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Zuverlässigkeit der Top-Teams

McLaren und Mercedes legen Kilometer zu

Lewis Hamilton - F1-Test - Barcelona 2012 Foto: xpb 58 Bilder

Ein Vergleich der Kilometerleistung bei den Testfahrten zwischen 2011 und 2012 bestätigt den ersten Eindruck: McLaren und Mercedes haben deutlich solidere Autos gebaut als letztes Jahr. Red Bull und Lotus liegen trotz kleiner und großer Pannen ungefähr gleichauf mit dem Vorjahr. Bei Ferrari fehlen 884 Kilometer.

27.02.2012 Michael Schmidt

Die Rundenzeiten bei den Testfahrten von Jerez und Barcelona sind noch mit Vorsicht zugenießen. Es gibt zu viele Unbekannte, um eine eindeutige Hackordnung aufzustellen. Von den fünf Top-Teams hat noch keiner so richtig gezeigt, was er kann. Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes haben darauf verzichtet Benzin abzulassen.

Lotus ging in Jerez aufs Ganze, war auch schnell, doch in Barcelona blieb das schwarze Auto den Beweis schuldig, dass Jerez keine Eintagsfliege war. Romain Grosjean musste den Test wegen eines Chassisproblems nach sieben Runden abbrechen.

Wahrscheinlich lassen die großen Teams erst bei dem abschließenden Test diese Woche in Barcelona (1. bis 4. März) die Katze aus dem Sack. Wenn überhaupt. Red Bull ist 2011 kein einziges Mal echt auf Zeit gefahren. Wer so viel Selbstvertrauen hat wie der zweifache Weltmeister, muss das auch nicht.

Aussagekräftig sind dagegen die Anzahl der Runden. Sie bestätigen den Eindruck, den man von außen bekommt. Nämlich, dass McLaren einen wesentlich problemloseren Einstieg in den Testwinter hatte als vor einem Jahr. Dass auch der neue Mercedes ohne große Pannen läuft. Und dass Ferrari wegen seinem störrischen Auto noch gar nicht richtig mit der Testarbeit begonnen hat.

Red Bull mit Getriebe- und Hitze-Ärger

Bei Red Bull hat sich nicht viel geändert. Nach acht Testtagen entspricht der Kilometerstand ungefähr dem des Vorjahres. Sebastian Vettel und Mark Webber haben 51 Kilometer mehr zurückgelegt als zum gleichen Zeitpunkt 2011. Dort wo letztes Jahr KERS Zicken machte, ist es jetzt das Getriebe. Oder der Auspuff, der Aufhängungsteile weichgekocht hat. Die Mechaniker bastelten noch vor Ort neue Hitzeprotektoren für die Querlenker in der direkten Umgebung des Auspuffs.

Nicht immer ist das Auto kaputt, wenn zwei Stunden Stillstand herrscht. Als Mark Webber am letzten Testtag am Freitag den Vormittag hauptsächlich in der Garage verbrachte, da war der Grund ganz banal. Die Mechaniker bauten das Setup um. Moderne Formel 1-Autos sind so komplex, dass der Tausch der vorderen Dämpfer länger als eine Stunde dauern kann. Mangels Platz arbeiten die Monteure wie Chirurgen.

McLaren genießt das neue Gefühl, jeden Tag über 100 Runden abspulen zu können. Nach acht Testtagen hat man 973 Kilometer mehr auf der Uhr als 2011. Teamchef Martin Whitmarsh freut sich: "Im letzten Jahr fuhren wir die erste Renndistanz in Melbourne. Jetzt haben wir ein Auto, mit dem wir arbeiten können."

Neuer Silberpfeil zeigt sich standfest

Genauso geht es Mercedes. Die Silberpfeile waren bislang nur fünf Tage unterwegs, doch im direkten Vergleich mit der Vorsaison kamen dabei 665 Kilometer mehr heraus. Trotz eines Hydraulikdefekts und eines Getriebeöllecks. "Wir müssen nicht mehr ständig nachbessern", rapportiert Teamchef Ross Brawn. "Im letzten Jahr hielten uns die Kühlprobleme lange in Atem. Jetzt läuft das Auto und wir können uns allein darauf konzentrieren, es schneller zu machen."

Bei Ferrari gingen siebeneinhalb Testtage dafür drauf, den neuen F2012 zu verstehen. Am Freitagmittag glaubte man die Richtung gefunden zu haben. Mit der zuletzt gewählten Aero-Konfiguration sollen nun die Testfahrten wirklich beginnen. Am Freitagnachmittag fuhr Felipe Massa erstmals einen Reifenvergleich.

Die Anlaufschwierigkeiten spiegeln sich in der Kilometerleistung deutlich wider. Ferrari hat in acht Tagen 884 Kilometer weniger zurückgelegt als vor einem Jahr. "Da bin ich schon am ersten Tag eine Renndistanz gefahren", erinnert sich Fernando Alonso. "Dafür waren wir in Melbourne eineinhalb Sekunden zu langsam." Der Spanier hofft, dass sich das diesmal umdreht. Vier Tage hat Ferrari noch Zeit.

Lotus verliert fast drei Testtage

Lotus steht wegen eines Chassisproblems noch bei fünf Testtagen. Einen der drei verlorenen Tage bekommt man zurück, zwei sind in den Wind geschossen. Eigentlich drei, denn die sieben Runden von Grosjean am ersten Tag in Barcelona kann man nicht als vernünftigen Test bezeichnen.

Trotz der Panne von Barcelona hat Lotus in fünf Tagen 373 Kilometer mehr geschafft als das Vorgängerteam Renault vor zwölf Monaten. Auch wenn Lotus die verbleibenden fünf Tage noch richtig Kilometer abstrampelt, wird man nicht mehr auf den Wert von 3.919 Kilometern nach zwölf Tagen 2011 kommen. Einziger Trost: Man ist besser dran als Ferrari. Die vier guten Tage in Jerez nimmt Lotus keiner mehr.

TeamTageKilometer 2011Kilometer 2012Differenz
Red Bull82.9543.005+ 51 km
McLaren82.5733.546+ 973 km
Ferrari83.6652.781- 884 km
Mercedes51.5462.211+ 665 km
Lotus51.4491.822+ 373 km
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