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Wohin mit Button?

Foto: dpa

Jenson Button will nicht mehr zu Williams wechseln, aber Frank Williams pocht auf den Vertrag mit dem Engländer. Hinter den Kulissen ist zwischen BAR, Williams und BMW ein munteres Tauziehen im Gange. Als Gewinner scheinen bisher vor allem die Rechtsanwälte festzustehen.

27.07.2005

Jenson Button stand in Hockenheim auf dem Treppchen und freute sich seines Lebens. BAR-Honda ist nach dem desaströsen Saisonbeginn und der unsäglichen Tankaffäre aus der Versenkung zurück. Da passt es gar nicht, dass der 25-Jährige 2006 zu Williams wechseln muss, ein Team, dass zur Zeit in der Versenkung verschwunden ist. Nick Heidfeld wurde in Hockenheim gerade mal Elfter.

Doch laut Buttons Vertrag, gehört er ab 2006 Frank Williams. Eine Klausel in Buttons Vertrag besagt, dass er bei BAR-Honda bis Ende August mindestens 75 Prozent der Punkte des WM-Führenden auf dem Konto haben muss, um bei BAR zu bleiben. Davon ist Englands Rennhoffnung mit seinen 15 Zählern satte 58 Prozent entfernt.

Bei einem Treffen mit Frank Williams bat Button um Freistellung, blitzte aber ab. BAR-Teamchef Nick Fry will Button behalten. "Man kann die Kuh nicht zur Tränke zwingen", argumentiert er. Angeblich will BAR Button mit einem Fünfjahresvertrag über 75 Millionen Dollar ködern. Englische Zeitungen spekulieren über eine Ablöse zwischen drei und 6,5 Millionen Dollar, die BAR zahlen willm, um Williams ruhig zu stellen.

Anthony Davidson auf dem Ramschtisch

Zudem soll das Team Testfahrer Anthony Davidson als Ersatz angeboten haben und sogar dessen Gehalt von 1,5 Millionen Dollar übernehmen wollen, was Nick Fry heftig dementiert. Williams war im vergangenen Winter an Davidson interessiert, doch der langjährige Testfahrer bekam von BAR keine Freigabe. "Anthony will auf jeden Fall wieder Rennen fahren", sagt Nick Fry.

Der Testvertrag mit BAR läuft Ende 2005 aus, GP2-Fahrer Adam Carroll und Formel 2-Pilot James Rossiter stehen als Ersatz bei Fuß. Dementsprechend ist Davidson ohnehin frei. Doch Frank Williams und Mitbesitzer Patrick Head haben schon signalisiert, dass sich ihr Interesse in Grenzen hält. Davidson hat bereits zwei Termine bei BMW-Sportchef Mario Theissen gehabt, um bei der neuen Allianz BMW und Sauber an den Start zu gehen.

BMW möchte auch gern Nick Heidfeld von Williams übernehmen, für den sich Theissen bei Williams stark gemacht hat. Doch Williams hat eine Option auf Heidfeld, die er bis zum Rennen in Spa (11.9.) einlösen muss. Insider gehen davon aus, dass Williams an Heidfeld festhält. Der Deutsche ist für Technik-Chef Sam Michael ein Traumkandidat, zudem ist Heidfeld mit einem Jahresgehalt von etwa 1,5 Millionen Dollar äußerst preiswert. Im Notfall kann er den Rheydter nach eingelöster Option ebenso wir möglicherweise Button meistbietend verschachern.

50 Millionen Dollar auf der Kippe

Geld kann Williams 2006 gut brauchen. Obwohl das Team anderer Meinung ist, behauptet BMW, die Sponsoren Hewlett Packard und Allianz seien an die Münchner gebunden und sollen so zu Sauber wandern. Sollte der Fall eintreten, gehen Frank Williams schlagartig knapp 50 Millionen Dollar durch die Lappen. Zudem muss der Brite 2006 Leasinggebühren beim neuen Motorenpartner Cosworth berappen. Die Rede ist von 13,5 Millionen Euro.

Der neue Motorenvertrag könnte eine neue Front im Fahrerkarussell aufmachen. Mark Webber hat zwar einen Williams-Vertrag bis Ende 2006, doch der Australier kann vorzeitig aussteigen, wenn das Team keine Werksmotoren mehr erhält. Allerdings gibt es für Webber zur Zeit keine großen Alternativen. BMW scheint nicht gewillt, den Australier zu Sauber umzuleiten.

Der letzte Stolperstein in der Affäre könnte ein neuer Großsponsor sein, den Williams angeblich an der Angel hat. Bisher ist nicht bekannt, um welches Unternehmen es sich handelt, aber offenbar sind die betreffenden Marketing-Oberen mit der derzeitigen Fahrerpaarung Webber und Heidfeld unzufrieden. Die hätten zu wenig Profil, der Sponsor will Button. Zur Not muss Williams, statt ein paar Millionen für ihn zu kassieren dem Engländer 2006 ein fürstliches Gehalt von sechs beis acht Millionen Dollar zahlen und die Kuh doch zur Tränke schleifen.

Für Button wäre es das dritte Mal in seiner erst fünfjährigen Formel 1-Karriere, dass er in einem Team fährt, in das er nicht will. 2001 lieh ihn Frank Williams an Renault aus, 2004 wollte Button BAR verlassen und durfte wegen eines gültigen Vertrages nicht.

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