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Williams auf Nummer sicher

Zwei Auspuff-Varianten im Gepäck

Pastor Maldonado - Williams - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2013 Foto: xpb 24 Bilder

Williams geht auf Nummer sicher. Der britische Rennstall ist mit zwei Auspuffvarianten nach Australien gereist. Nachdem sich mit der Red Bull-Version an den letzten beiden Testtagen in Barcelona Probleme eingestellt hatten, wurde auch die McLaren-Lösung vom Präsentationsmodell eingepackt.

14.03.2013 Michael Schmidt

In der Williams-Box stapeln sich Seitenkästen und Auspuffkonfigurationen. Der britische Rennstall fährt beim Saisonauftakt zweigleisig. Die Techniker haben die Seitenkästen vom Präsentationsmodell des FW35 eingepackt und auch die Ausbaustufe, die an den letzten beiden Testtagen von Barcelona zum Einsatz kam. Beide Varianten unterscheiden sich deutlich voneinander.

Bei Typ 1 mündet der Auspuff in einer Beule am Ende der Seitenkästen. Darunter zieht sich die Verkleidung im Heck zum üblichen Flaschenhals zusammen. Das ist das McLaren-Modell. Typ 2 der Seitenkästen hat hinter den Auspuffendrohren eine Rampe die sanft im Unterboden ausläuft. Dementsprechend später beginnt der Flaschenhals. Diese Variante favorisiert Red Bull. Lotus und Williams sind die einzigen zwei Teams, die beim Weltmeisterteam abgekupfert haben.

Neuer Williams-Auspuff verschiebt die Balance

Die Fahrer waren mit Typ 1 eigentlich zufrieden. Der neue Williams FW35 machte vom ersten Testkilometer an eine gute Figur. Kaum schraubten die Mechaniker Typ 2 ans Auto, war die Stimmung getrübt. Pastor Maldonado und Valtteri Bottas lobten zwar den Abtrieb in schnellen Kurven, klagten aber über massive Grip-Probleme in langsamen und mittelschnellen Kurven. Sie hatten das Gefühl, in einem anderen Auto zu sitzen.

Dass sich die Balance verschieben würde, hatte man bei Williams erwartet, nicht aber in dem Ausmaß. Die beiden Auspufflösungen sind so grundlegend verschieden, dass sich das Fahrverhalten ändern muss. Der Red Bull-Auspuff ist besser beim Beschleunigen und in Vollgaspassagen, der McLaren-Auspuff hat seine Vorteile beim Bremsen und im Teillastbereich.

Renault sind die Hände gebunden

Renault versucht zwar mit der Motorabstimmung zu helfen, doch den Technikern aus Paris sind die Hände gebunden. Der Zündwinkel darf nur um 2,5 Grad von der Referenzsoftware abweichen, die aus den ersten vier Rennen 2012 gewählt werden muss, die Drehmomentkurve um zwei Prozent. Damit lassen sich im Schleppbetrieb des Motors kaum noch Auspuffgase produzieren.

Wer den Red Bull-Auspuff fährt, ist aber auf die Mithilfe der Motorentechniker angewiesen. Bei diesem Konzept geht wegen des weniger stark ausgeprägten Flaschenhalses im Heck Anpressdruck verloren, der in den Phasen, in denen der Fahrer nicht voll auf dem Gas steht, nur durch künstliches Produzieren von Auspuffgasen aufgefangen werden kann.

Antrag auf Kennfeld-Änderung liegt auf Eis

Renault versucht weiterhin, Kennfelder mit einem verzögerten Zündzeitpunkt durchzudrücken. Angeblich würden diese gebraucht, um die Standfestigkeit des Motors zu garantieren. Es soll da in der Vergangenheit unter bestimmten Umständen zu Fehlzündungen gekommen sein, die den Motor ruinieren könnten.

Jede Änderung muss von der FIA und den anderen beiden Motorenherstellern abgesegnet werden. Ferrari und Mercedes sind aber bereits sensibilisiert. Man weiß, was hinter dem Antrag steckt, und man weiß auch, was die von Renault beantragte deutliche Verschiebung des Zündzeitpunktes für die Produktion von Auspuffgasen im Schleppbetrieb bedeuten würde. Im Augenblick sieht es so aus, als würde sich an den Bestimmungen nichts ändern. Damit gelten die Regeln von 2012. Die Chancen, dass Williams zum alten Auspuffkonzept zurückkehrt, steigen damit.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Auspuff-Systeme im direkten Vergleich.

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