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Williams-Technikchef Pat Symonds

"Hätten aufs Podium fahren können"

Pat Symonds - Williams - Formel 1 2014 Foto: xpb 19 Bilder

Williams hat zehn WM-Punkte aus Melbourne mitgenommen. Technikchef Pat Symonds erklärte im Gespräch mit auto motor und sport, dass mehr drin lag. Das Ingenieursurgestein war von der Geräuschkulisse enttäuscht und glaubt, dass die Technikmonster bis zum Beginn der Europa-Saison gezähmt sind.

19.03.2014 Michael Schmidt
Wie lief das Rennen für Williams?

Symonds: Es war ein Rennen mit vielen Schwierigkeiten. Einerseits denke ich, dass wir viel besser abschneiden hätten müssen, andererseits konnten wir zeigen, dass unser Auto schnell ist. Valtteris Fahrt war gut und aggressiv, er konnte überholen und hatte keine Probleme mit dem Spritverbrauch. Felipe hätte bei einem normalen Rennen auf das Podium fahren können.

Wo wäre Bottas ohne den Crash in die Mauer gelandet?

Symonds: Sicher vor Alonso. Ob es weiter nach vorne gegangen wäre, ist schwer auszurechnen. Wir haben mit dem Reifenwechsel viel Zeit verloren, aber durch die Safety Car-Phase auch einiges davon wieder zurückbekommen. Schwerer wiegt der Verlust an Positionen. Valtteri musste an denen wieder vorbei, die von seinem Fehler profitiert haben. Man kann aber auch sagen: Hätte er die Mauer nicht berührt, hätte es auch kein Safety Car gegeben.

Wie groß war die Sorge, dass die Aufhängung dabei beschädigt wurde?

Symonds: Sehr groß. Der Einschlag war heftig. Die Felge hat es zertrümmert. 

Wie viel Zeit hat man, beim Boxenstopp die Aufhängung zu checken?

Symonds: Nicht genug. Es ist keine schöne Situation. Mehr Information bringen die Daten, wenn er wieder fährt. Unsere Aufhängungen sind sehr stabil gebaut. Pastor Maldonado hatte sie in der Vergangenheit oft getestet. Das hatte wohl Einfluss auf das Design.

Was hat Bottas falsch gemacht?

Symonds: Er hat erzählt, dass er am Limit war, direkt hinter einem anderen Fahrzeug lag und vorne etwas Abtrieb verlor. Das hat ihn überrascht, weil die Tendenz des Autos am Kurvenausgang eher ins leichte Übersteuern geht.

Warum sind die Williams Im Rennen schneller als im Training?

Symonds: Wir sollten auch auf eine Runde schnell sein. Das haben wir bei den Testfahrten bewiesen. Vielleicht hatte der Regen etwas damit zu tun. Wir haben zu wenig daraus gemacht. Valtteri hat seine zweite Runde um eine Sekunde verpasst. Wenn man sich anschaut, wie stark sich Ricciardo auf seiner zweiten Runde mit Intermediates gesteigert hat, dann lässt sich spekulieren, dass auch für Valtteri noch einiges drinlag.

Können Sie alle schlagen außer Mercedes?

Symonds: Ich will auch Mercedes schlagen. Unsere Kalkulationen ergeben folgendes Bild. Mercedes liegt vorne. Dann kommt eine ganze Gruppe von Fahrzeugen. Wir haben immer noch das Gefühl, dass wir unter optimalen Bedingungen ganz knapp an der Spitze dieser Gruppe liegen.

Sie sind ein Urgestein der Formel 1. Wie hat Ihnen diese neue Formel gefallen?

Symonds: Mein erster Eindruck war: Diese Art Rennen ist unglaublich anstrengend an der Boxenmauer. Der Umfang an Management, um die einzelnen Systeme unter Kontrolle zu halten, ist riesig. Die Leute erzählen immer, wie viel die Fahrer im Cockpit verstellen und beachten müssen. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was sich heute an den Kommandoständen abspult. Eine echte mentale Herausforderung. War das Rennen gut? Ich glaube schon. Für mich war es superspannend, denn ich konnte an meinem Arbeitsplatz an der Boxenmauer nicht eine Sekunde verschnaufen.

Was ist Ihnen sonst noch aufgefallen?

Symonds: Ich war vom Start enttäuscht. Für mich ist es der aufregendste Moment eines Rennens, und ich liebte es, wenn 22 Fahrer ihre Motoren hochgedreht haben. Ich will mich nicht generell über den Sound beschweren. Aber beim Start kam er mir ein bisschen leise vor.

Wie lange wird es dauern, bis alle Teams Zuverlässigkeit, Spritverbrauch und Motorabstimmung im Griff haben, also wieder Alltag eintritt?

Symonds: Das wird schnell gehen. Schauen Sie sich an, wie schnell Renault aufgeholt hat. Vor drei Wochen waren sie nirgendwo. Jetzt hatten sie ein Auto, das Zweiter werden konnte. Wenn wir nach Europa kommen, wird alles seinen geregelten Gang gehen.

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