Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Was kann Rosberg noch stoppen?

Glück und Geschick des Tüchtigen

Nico Rosberg - GP Brasilien 2016 Foto: xpb 110 Bilder

Nico Rosberg sah in den letzten 3 Rennen kein Land gegen Lewis Hamilton. Trotzdem ist er auf dem besten Weg zum Titel. Weil er konstant Punkte hamstert, auch mal Glück hat und sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt.

17.11.2016 Andreas Haupt 3 Kommentare

Es kommt zum großen Showdown in Abu Dhabi. Nico Rosberg geht mit einem Vorsprung von 12 Punkten in das Saisonfinale. Im Prinzip ist das wie ein Elfmeter ohne Torwart für ihn. Im Gegensatz zu Sao Paulo wird das Wetter in der Wüste zu 99,9 Prozent nicht verrücktspielen. Das nimmt einen großen Risikofaktor. In einem Trockenrennen dürfte Mercedes nur schwer für die Konkurrenz zu bezwingen sein. Wer 18 von 20 Rennen gewonnen hat und dabei 7 Doppelsiege feierte, geht als klarer Favorit in den letzten Grand Prix.

Rosberg reicht dritter Platz im Finale

Rosberg würde es nicht einmal wehtun, wenn sich ein Konkurrenzauto zwischen ihn und Lewis Hamilton schiebt. Selbst dann würde er immer noch seinen ersten WM-Titel einsacken. Hamilton muss zum vierten Sieg in Folge brausen und auf ein Wunder hoffen.

Ist seine einzige Hoffnung, dass auch mal die Technik beim Teamkollegen streikt? „Nico ist bis auf den Zwischenfall in Barcelona immer ins Ziel gekommen. Das nennt man wohl großartige Zuverlässigkeit“, sagt Hamilton. Klar, was in diesem Satz mitschwingt: Ohne meinen Ausfall in Malaysia würde die Sachlage ganz anders aussehen.

Hamilton kann nicht mehr machen, als zu gewinnen. So wie er es in den letzten 3 Rennen getan hat. Alles andere steht nicht in seiner Macht. In den USA, Mexiko und Brasilien war Rosberg gegen seinen Rivalen chancenlos. Immer wieder hörte man von ihm die gleichen Sätze nach den Niederlagen. Nach dem Qualifying: „Die Pole ist nicht alles. Ich werde es am Start versuchen.“ Nach dem Rennen: „Lewis war heute einfach etwas schneller als ich.“

Doch der WM-Führende lässt sich vom Lauf seines Stallrivalen nicht aus der Ruhe bringen. Er fährt vor allem seit der Sommerpause konstant wie ein Uhrwerk und macht weiterhin keine entscheidenden Fehler. Und wenn es mal brenzlig wird, hat Rosberg die Fähigkeiten und das Glück des Tüchtigen, nicht abzufliegen und auszuscheiden. Alles Qualitäten, die ein Formel 1-Champion braucht.

Alonso verspielte schon mal 15 Punkte Vorsprung

Beispiel 44. Runde in Brasilien. Da stellte sich sein Mercedes zwischen Turn 12 und 13 quer, schlug aber nirgends an. Trotz einer Rundenzeit von 1:31.093 Minuten – 5,5 Sekunden langsamer als Hamilton – verlor Rosberg noch nicht einmal eine Position.

„Ich habe das ganze Rennen gegen Aquaplaning gekämpft. Aber der Moment kam komplett unerwartet“, berichtete der spätere Zweite, der den Fast-Unfall auf die Vollregenreifen schob. „Sie kommen mit stehendem Wasser nicht zurecht.“ Dass er im Regen von Sao Paulo klar langsamer war als Hamilton, erklärt man bei Mercedes ganz simpel: „Nico hat bedeutend mehr zu verlieren als Lewis. Ein Dreher und alles kann bereits vorbei sein.“

Auch die Taktik und der Rennverlauf helfen Rosberg, immer die für ihn maximal mögliche Punktezahl aus einem Wochenende mitzunehmen. In Austin spielte ihm ein virtuelles Safety Car kampflos den zweiten Platz gegen Daniel Ricciardo zu. In Brasilien verzockte Red Bull mit dem zweiten Reifentausch auf Intermediates. Ansonsten wäre Rosberg wohl Dritter und Max Verstappen Zweiter geworden.

„Ich wusste, dass es schwierig werden würde, gegen ihn die Position auf der Strecke wieder zu gewinnen. Red Bull hatte dieselbe Pace wie wir. Als er an die Box abgebogen ist, war ich sehr froh und sicher, dass er mir den zweiten Rang geschenkt hat.“ In Mexiko hatte Rosberg Glück, dass bei dem Kontakt mit Verstappens Red Bull nicht die Vorderradaufhängung abknickte.

Ein leichtes Wochenende in Abu Dhabi glaubt Rosberg nicht. „In der Formel 1 ist nichts einfach.“ Vom WM-Titel spricht er immer noch nicht. Stattdessen kramt er die bekannten Standardsätze hervor: „Ich will in Abu Dhabi gewinnen.“

Dass im Wüstenstaat eine WM auch mal kippen kann, zeigte 2010. Damals holte sich Sebastian Vettel trotz 15 Punkten Rückstand auf Fernando Alonso noch die Krone. Weil Ferrari die Taktik vermasselte. Doch ob das auch Mercedes mal passiert? Bislang trafen die Strategen der Silberpfeile immer die richtigen Entscheidungen. Auch in Brasilien.

„Wir hätten mit Nico nach dem Platzverlust gegen Verstappen auch mit Intermediates riskieren können. Aber der Zeitgewinn der Intermediates rechtfertigte den Verlust von 20 Sekunden in der Box nicht“, sagen die Strategen. Und auch Rosberg hätte nach seinen Erfahrungen auf Full Wets wohl gegen einen Wechsel plädiert.

Neuester Kommentar

Immer diese Verschwörungstaktiker: .....wenn er von Wolff u. Lauda gelassen wird ..... ist doch Kakka! Mercedes ist es egal wer W-Meister wird. Hauptsache es ist ein Mercedes. So sehe ich das und so sagt es auch Mercedes.
Ist auch nur logisch! Mercedes geht es um die PR Ausbeute des Titels, nicht um den Namen. Die Namen der Fahrer ändern sich von Jahr zu Jahr - manchmal schneller, manchmal etwas langsamer!

TinaH 21. November 2016, 20:36 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden