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Zähneklappern am Tabellenende

Der 12-Auto-Alptraum

Romain Grosjean - Lotus - Formel 1-Test - Barcelona - 28. Februar 2015 Foto: xpb 25 Bilder

Seit zwei Tagen geistert das Gerücht durch das Fahrerlager in Barcelona. Wenn es zum Schlimmsten kommt, stehen in Melbourne nur 12 Autos am Start. Manor-Marussia abgezogen. Der Alptraum der Formel 1 wird aber nicht eintreten. Das sind die Hintergründe.

28.02.2015 Michael Schmidt

Kürzlich fand in London eine Krisensitzung statt. Vertreter von Lotus, Force India und Sauber trafen sich mit Bernie Ecclestone. Sie erklärten dem Formel 1-Boss, dass sie im schlimmsten Fall in Melbourne nicht am Start stehen können. Das Problem: Ein Mangel an Cash-Flow. Damit war auch eine verhohlene Drohung verbunden: Tut endlich etwas, um die Geldverteilung gerechter zu gestalten und die Kosten zu drücken. Bis jetzt ist gar nichts passiert. Weil die Topteams weder sparen noch Geld hergeben wollen. Dann fahren sie lieber mit drei Autos.

Erste Ecclestone-Zahlung im Februar

Das Armenhaus weiß aber ganz genau, dass es dazu schon viel zu spät ist. So konnten sie Ecclestone die Pistole auf die Brust setzen. Das aber ist ein gefährliches Spiel, weil Ecclestone vielleicht sogar daran interessiert ist, dass den Teams am Ende des Feldes das Wasser bis zum Hals steht. Dann erwärmt sich vielleicht doch einer für seine Idee, den Red Bull von 2013 mit alten V8-Motoren an die Hinterbänkler zu verkaufen. Das würde die Jahresbudgets auf 25 Millionen Euro drücken. Zu dem Preis, dass die Königsklasse damit eine echte Zweiklassengesellschaft wäre.

Die Not von Lotus, Force India und Sauber hat mit dem eigenwilligen Finanzierungssystem in der Formel 1 zu tun. Lotus-Chef Gérard Lopez verrät: "Die Monate November, Dezember und Januar sind die schlimmsten für ein Formel 1-Team. In der Zeit gibst du für Design und Produktion der neuen Autos 43 Prozent deines Budgets aus. Aber es kommt von außen kein Geld rein." Da wird dann sogar die Einschreibegebühr bei der FIA auf den letztmöglichen Termin verschoben.

Wer knapp kalkulieren muss und keine Rücklagen hat, bekommt in diesen Monaten ein Problem mit dem Cash-Flow. Dann müssen Lieferanten warten. Doch viele von ihnen sind das Warten leid. Immer mehr wollen Vorkasse sehen. Im Februar stehen auch die ersten Raten der Motorenhersteller an. Das ist ein richtig großer Brocken, der im Bereich von fünf Millionen Euro liegt. Manche greifen die Leasingrraten für den Motor direkt bei Ecclestone ab. Die Teams sehen dieses Geld nie.

Der erste Abschlag aus dem Einnahmetopf von Bernie Ecclestone wird im Februar ausbezahlt. Sponsoren schicken das erste Geld zwischen April und Mai. So kam es, dass Lotus, Force India und Sauber in diesem Winter auf dem Zahnfleisch gingen. Und bei Ecclestone um einen Vorschuss auf die März-Prämien bettelten. Ohne den wären wahrscheinlich einige Autos nicht fertig geworden.

Für Sauber könnte es eng werden

Ein Force India-Mann erklärte: "Ab April haben wir kein Problem mehr. Dann fließt das Geld wieder im üblichen Rahmen. Wir stehen in Melbourne auf jeden Fall am Start." Auch Lotus wird fahren. Man hat ein Finanzierungsmodell gefunden, dass die Finanzlücke überbrückt. Chef Lopez fügt hinzu: "Wenn die Saison mal losgeht, wird alles leichter. Du hast regelmäßige Einnahmen und zahlst du nur noch für die Reisen, die Gehälter und die Upgrades.“" Sauber hat noch ein anderes Problem. Giedo van der Garde klagt vor Gericht sein Cockpit ein. Das Urteil steht demnächst an. Wenn der Holländer gewinnt, wird es für Sauber eng.

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