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Williams stochert im Nebel

Alter Auspuff passt nicht ans Auto

Williams Auspuff GP Malaysia 2013 Foto: Grüner 9 Bilder

Williams startete mit Sorgen in die neue Saison. Die gute Form des letzten Jahres ist wie weggeblasen. Der neue Williams FW35 gibt seinen Vätern Rätsel auf. Im Windkanal funktioniert er, auf der Strecke nicht. Der Plan, dem Übel mit dem Vorjahres-Auspuff auf die Spur zu kommen, musste fallengelassen werden. Er passt nicht ans neue Auto.

10.04.2013 Michael Schmidt

Williams war 2012 neben Sauber die Überraschung der Saison. Der drittälteste Rennstall der Formel 1 gewann nach acht Jahren Pause sogar wieder einen Grand Prix. Nach einer kleinen Krise gleich nach der Sommerpause zog die Formkurve am Saisonende wieder an. Das Auto war auf jeden Fall besser als der achte Platz in der Konstrukteurs-Wertung. Deshalb galt Williams auch in diesem Jahr als Geheimtipp. Zumal der neue FW35 von Mike Coughlan, Ed Wood und Jason Somerville einige interessante Detaillösungen aufwies.

Der erste Verdacht richtete sich auf den Auspuff

Nach den ersten beiden Rennen machte sich in Grove Ernüchterung breit. Die Ergebnisse auf der Strecke halten nicht das, was der Windkanal verspricht. Und trotz eingehender Datenauswertung von Melbourne und Sepang ist immer noch nicht ganz klar, warum der Williams seine Fahrer vor allem beim Einlenken und auf der Bremse mit Abtriebsschwankungen überrascht.

Der erste Verdacht lag auf der Hand: Es hat etwas mit dem Coanda-Auspuff zu tun. Mit dieser Auspuff-Variante hatte man schon im Vorjahr Probleme. Immer wieder probierten Pastor Maldonado und Bruno Senna die Coanda-Lösung in den Freitagstrainings aus, und immer wieder kehrte man zu der Hausfrauenlösung zurück. Dabei bläst der Auspuff nicht außen auf die Diffusorspalte, sondern nach innen auf das untere Heckflügelelement.

Alter Williams-Auspuff nur mit altem Unterboden

Technikchef Mike Coughlan wollte dem Übel ganz pragmatisch auf den Grund gehen. Der neue FW35 sollte in Shanghai mit dem alten Auspuff des FW34 fahren, um nach dem Ausschlussverfahren Klarheit über die Rolle des Auspuff an den aerodynamischen Problemen zu bekommen.

Doch dann stellten die Techniker fest, dass zu viele Umbaumaßnahmen am FW35 nötig wären, um den weiter innen austretenden Auspuff zu integrieren. Im Zuge der Maßnahmen müsste der alte Unterboden ans neue Auto, und das ist nicht möglich. Also Kommando zurück. Williams fährt mit der Coanda-Variante, die schon in Australien und Malaysia im Einsatz war. Typ McLaren.

Williams geht mit dem Setup neue Wege

Dazu kommen einige Entwicklungsteile ans Auto. Zum Beispiel neue Luftleitbleche im Stile von Red Bull unter die Nase. Und diverse Finnen auf die Oberseite des Diffusors. Auch an der Nase selbst gibt es als Reaktion auf die neuen Leitbleche eine Modifikation.

Es steht aber nicht nur die Technikkonfiguration des Autos auf dem Prüfstand. Auch beim Setup schließt Williams Fehlerquellen nicht aus. Der FW35 soll im Freitagstraining etwas stärker angestellt, dafür der Abtrieb am Frontflügel zurückgenommen werden.

Wie McLaren und Sauber hat Williams auch die Reifen im Fokus. Die Symptome sind die gleichen. Sie treten hauptsächlich am Kurveneingang und bei Lastwechseln auf. Möglicherweise harmoniert die Aerodynamik des Autos nicht mit den neuen Pirelli-Gummis. Sollte sich das herausstellen, wäre es schon das dritte Auto mit gravierenden Änderungen zum Vorjahr, das mit der neuen Form und der anderen Verformung der Reifen Probleme hätte.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Auspuff-Varianten, mit denen Williams zuletzt experimentiert hat.


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