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Williams meldet Verlust

Gruppe bedrohter Teams wird größer

Felipe Massa - Williams - GP Bahrain 2015 Foto: xpb 143 Bilder

Bis jetzt zählen Lotus, Force India, Sauber und Manor zu den bedrohten Arten in der Formel 1. Wenn man genau hinschaut, dann müssten sich auch Williams und McLaren große Sorgen machen.

04.05.2015 Michael Schmidt

Red Bull und Mercedes beginnen bei der Diskussion um Kostensenkung einzulenken. Weil sie im Fall von Red Bull plötzlich merken, wie schnell es gehen kann, dass man plötzlich selbst chancenlos hinterherfährt. Oder wie bei Mercedes, die am Beispiel ihrer drei Motoren-Kunden sehen, wie prekär die Situation im Feld ist.

Red Bull hat deshalb einen Vorschlag ausgearbeitet, wie man bei der Aero-Entwicklung auf einen Schlag 20 Millionen Euro einsparen könnte. Ganz ohne Windkanal. Ein bisschen radikal, aber immerhin ein Anfang. Mercedes denkt darüber nach, wie man ab 2017 die Motor-Kosten für die Kunden drastisch senken kann. Teamchef Toto Wolff hält bei einem intelligenten Regelwerk die Summe von 10 Millionen Euro nicht mehr für utopisch.

Ecclestones Vorschuss ist keine Lösung

Es tut sich also etwas im Untergrund. Bernie Ecclestone weiß spätestens seit den Bittgesuchen von Lotus, Sauber und Force India 3 Wochen vor dem Saisonstart, wie ernst die Lage ist. Er zahlte jedem der 3 Teams einen Vorschuss von 10 Millionen Dollar auf künftige Ausschüttungen. Natürlich holt er sich das Geld wieder zurück. Aber damit ist das Problem nicht gelöst. Es ist nur verschoben. Bis das nächste Mal das Geld knapp wird.

Leider hat Ecclestone bis jetzt keine vernünftige Lösung für das Problem gefunden. Sein Vorschlag, die Hälfte des Feldes zu Kundenteams zu erklären und mit Chassis von Dallara oder Red Bull und dem alten V8 von Renault zu versorgen, findet nirgendwo Gegenliebe. Das wäre dann die totale Zweiklassengesellschaft mit einem noch komplizierteren Reglement.

Williams nimmt 48,5 Millionen Euro weniger ein

Bis jetzt zählten Lotus, Sauber, Force India und Manor zu den bedrohten Arten. Seit Williams am 27. April seine Jahresbilanz präsentiert hat, kann sich jeder ausrechnen, dass auch der Traditionsrennstall aus Grove bald dazu zählt. Das Team weist einen Umsatz von 71,2 Millionen Pfund im Jahr 2014 aus. Das sind 99,2 Millionen Euro. Und 34,8 Millionen Pfund (48,5 Millionen Euro) weniger als 2013.

Williams begründet den Verlust damit, dass die Einmalzahlung von PDVSA im Jahr 2013 verbucht wurde, was die Bilanz dieser Saison geschönt hat. Doch dieses Geld kommt nicht zurück. Williams hat zwar den Sponsor Rexona dazubekommen, doch der soll für den Schriftzug nur 10,5 Millionen Euro bezahlen. Für WM-Platz drei im letzten Jahr gibt es rund 20 Millionen mehr aus der Kasse von Bernie Ecclestone.

Diese Position muss Williams jetzt aber halten, wenn man 2015 nicht in Schwierigkeiten kommen will. Dass die Erfolgsstory von Williams keinen neuen Sponsor von außerhalb der Formel 1 angelockt, ist das eigentlich besorgniserregende.

Lotus wies für 2014 ein Budget von 124 Millionen Pfund (173 Millionen Euro) bei einem operativen Gewinn von 900.000 Pfund (1,25 Millionen Euro) aus. Das wird sich in diesem Jahr wegen der schlechteren WM-Position (Platz 8) und dem Verlust von Sponsoren wie Rexona und Burn verringern. Dann ist man aber immer noch auf dem Stand von Williams. Und gilt als Team, das ums Überleben kämpft.

Lotus-Chef Lopez wünscht sich neue Mitstreiter

Lotus-Teambesitzer Gérard Lopez warnt, dass sich bald schon 60 Prozent des Feldes um die Zukunft Gedanken machen muss. Auch McLaren. Das Auto ist praktisch sponsorfrei. Ohne Honda und die scheinbar nie versiegende Quelle der Anteilseigner aus Bahrain könnte McLaren zusperren. Aber die Bahrainis wollen ihre Anteile so schnell wie möglich loswerden. Ron Dennis findet nur keinen Investor.

Lopez kann vor diesem Hintergrund nicht verstehen, dass Williams und McLaren immer noch so tun, als ginge sie das Gerede um Kostensenkung nichts an. "Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, damit wir ein Konzept für die Zukunft erarbeiten, das tragfähig ist. Je mehr hinter dem Plan stehen, umso eher kriegen wir ihn durch."

Auch Lopez registriert zufrieden, dass mit Mercedes und Red Bull möglicherweise bald zwei prominente Mitstreiter im Boot sind. "Es muss allen daran gelegen sein, dass die Strategiesitzung am 14. Mai ein Ergebnis liefert. Es weiter zu verschleppen, wäre tödlich."

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