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Reifenschaden bei Renault

Pirelli stochert im Dunkeln

Jolyon Palmer - Renault F1 - Formel 1 - GP Spanien - 13. Mai 2016 Foto: sutton-images.com 111 Bilder

Am Freitag hatte Renault gleich zwei Reifenpannen. Der Auslöser für die erste war schnell gefunden. Dafür stochern der französische Werksrennstall und Reifenlieferant Pirelli bei Nummer zwei im Dunkeln. Am Auto von Jolyon Palmer explodierte der linke Hinterreifen bei hoher Geschwindigkeit auf der Start-Ziel-Gerade.

14.05.2016 Andreas Haupt

Renault und die Reifen: Das passt in diesem Jahr noch nicht so recht. Im Freitagstraining zum GP China ging am Auto von Kevin Magnussen der linke Hinterreifen kaputt. Damals beschädigte ein gebrochener Querlenker die Reifen.

Gut einen Monat später gab es beim wiederbelebten französischen Rennstall die nächsten Pannen. Zunächst in der ersten Übungseinheit. Am Auto von Ersatzmann Esteban Ocon, der für Jolyon Palmer den gelben Rennwagen steuerte, machte der rechte Hinterreifen schlapp. Die Ursache war alsbald gefunden, als der Renault zurück in der Garage stand. "Ein großes Trümmerteil hat sich in die Lauffläche gebohrt", berichtete Teamchef Fréderic Vasseur.

Erst drei Runden auf dem Reifen

Dafür macht der Reifenplatzer vom Nachmittag mehr Sorgen. Palmer raste über die Zielgerade als bei über 300 km/h der linke Hinterreifen zerfetzte. Der Brite stellte seinen Rennwagen in die Auslaufzone der ersten Kurve und musste abgeschleppt werden. Die Felge schmückte nur noch ein kleines Stück der Lauffläche. "Der Reifen ist komplett zerstört. Die Felge dagegen komplett heil. Wir wissen nicht warum es passiert ist", fragt sich Vasseur. Der zerplatzte Reifen beschädigte weite Teile des Unterbodens. Nach Reparaturarbeiten konnte Palmer die letzten 25 Minuten wieder mitmischen.

Die Untersuchungen laufen noch. Sowohl im Lager von Renault als auch beim italienischen Gummilieferanten. Vermutungen, warum es zum Schaden kam, will man bei Renault nicht äußern. Bei Pirelli glaubt man nicht, dass wieder ein Carbon-Teil die schwarze Walze aufriss. "Es lagen kaum Trümmer rum." Auch die hohen vertikalen Kräfte, denen die Reifen in Barcelona ausgesetzt sind, scheinen nicht die Ursache gewesen zu sein. Palmers Medium-Mischung habe erst drei Runden drauf gehabt, heißt es von Pirelli. Die Reifen würden, wenn überhaupt, erst nach vielen Umläufen durch die Belastungen zu sehr gestresst werden und in die Knie gehen.

Ein Problem bei der Aufklärungsarbeit ist der Zustand des zerfledderten Reifens. Zu viele Gummifetzen machten den Abflug. "Es fehlt ein großes Stück, das wir nicht gefunden haben", berichtet Pirelli-Sportchef Paul Hembery. Auch am Samstagmorgen war man bei Pirelli noch nicht schlauer. "Wir schauen uns gerade sehr genau die Schnittstelle zwischen Reifen und Felge an", erzählt Hembery. "Es gab einen minimalen Ausschlag in den Daten, der auf eine Vibration hindeutet. Aber eigentlich nicht der Rede wert."

Die undurchsichtige Sachlage könnte dazu führen, dass der Reifenschaden vielleicht für immer ein Mysterium bleibt. Aus dem Pirelli-Lager heißt es: "Vielleicht war es auch einfach nur Pech und Zufall, dass es wieder Renault getroffen hat."

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