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Williams und Sauber

Auspuff-Updates brauchen noch Zeit

Perez & Maldonado Foto: xpb 23 Bilder

Williams und Sauber stellen ihr Auspuffsystem demnächst auf die Red Bull-Lösung um. In Shanghai wurde schon einmal getestet. Trotz scheinbar gleichem Fahrplan, gehen beide Teams getrennte Wege.

19.04.2011 Michael Schmidt

Williams war mit großen Hoffnungen nach Shanghai gereist. Nach zwei Monaten Warten sollte endlich der modifizierte Auspuff und der dazugehörige Unterboden debütieren. Ein Exemplar, exklusiv nur für Rubens Barrichello. Der Auspuff nach Red Bull-Vorbild sollte nun in die Spalte zwischen Hinterräder und Unterboden blasen. Das beschleunigt die Strömung in den äußeren Diffusorkanälen und dichtet den Unterboden gegen seitliche Einströmung ab. Auf dem Papier verspricht der Schritt einen Quantensprung.

Auspuff brennt Loch in Williams-Unterboden

Samstagmittag packte Williams der vermeintliche Sekundenbringer wieder ein und rüstete Barrichellos Auto eilig auf die Standardversion zurück. "Wir müssen noch Hausaufgaben machen. Die Strecke bestätigt nicht, was die CFD-Simulation verspricht", erklärte Sam Michael zerknirscht.

Es dauerte eine Nacht, bis die Ingenieure wussten warum. Die 800 Grad heißen Auspuffgase hatten am Freitag trotz Pyrosic-Ummantelung ein Loch in den Boden gebrannt. Ein Teil der Bodenplatte brach ab. Man behalf sich am Samstagmorgen mit einer zusätzliche Stahlplatte unter dem Endrohr. "Die Metallplatten als Schutz gegen die Hitze haben die Strömung ungünstig abgelenkt. Wir werden erst in Barcelona wieder damit auftauchen", verriet Michael.

Williams mit neuem Frontflügel in Istanbul

Der missglückte Versuch war den Ingenieuren eine Lehre. Es bringt nichts, jede Neuerung sofort an ein Auto zu bringen, das man noch nicht hundertprozentig versteht. Die Williams leiden seit Saisonbeginn unter massivem Untersteuern, das bei den Testfahrten viel weniger ausgeprägt war. Alle rätseln, wieso die Fahrer ihr Auto nicht wiedererkennen.

Vielleicht, weil hinten ständig der Anpressdruck erhöht wird, der Frontflügel aber nicht Schritt halten kann. Im Team erzählt man sich das Flügel 01 immer noch der beste gewesen sei. In Shanghai war das Auto mit Flügel 04B bestückt. Jetzt kommt beim nächsten Rennen in Istanbul erst einmal eine neue Flügelgeneration. Wenn die funktioniert, wird ein Rennen später der Auspuff nachgeschoben.

Sauber sammelt zunächst nur Daten

Sauber verfährt klüger. Die Schweizer lassen sich Zeit. Kamui Kobayashi wurde am Freitag mit einer ähnlichen Auspufflösung kurz auf die Strecke geschickt, um Daten zu sammeln. "Wir werden erst beim übernächsten Rennen in Barcelona damit fahren", beharrt Peter Sauber. "Bevor wir nicht alles ordentlich ausgetestet haben, kommt es nicht ans Auto."

Sauber wartet auch darauf, bis der neue Frontflügel fertig ist. Williams ist ein warnendes Beispiel. Es bringt nichts, wenn man den Gewinn an Anpressdruck hinten vorne nicht ausbalancieren kann. Sieben WM-Punkte geben der Politik der vorsichtigen Schritte von Sauber Recht. Das Konto von Williams steht noch bei Null.

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