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Zahl der Halo-Befürworter größer

Hamilton wollte Halo schon 2017

Ferrari - Halo-Test - Formel 1 - 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Die FIA will den Halo 2018 einführen. Da die Teams mehrheitlich gegen den Cockpitschutz sind, will FIA-Präsident Jean Todt lieber auf die Fahrer hören. Die sind mehrheitlich dafür.

17.12.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Eigentlich ist es beschlossene Sache. 2018 kommt der Heiligenschein. Auch wenn die Testreihe in der zweiten Saisonhälfte bei einigen Fahrern neue Bedenken in Bezug auf die Sicht, den Ausstieg aus dem Cockpit und dem Gefühl der Enge hervorgerufen hat. Die Teams der Strategiegruppe ließen FIA-Präsident Jean Todt bei ihrer letzten Sitzung vor dem GP Abu Dhabi wissen: Wir sind dagegen.

Die FIA könnte den Halo jederzeit durchsetzen. Auch gegen den Willen der Teams. Sie müsste nur Sicherheitsgründe vorschieben. Doch Todt ist kein Diktator, der von oben herab bestimmt. Er hätte lieber einen Konsens. Deshalb hatte sein Sicherheits-Team für den GP Abu Dhabi eine zweite Präsentation vorbereitet, mit dem Ziel die letzten Zweifler umzubiegen.

Hamilton vom Gegner zum Befürworter

Das hat aber nur in vereinzelten Fällen funktioniert. Lewis Hamilton war so beeindruckt, dass er den Cockpitschutz gleich für 2017 forderte. Was nicht möglich ist, weil sich die 2017er Autos längst im Bau befinden. Hamilton war ursprünglich ein Gegner des Heiligenscheins. Die Dokumentation von FIA-Sicherheitsexperte Andy Mellor hatte den dreifachen Weltmeister schon im Sommer umgestimmt.

Weil in den FIA-Fragebögen nach dem Einsatz der Halo-Dummies in der zweiten Saisonhälfte vermerkt kritische Anmerkungen standen, haben die FIA-Forscher in ihrer neuen Präsentation hauptsächlich auf die Bedenken der Fahrer Bezug genommen und versucht diese zu zerstreuen. So wurde im Labor zum Beispiel ein Ausstieg aus einem umgekippten Auto mit Halo inszeniert. Mellor selbst spielte den Dummy. Außerdem hat die FIA ein Schneidegerät entwickeln lassen, mit dem der Titanrahmen im Notfall innerhalb von 2 Sekunden aufgesägt werden kann.

Schließlich wurde noch der Formel 3-Unfall zwischen Daiki Sasaki und Ye Hong Li in Macau gezeigt, wobei Hong Li über das Fahrzeug von Sasaki kletterte und mit den Hinterrädern nur knapp den Helm von Sasaki verfehlte. „Es sieht in diesem speziellen Fall so aus, als hätte ein Halo dem Kopf des Fahrers mehr Schutz gegeben, aber es gibt auch andere Szenarien, wo das vielleicht nicht so ist“, zweifelt Nico Hülkenberg.

Kein Halo auf freiwilliger Basis

Der zukünftige Renault-Pilot ist einer der großen Gegner des Halo. „Ich habe bei der Präsentation in Abu Dhabi nichts Neues gelernt, das mich umstimmen könnte“, resümierte Hülkenberg. Der WM-Neunte war von Anfang an ein Gegner des Heiligenscheins. Weil er nicht zur Formel 1 und zum Grundgedanken eines offenen Autos passt, weil er den Autos ihren Reiz und ihre Aggressivität raubt, und weil man im Motorsport nie alle Risiken ausschalten kann.

Auch Max Verstappen, Esteban Ocon, Romain Grosjean, Kevin Magnussen und Jolyon Palmer sind ausgewiesene Halo-Gegner. Die Mehrheit aber befürwortet ihn. Wobei Halo-freundliche Fahrer wie Jenson Button, Felipe Massa und nun auch Nico Rosberg nach Meinung von Red Bull-Teamchef Christian Horner eigentlich nicht mehr gefragt werden dürften, weil sie 2017 gar nicht mehr fahren. Hülkenberg fürchtet jedoch: „Wenn es zu einer Abstimmung käme, ist die Mehrheit wahrscheinlich dafür.“

Daniel Ricciardo hängt in der Mitte. Auf seine Frage, ob man nicht die von Red Bull entwickelte Schutzscheibe weiterverfolgen sollte, antwortete ihm FIA-Rennleiter Charlie Whiting, dass die FIA sich auf den Heiligenschein konzentrieren wolle, weil alle Test gezeigt hätten, dass er die beste Lösung ist. Ein Teamchef meinte: „Die FIA war auf die Fragen der Fahrer exzellent vorbereitet. Sie hatten auf alles eine Antwort. Und die Bilder und Charts waren so gewählt, dass sie Eindruck machen. Der Ausstiegstest im Labor war ein Witz. Das Auto lag auf einem Teppich, nichts hat den Ausstieg behindert, der Mann im Cockpit hatte Zeit, weil keine Feuergefahr bestand.“

Auch der Einwand, man solle die Schutzvorrichtung doch erst einmal in den kleineren Klassen ausprobieren, weil es dort auch mehr Unfälle als in der Formel 1 gebe, fand bei Whiting keine Gnade: „Zuerst ist die Formel 1 dran. Dann der Rest.“ Romain Grosjean plädierte für einen Einsatz auf freiwilliger Basis. Dahinter würden auch die Teams stehen. Die FIA lehnt das kategorisch ab, obwohl sie sich juristisch so besser absichern könnte. Aber die Halo-Befürworter im Weltverband wissen natürlich genau, dass bei einer Wahl keiner mit Halo fährt. Weil der 7 Kilogramm schwere Titan-Rahmen Nachteile bei der Gewichtsverteilung und der Aerodynamik mit sich zieht. Da ist dann doch jedem Fahrer der Erfolg wichtiger als das eigene Leben.

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"Aber die Halo-Befürworter im Weltverband wissen natürlich genau, dass bei einer Wahl keiner mit Halo fährt. Weil der 7 Kilogramm schwere Titan-Rahmen Nachteile bei der Gewichtsverteilung und der Aerodynamik mit sich zieht. Da ist dann doch jedem Fahrer der Erfolg wichtiger als das eigene Leben."


Ja ... vor 20 Jahren waren das noch andere Zeiten. Da fuhr Sauber mit dem C14 noch freiwillig in der Saison 1995 mit einem seitlichen Cockpitschutz nach dem Genickbruch von Roland Ratzenberger im Vorjahr.
1996 war die Sache dann für alle Teams Pflicht, nach dem schweren Unfall von Häkkinen in Adelaide.

desl 22. Dezember 2016, 10:14 Uhr
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