h auf der Anfahrt zur Hafenschikane den Bestwert. Dafür verloren die Williams allein im zweiten Sektor neun Zehntel auf die Mercedes.

Nicht einmal das Spritgewicht half

Williams traf die Misere überraschend, weil man glaubte aus dem Vorjahr gelernt zu haben. Da trat das gleiche Problem schon einmal auf. Bottas und Massa qualifizierten sich 2014 auf den Plätzen 13 und 16. Dank eines turbulenten Rennverlaufs gab es für Massa auf Rang 7 wenigstens WM-Punkte. Was auch daran lag, dass die 80 Kilogramm Benzin im Tank endlich Temperatur in die Reifen brachten.

Darauf hofften die Williams-Piloten auch diesmal. Umsonst. Die Misere blieb. Technikchef Pat Symonds schüttelte seinen Kopf: "Das ist unentschuldbar. Wir haben das gleiche im Vorjahr erlebt und offensichtlich nichts daraus gelernt. Jetzt müssen wir uns hinterfragen, ob wir beim Monaco-Setup nicht einen grundsätzlichen Denkfehler gemacht haben. Für nächstes Jahr müssen neue Ansätze her."

Erkenntnisse auf ähnlichen Streckenabschnitten anderswo helfen nicht. "Wir waren im dritten Sektor in Barcelona bei der Musik. Aber das ist mit Monte Carlo nicht zu vergleichen. Der Streckenbelag ist viel glatter. Und die Strecke besteht ausschließlich aus langsamen Kurven. Ein einziger Sektor 3 sozusagen", lächelt Symonds gequält. Einziger Trost: Die nächsten beiden Strecken sind Williams-Terrain. In Montreal und am Red Bull-Ring lieferte der WM-Dritte letztes Jahr seine besten Rennen ab.

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