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Woher kommt der Motorensound?

Die Auspufflänge entscheidet

Lotus Auspuff - Formel 1 2014 Foto: xpb 17 Bilder

Alle diskutieren über den Sound der V6-Turbos. Die Motoreningenieure behaupten, dass die Möglichkeiten die Motoren lauter zu machen, sehr begrenzt sind. Doch warum klingen dann der Mercedes, Ferrari und Renault so unterschiedlich? Wir haben nachgefragt.

30.04.2014 Michael Schmidt

Der Sound der neuen Formel 1-Motoren beschäftigt die Formel 1. Vielen ist er zu leise. Die FIA hat sogar eine Expertengruppe beauftragt, dafür zu sorgen, dass es wieder lauter wird. Die Motorenchefs von Renault und Mercedes machen den Fans wenig Hoffnung. Es liegt an der Architektur der Motoren und den Effizienzvorgaben, dass der Ton dezenter geworden ist.

Mercedes F1 Motor Prüfstand
Mercedes 2014er F1-Motor im Soundcheck 1:39 Min.

Rob White von Renault bedauert: "Der Rahmen, den Motorenlärm entscheidend zu ändern, ist sehr begrenzt. Das liegt an der Technologie der Motoren. Wir sind uns einig, dass Änderungen am Auspuffendrohr den größten Einfluss auf den Sound nehmen könnten."
 
Kollege Andy Cowell von Mercedes ergänzt, dass die Turbine im Auspufftrakt wie ein Schalldämpfer wirkt. "Das Recyceln der Energie, die normalerweise ungenützt den Auspuff verlässt, ist eine der Schlüssel-Technologien dieser Motoren. Die werden wir kaum aufgeben."

Renault hat den längsten Auspuff

Obwohl die Motoren deutlich leiser sind, kann man wieder hören, welcher Motor gerade unterwegs ist. Mercedes kündigt sich wie ein Diesel mit einem dumpfen Bollern an, Ferrari mit einem helleren Ton, und der Renault-V6 befindet sich ungefähr in der Mitte der beiden anderen Triebwerke.
 
Renault-Motorenchef Rob White erklärt das so: "Das liegt an den Auspufflängen und an der Kontrolle des Turboladers durch die MGU-H und das Wastegate-Ventil. Jeder geht da seinen eigenen Weg. Mercedes hat den kürzesten Auspuff, wir den längsten und Ferrari liegt irgendwo dazwischen. Die Drehzahl und die Steuerzeiten spielen nur eine untergeordnete Rolle."

Drehzahlen werden nicht steigen

An den Drehzahlen wird sich auch nicht viel ändern. Sie werden durch die Durchflussmengen-Begrenzung auf 100 Kilogramm pro Stunde beschränkt. Das Reglement sieht zwar einen Spitzenwert von 15.000/min vor, aber es macht keinen Sinn so hoch zu drehen, wie Andy Cowell erklärt: "Du erreichst die 100 Kilogramm pro Stunde bei 10.500/min."
 
"Wenn du die Drehzahl erhöhst, erzeugst du mehr innere Reibung, und Reibung ist der Feind eines jeden Motors und damit auch jeden Rennautos, weil sie nur Hitze produziert, die du kühlen musst. Das aber bringt aerodynamische Defizite mit sich. Keiner von uns will weniger als 10.500/min drehen, aber auch keiner darüber."
 
Rob White ergänzt: "Bei dieser Drehzahl produziert der Motor die meiste Leistung bei der bestmöglichen Effizienz. Alles was über dieser magischen Drehzahl liegt, wird nur gebraucht, um die Gangwechsel besser zu streuen."

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