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Zweifel über McLaren-Hinterachse

"Ziemlich viel Luftwiderstand"

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - Jerez - Test - 30. Januar 2014 Foto: xpb 54 Bilder

Der neue McLaren MP4-29 hat die Konstrukteure der Konkurrenz beschäftigt. Alle schauten sich die Fotos der neuen Hinterachse an. Inzwischen ist klar: Sie ist absolut legal. Aber ist sie auch eine Trumpfkarte, wie es im ersten Augenblick erscheint?

30.01.2014 Michael Schmidt

Um es vorweg zu nehmen: Der neue McLaren MP4-29 ist legal. Die Ingenieure in Woking waren einfach nur clever. Während sich alle Welt noch daran stört, dass die neue Nasenregel ad absurdum geführt wurde, hat McLaren am anderen Ende des Autos getrickst.
 
Da sah das Reglement eigentlich das Verbot des so genannten "Beam Wing" vor. Das war früher das untere Element des Heckflügels. Er hat für Abtrieb gesorgt, dem Diffusor beim Absaugen der Luft geholfen und die Strömung am Diffusor an das obere Heckflügelelement gebunden. Ein ziemlich wichtiges Teil also.

Vier Flügel statt einem "Beam wing"

McLaren hat jetzt gleich vier dieser "Beam wings" im Heck. Sie staffeln sich rechts und links von der Crashstruktur unterhalb des Heckflügels. Das ist möglich, weil McLaren die hinteren Querlenker der Hinterachse zweckentfremdet. Sie sind als Flügelprofil verkleidet. Dafür gelten drei Vorschriften. Die Breite darf nicht mehr als 3,5 Mal die Höhe betragen. Maximal sind 10 Zentimeter sind erlaubt. Und das Profil des Querlenker muss von der Seite betrachtet symmetrisch sein.
 
McLaren hat alle drei Forderungen erfüllt. Die Maximalbreite wird erreicht, weil die Oberfläche in Wellenform verläuft und hinten wie ein Flügelflap nach oben gebogen ist. Um Symmetrie zu gewährleisten, muss auch ein Bürzel nach unten gehen. Von der Seite sieht es so aus wie ein liegendes T. Das Konzept wurde bereits letzten Sommer von den Regelhütern abgesegnet.

Deutlich mehr Luftwiderstand

Auf den ersten Blick hat die Truppe um Technikchef Tim Goss da einen großen Coup gelandet. Die vier Flügelelemente geben signifikant Abtrieb. Und die untere Ebene hilft dem Diffusor beim Absaugen. Trotzdem sind die Konstrukteure der Konkurrenz nicht hundertprozentig überzeugt davon.
 
"Der Flügel baut ziemlich viel Luftwiderstand auf, besonders das Teil, das sich nach unten biegt", urteilt Red Bull-Technikchef Adrian Newey. Das könnte zwar Rundenzeit bringen, aber den Spritverbrauch erhöhen. Da würde sich McLaren ein Eigentor schießen. Mercedes-Teamchef Paddy Lowe wirft ein: "McLaren hat sich bestimmt etwas dabei gedacht. Sie werden schon einen Weg gefunden haben, dass es ohne große Nachteile für sie funktioniert."

McLaren-Querlenker müssen schwerer sein

Der Trick verlangt eine ungewöhnliche Geometrie der Hinterachse. Der hintere Querlenker verläuft nicht im 90 Grad-Winkel zur Mittellinie des Autos, sondern spreizt sich weit nach hinten, damit der Querlenker unter den Heckflügel ragt. Er lenkt im hinteren Bereich der Crash-Struktur an. Die Spurstange liegt dort, wo normalerweise der obere Querlenker ist.

Williams-Technikchef Pat Symonds sieht leichte Einbußen bei der Verwindungssteifigkeit und Kinematik, hält das aber für vernachlässigbar: "Das kann McLaren durch mehr Masse ausgeglichen haben. Ich nehme an, dass die Querlenker schwerer sind als normal." Ist der Trick leicht zu kopieren? Symonds sagt ja: "Es wird nur keiner so perfekt hinbekommen wie McLaren, weil die ja das ganze Konzept des Autos darauf ausgelegt haben."

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