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Zweifel am Heiligenschein

Formel 1 braucht den Halo 3

Sebastian Vettel - Ferrari - Halo 2 - Heiligenschein - Cockpitschutz - GP England 2016 Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Sebastian Vettel drehte im ersten Training zum GP England eine Runde mit dem Halo 2. Doch die Konstrukteure sind immer noch nicht überzeugt vom Nutzen des Cockpitbügels. Bei einer Präsentation am Mittwoch konnten nicht alle Zweifel beseitigt werden. Die Formel 1 braucht jetzt den Halo 3.

08.07.2016 Michael Schmidt 4 Kommentare

Nach der Premiere der Ur-Version des Heiligenscheins durch Kimi Räikkönen im Februar bei Testfahrten in Barcelona durfte nun Sebastian Vettel in Silverstone die weiterentwickelte Variante erstmals ausprobieren. Der Ferrari-Pilot hatte zu Beginn des England-Trainings die Ausbaustufe Halo 2 an Bord. Vettel monierte Probleme mit der Sicht. Ihn störte der vordere Steg, der in der zweiten Halo-Variante sogar etwas dünner geworden ist. Auch sie gewinnt keinen Schönheitspreis.

Im Gegenteil. Der obere Bügel ist höher und hat einen größeren Radius. Damit der Kopf des Fahrers bei einem Unfall nicht gegen den Titanholm kracht. Ein weiterer Crashtest hat nun ergeben, dass die Formel 1 einen Halo 3 braucht. Charlie Whiting informierte die Technikchefs am Mittwoch vor dem GP England, dass der Bügel noch einmal um 2 Zentimeter nach vorne gesetzt werden muss.

Damit soll sichergestellt werden, dass der Kopf bei einem Frontalaufprall mit hoher Geschwindigkeit nicht mit dem Bügel in Berührung kommt. Außerdem soll das Titangestell gepolstert und schöner verkleidet werden. Ein Ingenieur spottete: „Du kannst aus einer Missgeburt kein Kunstwerk machen.“

Wird der Heiligenschein zur Guillotine

Die FIA präsentierte den Konstrukteuren in einer Risikoabwägung verschiedene Unfallszenarien mit dem Ziel sie davon zu überzeugen, dass der Heiligenschein auf keinen Fall ein Nachteil ist. Doch die Ingenieure waren nicht überzeugt.

Red Bull brachte Felipe Massas Unfall 2009 in Budapest zur Sprache, als der Brasilianer von einer Feder am Kopf getroffen wurde. Fazit: Dieser Unfall wäre mit dem Halo bestenfalls neutral, mit aller Wahrscheinlichkeit aber schlechter verlaufen. Weil die Feder vom oberen Rand des Halo auf die Brust des Fahrers abgelenkt worden wäre.

Ferrari und Force India brachten Bedenken bei T-Bone Unfällen vor. Was passiert, wenn das seitlich auffahrende Auto mit der Nase oder der Kufe des Unterbodens in dem Titangestell einhakt? „Dann kann dieses Teil für den Fahrer zu Guillotine werden“, urteilt Force India-Technikdirektor Andy Green.

Halo stört Optik und Aerodynamik

Die Ingenieure befürchten auch massive aerodynamische Auswirkungen. Der 7 Kilogramm schwere Titanrahmen stört die Anströmung des Heckflügels. Mit dem Halo muss der Flügel eine Stufe steiler gestellt werden, um keinen Abtrieb zu verlieren. Wer die Airbox wie Mercedes oder Ferrari auch zur Luftzufuhr für Kühler nutzt, hat mit deutlichen Einbußen zu rechnen.

Red Bull-Teamchef Christian Horner fordert eine Abstimmung über den Halo im Rahmen der Strategiegruppe. Sie wird möglicherweise noch vor der Sommerpause stattfinden. Und im Augenblick gibt es mehr Gegner als Befürworter des Halos. Experten erwarten, dass die Einführung des Cockpitschutzes um mindestens ein Jahr verschoben wird.

In der Galerie haben wir die Bilder des Halo2-Tests in Silverstone.

Neuester Kommentar

Ja die gibt es immernoch, das ist ja der Hauptgrund das HALLO 3 eine grössere Öffnung haben muss.

bschenker 8. Juli 2016, 22:17 Uhr
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