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Williams nur vierte Kraft

Kampfansage gegen Mercedes

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP Singapur - 18. September 2015 Foto: xpb 143 Bilder

Bei Williams wusste man nach dem Qualifying nicht, wie man das Ergebnis einordnen soll. Der Rückstand auf Ferrari und Red Bull war erschreckend. Doch die Mercedes lagen in Reichweite. Im Rennen will man die Silberpfeile angreifen.

19.09.2015 Tobias Grüner

Vor Singapur hatten alle im Williams-Lager Angst. Würden sich die Pleiten von Monaco oder Ungarn wiederholen? Strecken mit engen Kurven und hohem Abtriebsniveau liegen dem weißen Auto nicht. Die ausgeprägte Schwäche auf Stadtkursen konnten ihm die Ingenieure immer noch nicht austreiben.

"Wir haben diesbezüglich sicher Fortschritte gemacht", so die Analyse von Valtteri Bottas. "Nach dem schlechten Training am Freitag haben wir das Setup umgebaut. Das hat sich positiv ausgewirkt. Ich glaube, dass wir hier etwas verstanden haben." Doch vom Podium wie vor 2 Wochen in Monza ist Williams weit entfernt.

Williams näher an Mercedes dran

"Wir haben erwartet, dass wir hier vierte Kraft hinter Ferrari, Red Bull und Mercedes sind", gab sich Chefingenieur Rob Smedley wenig überrascht. "Ungewöhnlich sind aber zwei Dinge: erstens, dass wir so weit hinter Ferrari und Red Bull sind. Und zweitens, dass wir so nah an Mercedes dran sind."

Die Erklärung für das verrückte Ergebnis klang bei Fahrern und Ingenieuren gleich: die Reifen sind schuld. Ferrari und Red Bull haben einen Weg gefunden, die Gummis über die ganze Runde am Leben zu halten. Williams kämpfte dagegen mit dem Abbau: "An der Vorderachse haben wir wegen der wenigen schnellen Kurven Probleme Temperatur reinzubekommen. Und hinten überhitzt der Gummi auf der Lauffläche irgendwann", klagte Bottas.

Ferrari-Pace gibt Rätsel auf

Auch Felipe Massa hatte keine Erklärung. "Bei uns wird der Reifen Kurve für Kurve schlechter. Bei Ferrari ist im zweiten und dritten Sektor gar kein Abfall zu erkennen." Ingenieur Smedley versuchte das Problem zu analysieren, kam aber auch nicht weit: "Es spielen einfach so viele Faktoren zusammen. Das Aufwärmen, der Luftdruck, das Setup. Es gibt jede Menge Variablen. Wir haben schon in Monaco beim ersten Einsatz der Supersoft-Reifen gesehen, dass sie einen sehr schmalen Bereich haben, in dem sie optimalen Grip liefern."

Bei Williams hat man das Fenster im Gegensatz zu Ferrari nicht getroffen. Auf die Frage, ob in diesem Punkt auch Glück eine Rolle spielt, dass das Auto zufällig zu den Gummis passt, antwortete Smedley ausweichend: "Ich bin ein Ingenieur. Also suche ich immer nach einer wissenschaftlichen Erklärung. Aber wenn man sich anschaut, dass Sebastian Vettel 8 Zehntel schneller als Kimi Räikkönen ist, dann ist das nicht einfach zu erklären. Normalerweise beträgt der Abstand zwischen den Teamkollegen höchstens 3 Zehntel."

Williams hat Mercedes im Visier

Dass Mercedes noch schlechter mit den Reifen zurechtkommt, relativiert die Probleme bei Williams etwas. Die Silberpfeile sind plötzlich in Schlagdistanz. "Hätte Felipe seine optimale Runde zusammenbekommen, hätte er vielleicht einen Mercedes schlagen können", so Smedley. Massa entschuldigte sich beim Team für einen Fehler, der ihn bis auf Rang 9 zurückwarf. "Da wollte ich einfach zu viel."

Im Rennen will man Mercedes dennoch attackieren. "Die beste Chance besteht schon am Start", so Bottas, der auf Rang 7 losfährt. "Vor mir steht Nico Rosberg, der ist die letzten Rennen nicht so gut weggekommen. Wenn am Start nichts Ungewöhnliches passiert, wird es anschließend schwer, nach vorne zu kommen. Wir können dann nur noch auf eine aggressive Strategie setzen."

Der Blick auf die Startaufstellung gefällt Smedley gar nicht: "Red Bull und Ferrari sind unsere Hauptkonkurrenten in der WM. Wenn wir davon ausgehen, dass sie die ersten 4 Plätze unter sich ausmachen, dann geht es für uns nur noch um Rang 5. Da wäre es gut, wenn wir die Mercedes schlagen könnten."

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