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Sam Michael

Die Gründe für den Williams-Höhenflug

Nico Rosberg Foto: Wolfgang Wilhelm 143 Bilder

Williams hat sich von den Tiefschlägen der letzten Jahre erholt. Mit Nico Rosberg am Steuer ist der Traditionsrennstall aus Grove ein zuverlässiger Punktesammler geworden. Technikchef Sam Michael erklärt, warum das so ist.

18.07.2009 Michael Schmidt

Williams ist wieder wer in der Formel 1-Szene. Nico Rosberg fuhr zuletzt fünf Mal in Folge in die Punkte, und die Platzierungen werden immer besser. Nico Rosberg wurde am Nürburgring als Vierter abgewinkt. Ohne die Probleme mit der Benzinversorgung wäre es ein Podestplatz gewesen.

Technikdirektor Sam Michael rechnet vor: "Bis zum ersten Tankstopp hat Nico drei Zehntel pro Runde wegen des Problems verloren. Danach war es eine halbe Sekunde, weil wir mehr Benzin in den Tank füllen mussten als wir wollten. Im Schnitt verlor Rosberg also 0,4 Sekunden pro Runde. Das macht über die 60 Runden einen Zeitverlust von 24 Sekunden. Massa lag im Ziel aber nur fünf Sekunden vor uns."

Nakajima nur phasenweise schnell

Leider ist Williams ein Einmannteam. Kazuki Nakajima zeigt immer nur phasenweise, dass er schnell ist. Auch am Nürburgring. Der Japaner fuhr die fünftschnellste Rennrunde, zwei Zehntel besser als Rosberg. Doch Nakajima kam über Platz zwölf nicht hinaus. Der Toyota-Schützling fährt zu wenig konstant. Deshalb ist sein Platz im nächsten Jahr fraglich. Das vergrößert die Chancen von Testfahrer Nico Hülkenberg, auf den Williams eine Option hält.

Hülkenberg hat sein Team mit den beiden GP2-Siegen am Nürburgring überrascht. "Wir dachten, Nico ist erst 2010 reif für den Titel in der GP2. Für uns war Grosjean der Favorit, weil er ein Jahr Erfahrungsvorsprung hat. So wie es jetzt aber aussieht, hat Nico eine echte Chance. Er fährt mit weniger Erfahrung besser als Grosjean."

Frontflügel Nummer zehn

Williams hat im Entwicklungswettlauf seit dem GP Türkei sechs Zehntel gefunden. "Am Hungaroring kommt noch etwas dazu", verspricht Sam Michael. "Wir haben praktisch jedes Rennen eine neue Frontflügelvariante dabei. "Am Nürburgring war es Spezifikation Nummer zehn seit Saisonbeginn." Der Zeitgewinn hat sich bemerkbar gemacht. Laut Michael ist der Rückstand auf die Brawn GP praktisch auf Null gesunken, weil die in den letzten Rennen stagnierten.

Ob die Rechnung genau stimmt, wird erst der Hungaroring zeigen. "Da wird es warm sein. Erst dann ist eine faire Beurteilung der Brawn GP-Autos möglich." Das Problem mit den Reifentemperaturen bereitet auch Williams Kopfzerbrechen, obwohl es von außen betrachtet gar nicht den Anschein hat. "Alle kämpfen damit", sagt Michael, "nur andere haben offenbar noch größere Probleme damit als wir."

Red Bull fährt weg, McLaren und Renault holt auf

Kopfzerbrechen bereitet den Williams-Technikern Red Bull. "Die haben mit ihrem Schritt in Silverstone acht Zehntel gefunden, sind also selbst uns davongelaufen", grübelt Michael. Möglicherweise haben zuletzt auch McLaren-Mercedes und Renault ein solchen Schritt gemacht. "Wir haben die wahre Stärke von den beiden Autos am Nürburgring nicht gesehen, weil bei Hamilton und Alonso die Rennen nicht nach Wunsch verlaufen sind. Ich habe vor dem McLaren-Facelift fast mehr Respekt als vor Renaults Entwicklungsschritt. Doch wenn Alonso die Zeiten, die er in den letzten Runden am Nürburgring hingelegt hat, auch anderswo fahren kann, dann ist auch er ganz vorne dabei."

Eines lässt sich heute schon sagen. Williams hat von der großen Regelreform profitiert. Der Start mit dem weißen Blatt Papier gab dem früheren Weltmeisterteam eine neue Chance. "Wir merken unser gestiegenes Image daran, dass sich wieder mehr Fahrer für uns interessieren", freut sich Michael. Das kann ein Plus sein, sollte Nico Rosberg das Team am Ende des Jahres verlassen.

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