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Zanardi feiert F1-Comeback

Foto: BMW

Der beinamputierte Alex Zanardi hat mit seinem Comeback in einem Formel-1-Wagen für ein Novum gesorgt und seiner Rückkehr in den Motorsport damit die Krone aufgesetzt.

27.11.2006

"Es war fantastisch, einfach unglaublich", sagte der Italiener nach seinen ersten Runden am Samstag (25.11.) in einem BMW-Sauber auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia. Fünf Jahre nach seinem schweren Unfall während eines ChampCar-Rennens auf dem Lausitzring und dem Verlust seiner Beine will Zanardi auch jene aufrütteln, die "ihren Hintern nicht hoch bekommen. Die Technik kann noch so wichtig sein, entscheidend ist der Wille. Viele glauben, dass das Leben ohne Beine vorbei ist. Verdammt noch mal, das ist es aber nicht."

Zanardi beweist es. Bewegt zeigte sich auch BMW-Motorsportchef Mario Theissen: "Es ist ein wundervoller Tag, das emotional größte Erlebnis dieses Wochenendes. Es ist etwas besonderes für die gesamte Motorsport-Gemeinde." Noch in der Box nahm er Zanardi in den Arm. Er habe ihm dazu gratuliert, dass er nun der erste Mensch mit einer solchen Behinderung in einem Formel-1-Wagen sei. "Ich sagte ihm: Die bist der erste Verrückte, der einen Verrückten wie mich in einen Formel-1-Wagen lässt", schilderte Zanardi. Vor gut einem Jahr hatte er den BMW-Motorsportchef herausgefordert. "Er fragte mich, ob ich wissen wolle, wie schnell das Auto wirklich sei", meinte Theissen.

Am Samstag war es ihm Rahmenprogramm des BMW-Weltfinales so weit: Um 10.30 Uhr wurde es für den 40-Jährigen ernst. Sieben Jahre nach seinem Abschied aus der "Königsklasse" des Motorsports - sein letztes Formel-1-Rennen bestritt er am 31. Oktober 1999 im japanischen Suzuka - ließ er den Motor des auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen BMW-Saubers aufheulen. Ingenieure, Journalisten und Ehrengäste verfolgten ergriffen jede Bewegung, jeden Augenaufschlag.

Schließlich rollte Zanardi im weißen Renner aus der Box und gab Gas - nicht wie sonst üblich mit dem Fuß, sondern durch einen Ring am Steuer. "Dieses verdammte Lenkrad hat mehr Knöpfe als mein Computer. Damit kann man ja E-Mails aus dem Auto verschicken", scherzte Zanardi, der sich aber auch darüber ärgerte, dass ihn seine hohe Sitzposition Sekunden kostete. "Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich nicht alles aus dem Wagen herausholen kann, aber ich könnte dann in einen Bereich kommen, der für mich zu gefährlich wäre."

Doch das Rennfahren liegt Zanardi im Blut. Theissen kündigte an, dass der Italiener auch in der kommenden Saison für BMW in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft, in der er bereits zwei Rennen gewann, starten wird. Eine Rückkehr gar in die Formel schließt Zanardi indes aus. "Nicht wegen meiner Behinderung, aber wegen meines Alters. Ich hätte dafür nicht mehr die mentale Power", begründete der 41-malige Grand-Prix-Teilnehmer.

Wie Zanardi mit seiner Behinderung umgeht und seine Lebensfreude machen ihn nach Theissens Worten zu «einer Persönlichkeit, wie ich in der Formel 1 noch keine gesehen habe und es auch sonst auf der Welt wohl nur wenige gibt». Er redet ungehemmt über seine Behinderung, demonstriert auch schon mal, wie er mit seinen Prothesen die Bremsen betätigt. !Für die Fahrten am Sonntag haben wir meine Beine verkürzt, damit ich mehr Platz im Wagen hatte", erklärte Zanardi - und lächelt.

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